Formel-1-Piloten sind nicht nur auf der Rennstrecke flott unterwegs. Auch privat stehen die Stars der Königsklasse zumeist auf leistungsstarke Sportwagen. Durch die guten Beziehungen zu ihren Arbeitgebern kommen die Rennfahrer relativ leicht an limitierte Sondermodelle und exklusive Hypercars, die für den Rest der Welt selbst mit üppig gefülltem Geldbeutel unerreichbar bleiben.
So hat sich Lando Norris zum Beispiel einen legendären McLaren P1 gegönnt. Fernando Alonso rollt privat in einem Aston Martin Valkyrie durch die Gegend. Bei Charles Leclerc stehen mit dem SF90 XX Stradale und dem Daytona SP3 gleich zwei potente Ferrari in der Garage. Und bei Mercedes durften sich alle Formel-1-Werksfahrer jeweils einen von nur 275 gebauten AMG One konfigurieren.
Ex-Silberpfeilpilot Valtteri Bottas hat uns bereits Ende 2024 im Interview verraten, dass er seine Hybrid-Flunder nur selten aus der Garage holt. Im ersten Jahr kamen lediglich 15 Kilometer bei einer kurzen Ausfahrt zusammen. "Es ist ein seltenes Automobil. Damit ist es automatisch auch ein Investment. Was in der Zukunft damit passiert, ist noch nicht klar", begründete der Finne die Kilometerdiät.
Russell nutzt Hypercar als Daily Driver
Bei George Russell sieht das ganz anders aus. Er setzt sich regelmäßig ans Steuer seines 1.063 PS starken Hypercars. "Ich fahre sehr viel damit. Ich habe jetzt schon ein paar hundert Kilometer auf der Uhr. Wenn ich ehrlich bin, nutze ich es einfach als Alltagsauto, wenn ich in Monaco bin. Ich denke mir immer: Warum nicht! So ein Auto sollte nicht im Museum stehen und in Luftpolsterfolie eingepackt werden. Ich möchte es genießen. Es macht mich glücklich."
Da stellt sich natürlich die Frage, ob er keine Angst habe, dass sich die Nutzung als Daily Driver über die Zeit negativ auf den Wert auswirkt: "Da habe ich keine Sorge. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass solche limitierten Autos in den ersten fünf Jahren relativ wertstabil sind. Und dann gehen die Preise normalerweise rasant nach oben."
Bei seinem Heim-Grand-Prix in Silverstone nutzte Russell den tiefblauen Mercedes sogar für die tägliche Pendelei zur Rennstrecke und sorgte damit bei den Fans für begeisterte Blicke. Auf eigener Achse legte das Schmuckstück den ganzen Weg aus Monaco aber nicht zurück. Für die Reise auf die Insel ließ der Besitzer einen sicheren Transport auf einem Hänger organisieren.

Russell steht nicht nur auf moderne Hypercars, sondern auch auf Klassiker. 2024 düste er noch im 280 SL durch Monte-Carlo.
Traum vom CLK-GTR
Trotz des üppigen Kaufpreises von 2,5 Millionen Euro sieht der Engländer kein großes finanzielles Risiko: "Wenn man sich die erfolgreichsten Autos der Welt anschaut, dann haben sie eines gemeinsam: Sie sehen alle aufregend schön aus. Der AMG One ist ein atemberaubendes Auto. Und das wird immer so bleiben."
Die Mercedes-Rakete mit dem 1,6-Liter-Hybrid-Motor aus der Formel 1 ist übrigens nicht das erste Stuttgarter Auto, das sich Russell in die Garage stellen durfte. "Ich hatte letztes Jahr noch eine wunderschöne Pagode mit roter Innenausstattung, die ich sehr geliebt habe", verrät der Pilot. "Aktuell bin ich noch auf der Suche nach einem 300 SL."
Aber auch für Mercedes-Werkspiloten gibt es Grenzen, die sich alleine mit Geld nicht überwinden lassen: "Mein absolutes Lieblingsauto ist der Mercedes CLK GTR aus den späten 90er Jahren. Ich hatte die Gelegenheit, dieses Modell letztes Jahr auf einer Mercedes-Teststrecke zu fahren. Es ist ein legendäres Auto. Von der geschlossenen Version wurden nur 20, vom Roadster nur fünf Exemplare gebaut."
Einer dieser ultralimitierten Straßenrenner gehört neuerdings Fernando Alonso. Der Spanier wurde kurz nach Weihnachten erstmals in Monaco mit seinem Silberpfeil gesichtet. Der Wert des Autos, das ursprünglich als Homologationsmodell für das 24h-Rennen in Le Mans aufgelegt wurde, wird auf rund zehn Millionen Euro geschätzt.












