Mehrere Autos mit Übergewicht: Wie viel Zeit kosten die Extra-Kilos?

Mehrere Autos mit Übergewicht
Wie viel Zeit kosten die Extra-Kilos?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.02.2026
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Die neuen Regeln halten die Formel 1 noch vor ihrem ersten Rennen in Australien alle in Atem. Zum einen schwebt der Streit um den Mercedes-Verdichtungstrick weiterhin über dem Fahrerlager. Fürs Erste konnte ein Kompromiss gefunden werden. Ab dem 1. August gilt eine adaptierte Messmethode. In Bahrain ploppte die nächste Meldung auf. Der Sprit von Mercedes-Lieferant Petronas ist dem Vernehmen nach nicht homologiert.

Des Weiteren diskutiert die Königsklasse darüber, die elektrische Energiezufuhr zu reduzieren. Auf einigen Strecken könnte es zu Problemen kommen, die Batterie ausreichend zu laden. Die 350 Kilowatt E-Power sind schnell verbraucht. Die Fahrer müssen ständig in den Lademodus wechseln, was den Fahrspaß drückt.

Während einige Rennställe bereits beim zweiten Bahrain-Test (18. bis 20. Februar) mit weniger Elektro-Leistung experimentierten, blieb ein wichtiges Thema für die Performance nahezu unberührt: das Gewicht. Trotz der deutlich größeren Batterie hatte die FIA das Gewichtslimit für die neue Spielzeit gesenkt. 30 Kilogramm weniger dürfen die Autos nun auf die Waage bringen.

McLaren MCL40 übergewichtig

Für die Ingenieure stand eine Mammutaufgabe an, die neuen Autos im Winter an die Grenze des Erlaubten zu bringen. Einigen Rennställen ist das gelungen. Alpine zum Beispiel hat es beim A526 geschafft. Auch der neue Silberpfeil ist beim Gewicht gut dabei. Das hatte Toto Wolff bereits nach der Shakedown-Woche Ende Januar in Barcelona verkündet.

Anders sieht die Sache beim Weltmeister-Team aus. McLaren hatte bereits während der ersten Testwoche in Bahrain zugegeben, dass der MCL40 unter Übergewicht leidet. Wie viele Pfunde es beim Auto von Lando Norris und Oscar Piastri sein sollen, verrieten die Verantwortlichen allerdings nicht. Klar ist: Zu Saisonbeginn liegt der Fokus nun auf der Diät des Papaya-Flitzers.

"Aber selbst wenn du das Gewicht reduziert hast, willst du es immer weiter verringern, um mit dem Ballast spielen zu können", erklärte Teamchef Andrea Stella am letzten Testtag in Bahrain. Wir hören, dass die ersten großen Upgrades in diese Richtung gehen sollen, bevor es um die aerodynamische Weiterentwicklung geht.

Andrea Stella - Mclaren - Bahrain - Test - Formel 1 - 2026
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Wie viel Zeit verliert McLaren?

In der Formel 1 gilt die Faustregel, dass zehn Kilogramm rund drei Zehntelsekunden pro Runde ausmachen. Das ist ein massiver Nachteil – könnte man meinen. "Ich denke, die Leute sind zu sehr auf das Gewicht fixiert", sieht McLaren-Chefdesigner Rob Marshall die Thematik anders.

Auf lange Sicht haben andere Aspekte Priorität: "Das Wichtigste ist, ein Auto zu besitzen, das man haben möchte", ist Marshall überzeugt, aber er gibt zu bedenken: "Wenn das Auto zu schwer ist, weiß man, dass es einen so und so viele Zehntelsekunden pro Runde kostet. Das muss man hinnehmen." Die Rundenzeiten in Bahrain waren noch nicht aussagekräftig genug. McLaren scheint jedoch erneut ein Wörtchen um Siege mitreden zu können, selbst wenn Mercedes und Ferrari noch einen Schritt voraus sind, wie Stella glaubt.

Hoffnung macht auch die Vergangenheit. Red Bull hatte beim letzten Reglementwechsel 2022 das Mindestgewicht um rund 20 Kilogramm verfehlt. Sukzessive speckten die Ingenieure den RB18 ab. Am Ende feierte Max Verstappen überlegen den zweiten WM-Titel. Das Fahrzeugkonzept war schlicht besser als das von Ferrari, die am Anfang des Jahres noch Paroli bieten konnten.

Carlos Sainz - Williams - Bahrain - Test - Formel 1 - 2026
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Wann sind die Autos am Limit?

Im Mittelfeld ereignete sich vor vier Jahren die umgekehrte Story. Sauber war es damals als einzigem Team gelungen, das Mindestgewicht zu erreichen. Valtteri Bottas und Guanyu Zhou sammelten zu Beginn des Jahres fleißig Punkte. Als die Konkurrenz ihre Autos jedoch abgespeckt hatte, ging es für Sauber peu à peu Richtung Ende des Feldes.

Neben McLaren ist noch ein weiteres Traditionsteam von Gewichtsproblemen betroffen. Williams war beim Zusammenbau seines FW48 spät dran. Probleme bei der Fertigung von Teilen und nicht bestandene Crashtests führten dazu, dass der neue Rennwagen von Carlos Sainz und Alexander Albon am Ende auch zu schwer wurde. Die schnell kolportierten 20 Kilo Übergewicht seien aber ein übertriebener Wert, ist aus Teamkreisen zu hören.

Beim Rennstall aus Grove ist man zuversichtlich, dass es nur ein paar Rennen dauern dürfte, bis alle Autos, inklusive dem eigenen, das Mindestgewicht erreichen. Somit könnte es schon innerhalb weniger Grand-Prix-Wochenenden zu größeren Verschiebungen im Feld kommen.

Fazit