Vor kaum einem Formel-1-Start war die Spannung so groß wie bei dem in Melbourne. Die 22 Fahrer werden sich am Sonntag (8.3.) erstmals mit ihren neuen Autos gemeinsam vor der Ampel aufstellen. Bei den Probestarts im Rahmen der Bahrain-Testfahrten mit maximal elf Autos konnte man bereits gut erkennen, dass der Ablauf für die Piloten deutlich anspruchsvoller geworden ist.
Immer wieder kamen Autos gar nicht von der Linie weg. Die Unterschiede bei der Beschleunigung fielen insgesamt deutlich größer aus als noch in den vergangenen Jahren. Grund dafür ist der Wegfall der MGU-H. Die Elektro-Power hilft nun nicht mehr dabei, das Turboloch zu füllen. Stattdessen müssen die Piloten den Ladedruck jetzt alleine mit dem Verbrenner aufbauen.
Die Fans an der Strecke erwartet damit ein ganz besonderes akustisches Schauspiel. Bis zu zehn Sekunden vor dem Launch müssen die Piloten ihre Motoren hochjagen, damit der Turbo auf die gewünschte Drehzahl kommt. Weil sich die Drehzahlorgie so lange hinzieht, muss die normale Startprozedur künstlich verlängert werden.

Bei den Startübungen in Bahrain ging es drunter und drüber. Das verspricht Action für Melbourne.
Fünf-Sekunden-Warnung
Die Fahrer erhalten wie schon bei den Testfahrten eine Vorwarnung. Fünf Sekunden bevor das erste Licht der Startampel aufleuchtet, erscheint eine blau blinkende Meldung auf der LED-Tafel neben der Ampel, die auf den Beginn der Vorstart-Phase hinweist. Die Piloten können dann beginnen, den Ladedruck aufzubauen. Der Zeitpunkt für den endgültigen Startschuss in Form des Erlöschens aller fünf Ampeln wird wie immer von einem Zufallsgenerator bestimmt.
Neben der Vorwarnung gibt es aber auch noch zwei kleine Änderungen gegenüber den Testfahrten. In Bahrain wurde das neue Prozedere stets in Verbindung mit einem Startabbruch geübt. Somit hatten alle Piloten immer jeweils zwei Aufwärmrunden als Vorbereitung. Wenn nichts dazwischenkommt, muss in Melbourne wie üblich direkt nach einer Einführungsrunde gestartet werden.
Rennleiter Marques teilte außerdem mit, dass die Fahrer den Straight-Line-Modus erst nach Kurve 1 aktivieren dürfen. Die Sicherheitsexperten der FIA wollen damit verhindern, dass die Piloten schon beim Sprint zum ersten Bremspunkt die Flügel flachstellen. Der verringerte Abtrieb hätte im Getümmel der 22 Autos zu gefährlichen Situationen führen können. Deshalb bleiben die Flügel auf den ersten Metern in der Normalstellung.












