Formel-1-Autos mit Halbgas: Kommen die Fahrer überhaupt ans Limit?

Formel-1-Autos mit Halbgas
Kommen die Fahrer überhaupt ans Limit?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.02.2026
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Schon in der ersten Testwoche von Bahrain bekamen die neuen Autos ordentlich ihr Fett weg. Die Diskussionen dürften so schnell wohl auch nicht verschwinden. Zu gewöhnungsbedürftig ist die neue Effizienz-Formel für alle Beteiligten. Von einer großen Euphorie ist auf jeden Fall noch nichts zu spüren. Der Fahrspaß hält sich in Grenzen, da sind sich die meisten Piloten einig.

Noch ist aber unklar, wie sich das neue Konzept auf den Schwierigkeitsgrad im Cockpit auswirkt. Sind jetzt nicht mehr die mutigsten Fahrer, sondern die besten Energie-Manager gefragt? Einige Piloten bemängeln, dass sie in manchen Passagen nur noch mit Halbgas unterwegs sind und die Herausforderung nicht mehr so groß ist, wie früher.

Mit Fernando Alonso, Max Verstappen und Lewis Hamilton erklärten gleich drei hochdekorierte Mehrfach-Weltmeister, wie sich das Ganze nun aus Cockpit-Perspektive anfühlt. "Man ist auf der Strecke immer am Limit des Grips unterwegs, aber wenn wir mit unserem Mietwagen auf die Strecke gehen und Gas geben, wäre das ja auch der Fall", scherzte Alonso.

Max Verstappen - Fernando Alonso - Bahrain - F1-Test 2026
xpb

Fahrer zählt jetzt weniger

"Es hängt auch immer von den Kurven ab", erklärt der Spanier. "Highspeed-Kurven sind nicht mehr so eine große Herausforderung. Das muss man zugeben. Es gibt auch Kurven, wie hier in Bahrain T10 und T12, wo man sich entscheidet, absichtlich langsamer zu fahren und die Energie für die Geraden aufzusparen."

Insgesamt ziegt der Doppel-Champion ein vernichtendes Fazit: "Damit zählen die Fähigkeiten eines Fahrers jetzt weniger. Man fährt in bestimmten Kurven einfach nur so schnell, wie es die Energie-Situation zulässt. Das ist eine andere Formel 1."

Autos leichter einzufangen

Auch Verstappen klagte, dass der Speed durch die Kurven nicht mehr so hoch ist: "Man kämpft immer noch mit dem Grip. Man fährt am Limit dessen, was man zur Verfügung hat. Das ist nur leider momentan nicht besonders viel. Wir haben deutlich weniger Abtrieb. Die neuen Reifen geben einem auch nicht viel Grip. Auf dieser Strecke ist es besonders schlecht, was das Gefühl angeht, weil der Asphalt sehr aggressiv ist."

Lewis Hamilton kann der neuen Formel 1 als einziger aus dem Weltmeister-Trio etwas abgewinnen: "Es stimmt, dass wir weniger Abtrieb haben, aber man muss immer noch herausfinden, wo der Grip aufhört und wie man ihn am besten nutzt. Viele Faktoren liegen noch in unserer Kontrolle. Es fühlt sich nur etwas anders an. Alles ist noch neu. Mir macht es mehr Spaß, diese Autos zu fahren. Wenn das Auto ausbricht, lässt es sich leichter einfangen. Die alten Autos waren da zickiger."

Fazit