FIA kündigt weitere Tests in Bahrain an: Ändert sich das Start-Prozedere?

FIA kündigt weitere Tests in Bahrain an
Was passiert mit dem Startprozedere?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.02.2026
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Die Politik spielt in der Welt der Formel 1 eine wichtige Rolle. Vor allem dann, wenn ein neues Reglement in Kraft tritt. Und dieses hat es in sich: Nahezu die Hälfte der Gesamtleistung (350 kW) steuern die neuen Power Units ab sofort elektrisch bei. Ein deutlicher Zuwachs gegenüber den 120 kW aus der alten Hybrid-Ära. Die MGU-H, die auf der Welle des Turboladers saß, fällt weg.

In der ersten Testwoche öffnete sich damit eine Baustelle, die vorher keiner so richtig auf dem Zettel hatte. Den Start. Ohne die erwähnte MGU-H müssen die Piloten vor dem Launch mehrere Sekunden lang die Motordrehzahl hochjagen, um Ladedruck aufzubauen und ein Turboloch zu verhindern.

McLaren-Teamchef Andrea Stella forderte deshalb eine Regeländerung für das Startprozedere. In Bahrain war bei Probestarts zu beobachten, dass die Hälfte der Autos beim Signal nicht von der Linie wegkam. Stella sah hier ein Sicherheitsrisiko und erklärte: "Wir müssen sicherstellen, dass das Prozedere allen erlaubt, die Power Unit startbereit zu haben. Denn die Startaufstellung ist kein Ort, an dem Autos langsam sein sollen."

FIA kündigt Tests an

Ohne MGU-H lässt sich der Ladedruck aber nicht schneller aufbauen. Als Lösung wurde vorgeschlagen, das Startprozedere zu verlängern, um allen Autos die Chance zu geben, genug Energie aufzubauen – auch die Piloten, die sich am Ende des Feldes aufstellen müssen.

Auf den ersten Blick erscheint Stellas Aussage deshalb sinnvoll. Am Start kracht es ohnehin des Öfteren und zusätzliches Risiko wollen die Teams wie auch die Formel 1 vermeiden. Die Piloten selbst sahen das Problem als nicht so schlimm an. "Ich sehe hier kein Sicherheitsthema" berichtete Lewis Hamilton. Kollege Max Verstappen fügte an: "Wem es zu gefährlich ist, der kann ja aus der Boxengasse losfahren."

In der F1-Kommission konnten sich die Beteiligten auch nicht auf eine konkrete Änderung einigen. Die FIA kündigte lediglich an, in der zweiten Testwoche weitere Testläufe durchzuführen und alternative Startprozeduren zu untersuchen. Erst danach soll eine endgültige Entscheidung gefällt werden.

Zehn Minuten vor Ende des ersten Testtags gab es dann Versuche, das Startprozedere anzupassen. Alle Autos fuhren zum Ende der Session an die Box. Danach absolvierten die Fahrer zwei Aufwärmrunden. Als die Autos in Position waren, erklang eine Vorstart-Warnung, bei der die Ampeln fünf Sekunden lang blau blinkten. Danach folgte das bekannte Startprozedere bis zum Erlöschen der Ampeln.

Lewis Hamilton - Ferrari - Bahrain - Test - Formel 1 - 2026
NurPhoto via Getty Images

Ferrari im Nachteil?

Es gibt einen Hersteller, der die Forderung nach einem neuen Prozedere nicht unterstützen soll: Ferrari. Die Italiener haben frühzeitig auf die Probleme beim Start hingewiesen. Jedoch sollen die Regelhüter die Sorge der Ferrari-Ingenieure zunächst nicht geteilt haben.

In weiser Voraussicht entschied sich die Scuderia dafür, einen kleineren Turbo zu entwickeln, der schneller hochspult und Ladedruck aufbaut. Auf einigen Strecken wäre das allerdings ein Nachteil, wie zum Beispiel auf mehr als 2.000 Metern Höhe von Mexiko-Stadt. In der dünnen Luft sind große Turbos gefragt.

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