Das letzte Rennen in Zandvoort (23.8.) entschädigte für den ereignislosen Sprint am Vortag. Bereits in der ersten Runde flog Lokalmatador Max Verstappen heftig ab und blieb zum Glück unverletzt. Die Rennleitung unterbrach den Grand Prix zunächst. Nach der Wiederaufnahme entwickelte sich ein echter Krimi.
Am Ende triumphierte Weltmeister Lando Norris. Der McLaren-Pilot konnte nach dem Verlust von P1 am Start gegenüber Kimi Antonelli (Mercedes) doch noch siegen. Der zweite Silberpfeil von George Russell komplettierte das Podium. Was die Pace betrifft, hätte es jedoch ein anderes Trio auf dem Treppchen geben müssen. Die Ferrari von Charles Leclerc und Lewis Hamilton zeigten während der 72 Runden, warum sie auf die Distanz so hoch gehandelt wurden.
Dennoch wurde es nichts für die Scuderia. Das lag auch an der Strategie der Roten. Nachdem Leclerc zu Beginn des Rennens an seinem Stallgefährten vorbeigezogen war, schloss der Rekordsieger im zweiten Stint zum Monegassen auf. Während Leclerc auf dem Medium-Reifen fuhr, hatte Hamilton den harten Pirelli aufgezogen. Seine Pace war zu diesem Zeitpunkt deutlich besser.
Hamilton fordert Teamorder
Es dauerte nur wenige Kurven, ehe Hamilton am Funk seine Wunschbestellung aufgab: "Meine Reifen sind besser. Lasst mich vorbei." Ferrari wollte die Situation mit einem erneuten Reifenstopp bei Leclerc lösen. Doch der wütete am Funk und blieb noch eine Runde draußen.
Das schmeckte Hamilton überhaupt nicht. "Wir verlieren Zeit", wurde der Ton schärfer. Eine Runde später beorderte Ferrari dann Leclerc an die Box. Der war mit der Entscheidung des Kommandostands überhaupt nicht einverstanden. Stallgefährte Hamilton giftete sarkastisch: "Tolle Art, um Zeit zu verschwenden. Klasse Arbeit!"
Leclerc fliegt fast ab
Danach beruhigte sich die Situation, da Hamilton länger draußen blieb. Die C2-Gummis an seinem Ferrari gingen aber ein. Die heranstürmenden Antonelli und Norris konnte er nicht mehr halten. In Runde 55 holte man den Briten an die Box und gab ihm den Soft-Reifen für den letzten Stint mit. Parallel stoppte auch Leclerc. Eine kurze VSC-Phase erlaubte Ferrari beide hereinzuholen.
In den letzten Runden versuchte Hamilton noch, seinen alten Teamgefährten George Russell vom Podium zu stoßen. Das misslang. Seine Attacke in der letzten Runde zwang ihn gegenüber Leclerc in die Defensive. Der 28-Jährige wollte es noch einmal wissen und verlor in der schnellen Rechtskurve vor Turn 7 beinahe die Kontrolle über seinen Ferrari.
Letztendlich mussten sich die Scuderia mit den Rängen vier und fünf zufriedengeben. In der WM-Tabelle rutschte Hamilton nun auf P3 ab, Russell liegt dank der höheren Anzahl an Siegen auf Rang zwei. Beide haben 59 Zähler Rückstand auf Kimi Antonelli.





