Kyalami - GT-Rennen BMW

F1-Kalender: Südafrika will Grand Prix 2024

Diskussion über F1-Kalender GP Südafrika will 2024 zurück

Die Formel 1 boomt. Die Interessenten für Grand-Prix-Rennen stehen Schlange. 2023 kommt Las Vegas, 2024 Kyalami. Wenn China im nächsten Jahr zurückkehren sollte, wird es eng für einige Traditionsveranstaltungen. Wir verraten, wer aktuell auf der Kippe steht.

Die Geschäfte laufen blendend. Ausverkaufte Tribünen an den Rennstrecken, hohe Einschaltquoten für die TV-Anstalten, spannende Rennen, Ferrari wieder siegfähig. Audi und Porsche bekamen vom VW-Konzern grünes Licht ab 2026 in die Königsklasse einzusteigen. Bei Honda denkt man offenbar über eine Rückkehr 2026 in das Geschäft nach, das die Japaner letztes Jahr als Weltmeister verlassen haben.

Die Interessenten für einen Grand Prix stehen bei Formel-1-Chef Stefano Domenicali Schlange. Der Formel-1-Zirkus könnte 30 Rennen abhalten, wenn es genug Termine gäbe. Doch für die Teams ist mit 23 ein Limit erreicht. Die Formel 1 muss ihnen schon ab dem 22. Rennen eines Extrabonus im Budgetdeckel gewähren. Jedes Rennen über 21 erhöht den Kostendeckel um 1,2 Millionen Dollar.

Charles Leclerc - Ferrari - Formel 1 - GP Monaco 2021
Wilhelm
Monaco könnte aus dem Kalender fliegen, wenn weiterhin keine Gebühren gezahlt werden.

Monaco als Wackelkandidat

Schon im nächsten Jahr könnten die Terminplaner Probleme bekommen. Las Vegas kommt mit seinem Nachtrennen dazu. Katar beginnt dann seinen Zehnjahresvertrag. Wenn China seine Null-Covid-Strategie aufgibt und seine Grenzen öffnet, müssten zwei Rennen weichen. Frankreich wackelt massiv und wird seinen Platz wohl verlieren. Auch Spa und Monte Carlo müssen sich Sorgen machen.

Es gibt offenbar keinen Artenschutz mehr für Traditionsstrecken. Spa und Monte Carlo zählen neben Monza und Silverstone zum Grand Slam der Formel 1. Alle vier Rennstrecken standen schon 1950 im Kalender. Spa wurde bereits dazu verdonnert sein Fahrerlager zu renovieren und die Sicherheit in den Schlüsselstellen Eau Rouge und Blanchimont zu verbessern.

Bei Monte Carlo stört sich das Formel-1-Management an den Privilegien der alten Dame. Der Klassiker zahlt praktisch kein Antrittsgeld, hat seinen eigenen Paddock Club und besteht auf Streckenwerbung von TAG Heuer, die nicht zum Sponsorenpool der Formel 1 zählen.

Im Zirkus beginnt sich langsam die Meinung durchzusetzen: "Monaco braucht uns mehr als wir Monaco." Den berühmtesten Grand Prix aus dem Programm zu nehmen, wäre trotzdem ein riskanter Drahtseilakt, in Verbindung mit Spa noch mehr. Die Fans und Traditionalisten würden das der Formel 1 wahrscheinlich nicht verzeihen und ihr Geldgier vorwerfen.

GP Singapur 2019
xpb
Die F1-Bosse diskutieren über ein zweites Singapur-Renenn als Russland-Ersatz.

Zwei Singapur-Rennen oder Katar?

Für 2024 zieht sich das Netz für die Traditionsrennen noch enger zusammen. Dann soll der GP Südafrika nach 31 Jahren Pause in den Kalender zurückkehren. Lewis Hamiltons Wunschrennen in Kyalami hat seine Bewerbung abgeschickt. Möglicherweise muss die Formel 1 dann mit den Teams über ein 24. Rennen diskutieren. Oder mit den Veranstaltern über ein Rotationssystem. Portugal zum Beispiel, wäre bereit alle zwei Jahre einen Grand Prix zu veranstalten.

In dieser Saison ist noch ein Rennen offen. Die größten Chancen den GP Russland zu ersetzen wurden ursprünglich Katar eingeräumt. Es gibt allerdings Bedenken für ein zweites Rennen in Losail. Erstens die enorme Hitze im September. Zweitens das Risiko mit der Fracht. Letztes Jahr machte die Formel 1 bei dem Triple Mexiko-Brasilien-Katar schlechte Erfahrungen. Um ein Haar wären einige Cargo-Kisten nicht rechtzeitig in Brasilien angekommen.

Deshalb wird für den Dreierpack Katar-Singapur-Japan eine Alternative diskutiert. Singapur hat angeboten zwei Grands Prix innerhalb von sieben Tagen abzuhalten. Das erste ein Tag/Nachtrennen in der Dämmerung, das zweite der übliche Nachtklassiker. Das würde Kosten sparen und das Frachtrisiko halbieren.

Natürlich spielt auch das Geld eine Rolle. Die Formel 1 will mit der Absage von Sotschi nicht zu viel Einnahmen verlieren. Wenn Singapur für zwei Rennen entsprechend Cash auf den Tisch legt, kann der Stadt-Grand-Prix Katar ausstechen. Die Chancen stehen offenbar 50/50.

Und dann gibt es noch ein ganz wildes Gerücht. Wenn keiner genug Geld bietet, überlegt die Formel 1 ein Rennen in Deutschland, bei dem sie wie in Las Vegas selbst als Promoter auftritt, also alle Einnahmen abgreift inklusive der verkauften Tickets. Stefano Domenicali will den Sport in der Autonation wieder populärer machen. Da wäre ein "Gast-Grand Prix" ein guter Vorstoß.

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