Muss man sich um Ferrari schon vor dem ersten Test 2026 Sorgen machen?

Gerüchte über Fehlstart
Muss man sich um Ferrari sorgen?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 17.01.2026
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Es ist ein nicht enden wollender Teufelskreis. Ferrari hat seit 2008 keinen Titel mehr in der Formel 1 gewonnen. Damals wurde man zum 16. Mal Konstrukteurs-Weltmeister. Als letzter Pilot krönte sich Kimi Räikkönen ein Jahr zuvor zum Champion. Lange ist es her. Damals fuhr man noch mit Rillenreifen in der Königsklasse und das Nachtanken war erlaubt.

Immer wieder gab es in Maranello einen Neuanfang. Mit Star-Chauffeuren wie Fernando Alonso, Sebastian Vettel oder zuletzt Lewis Hamilton sowie ständig wechselnden Teamchefs und Technik-Direktoren. Genützt hat es nichts. Mehr als zweite Plätze gelangen nicht.

Nun steht Ferrari vor dem nächsten Reset. Schließlich war die abgelaufene Saison eine zum Vergessen. Kein Sieg sprang für den Vize-Champion von 2024 heraus. Dabei hatte man im Vorjahr nur 14 Punkte weniger als McLaren geholt. Das Ziel, Titel zu holen, geriet schnell außer Reichweite. Am Ende wurde es nur der vierte Rang bei den Konstrukteuren.

Das ist aber nicht nur für die Scuderia zu wenig. Selbst F1-Boss und Ex-Teamchef Stefano Domenicali wünscht sich etwas anderes: "Wir alle wollen ein starkes Ferrari in der Formel 1 sehen und sie verdienen es, in einer besseren Position zu sein", sagte der Italiener gegenüber Sky. Ferrari an der Spitze der Königsklasse ließe auch die F1 besser vermarkten.

Lewis Hamilton, Charles Leclerc & Frederic Vasseur - Ferrari - Fiorano - SF-25 - 2025
Ferrari

Vasseur gibt sich gelassen

Wegen des bevorstehenden Reglementwechsels verlegte Ferrari früh den Fokus auf 2026, um für den Umbruch gewappnet zu sein. Doch bereits vor den ersten Testfahrten in Barcelona in der letzten Januarwoche bereiten Meldungen rund um die Mythos-Marke den Fans auf der ganzen Welt Sorgen. Unbestätigten Medienberichten zufolge würde Ferrari nicht im Fahrplan für die Entwicklung des neuen Autos liegen. Angeblich habe Teamchef Frédéric Vasseur in der Fabrik getobt. Italienische Quellen hingegen behaupten, bei der Scuderia läuft alles nach Plan. Ob die Wahrheit vermutlich dazwischen liegt?

Fakt ist, dass eine verlässliche Vorhersage des Kräfteverhältnisses einer Lotterie gleicht. Zu viele Faktoren sind neu. Zum einen wächst der Anteil der Elektro-Leistung bei der Power Unit auf fast 50 Prozent und es wird erstmals mit 100 Prozent nachhaltigen Kraftstoffen gefahren. Zum anderen verändern sich die Autos grundlegend. Nicht nur beim Antrieb, sondern auch beim Chassis ist es für die Teams eine Reise ins Ungewisse.

Deshalb tritt Vasseur seit Monaten auf die Bremse. Der Franzose weiß, wie hoch die Ansprüche in Maranello sind und wie nervös das Umfeld ist. "Wir werden viele A-Spezifikationen in Barcelona sehen, bevor in Bahrain die Karten auf den Tisch gelegt werden", sieht Vasseur den Auftakt in Barcelona nicht als entscheidend an.

Wie gut wird der Ferrari-Motor?

Der Shakedown für den SF-26 steigt am 23. Januar. Große technische Erkenntnisse dürfte man nach den Aussagen Vasseurs nicht erwarten. Die Teams halten sich bis zum Test in Bahrain noch zurück und versuchen in Barcelona unter Ausschluss der Öffentlichkeit Basisarbeit zu absolvieren. Unter der Haube wird dann aber der neue Motor stecken. Angeblich sind die Italiener bei der Entwicklung zweigleisig gefahren. Man habe einen Zylinderkopf aus Aluminium und einen aus Stahl gefertigt. Letzterer soll einen kleinen PS-Vorteil bringen.

Sorge bereitet der Scuderia wohl eher, wie die FIA im Streit um das Verdichtungsverhältnis bei den Motoren entscheidet. Mercedes soll seine Power Unit so konstruiert haben, dass im Betrieb das alte Verdichtungsverhältnis von 18:1 möglich ist. Für diese Saison sind eigentlich nur 16:1 erlaubt. Doch die Techniker der FIA messen den Wert statisch bei Umgebungstemperaturen. Eine Klärung ist noch vor den Testfahrten in Barcelona anberaumt.

Der Motor wird aber nicht nur auf der Power-Seite über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Auch die Zuverlässigkeit ist immens wichtig. Erinnert sei an 2014, als die Hybrid-Ära in der Formel 1 begonnen hatte. "Da gab es vor allem in den ersten Rennen viele Ausfälle. Das werden diesmal alle versuchen, zu vermeiden", weiß Vasseur.

Der studierte Luft- und Raumfahrtingenieur baute in der Vergangenheit bereits vor, um überzogene Erwartungen zu dämpfen. Erst nach einigen Rennen könne man das wahre Kräfteverhältnis beurteilen. Aber ob das reicht, um das Umfeld zu befriedigen? Ferrari lechzt nach Titeln. Ein neuerlicher Rückschlag würde im italienischen Teufelskreis wohl zu Personalwechseln führen.

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