Lösung im Streit um Mercedes-Trick: Neues Messverfahren nach der Sommerpause

Lösung im Streit um Mercedes-Trick
So sieht der Kompromiss-Vorschlag aus

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.02.2026
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George Russell - Mercedes - Bahrain - Test - Formel 1 - 2026
Foto: Wilhelm

In den letzten Wochen wurde viel über den angeblichen Motoren-Trick von Mercedes diskutiert. Das V6-Aggregat aus Brixworth soll in der Lage sein, seine Verdichtung im Rennbetrieb auf 18:1 zu erhöhen und gleichzeitig das FIA-Limit von 16:1 beim statischen Test unter normalen Außentemperaturen einzuhalten. Die Konkurrenz hatte bei der FIA ordentlich Politik gemacht, um ein neues Messverfahren einzuführen und den Trick damit faktisch zu verbieten.

Zu einer Änderung noch vor dem Saisonstart wäre es aber nur gekommen, wenn die Mercedes-Gegner zusammen mit der FIA und der Formel 1 gemeinsam für ein neues Prozedere gestimmt hätten. Die Regelhüter waren allerdings frühzeitig in die Mercedes-Technik eingeweiht. Dass sie jetzt kurzfristig die Rahmenbedingungen ändern, wäre nach außen nur schwer zu vermitteln gewesen.

Auf der anderen Seite wollen die Formel-1-Verantwortlichen mit aller Macht vermeiden, dass Mercedes mit dem Motorenvorteil alles in Grund und Boden siegt. Um den Frieden zu wahren, musste also ein Kompromiss gefunden werden. Klar war, dass Mercedes den Motor für sich und die drei Kundenteams nicht schon bis Melbourne an ein neues Messverfahren anpassen kann.

Neues Messverfahren ab August

Jede kleine Änderung an der Hardware verlangt ausgiebige Prüfstandsläufe. Also wurde in der Motoren-Arbeitsgruppe darüber diskutiert, wie ein vernünftiger Zeitrahmen aussehen könnte, in dem die Ingenieure reagieren können. Am Ende reichte die FIA den offiziellen Vorschlag ein, dass Mercedes noch bis zur Sommerpause von seinem Trick profitieren darf. Ab dem 1. August soll das Messverfahren dann geändert werden.

Demnach soll die Kompression dann nicht mehr nur bei normalen Umgebungstemperaturen gemessen werden, sondern auch bei einer repräsentativen Betriebstemperatur von 130°C. Damit sollte sichergestellt sein, dass sich die Verdichtung nicht verändert, wenn das Auto auf die Strecke geht.

Mercedes W17 - Barcelona - Formel 1 - 2026
F1/FOM

Wie groß ist der Vorteil?

Noch ist dieser Kompromiss nicht in Stein gemeißelt. Alle Motorenhersteller wurden von der FIA mittels eines sogenannten "E-Votes" aufgefordert, über die neue Lösung abzustimmen. Innerhalb von zehn Tagen, also rechtzeitig vor dem ersten Rennen in Melbourne, soll die Entscheidung dann stehen. Es ist davon auszugehen, dass der Kompromiss die nötige Mehrheit erhält.

Ein langwieriger Streit soll unter allen Umständen vermieden werden. Das Letzte, was die Formel 1 beim Start in die neue Ära gebrauchen kann, wäre ein Protest nach dem ersten Rennen. Mit der Änderung des Messverfahrens im Sommer sollte sich dann auch relativ gut erkennen lassen, wie viel der Motoren-Trick wirklich gebracht hat. Laut Williams-Teamchef James Vowles ist es kein Game-Changer.

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