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Vettel kritisiert Formel 1: E-Fuels kommen zu spät

Vettel kritisiert Formel 1 Neue Kraftstoffe kommen zu spät

Sebastian Vettel äußert sich nicht gerade begeistert über die Klimaschutzmaßnahmen der Formel 1. Die Einführung der synthetischen Kraftstoffe hätte schon vor zehn Jahren erfolgen können und nicht erst 2026. Auch beim Ziel, die Formel 1 bis 2030 CO2-neutral zu betreiben, ist der Pilot skeptisch.

Sebastian Vettel setzt sich regelmäßig für mehr Umwelt- und Klimaschutz ein. Noch kann der Heppenheimer die Formel-1-Bühne für seine grüne Agenda nutzen. Im Rahmen des auto-motor-und-sport-Kongresses bekam der vierfache Weltmeister nun erneut die Gelegenheit darüber zu sprechen, wie sich die Welt aus seiner Sicht verändern muss.

Dabei scheut sich Vettel auch nicht, vor der eigenen Haustür zu kehren. Die Formel 1 hat sich bekanntlich auf die Fahnen geschrieben, bis 2030 klimaneutral zu werden. Der Pilot zeigt sich bei diesem Vorhaben aber eher skeptisch: "Das funktioniert ja nur mit einem Ausgleich, also wenn man versucht, anderswo Emissionen einzusparen, damit die Rechnung aufgeht. Da wird es interessant, welche Projekte man wählt."

Die Angebote, CO2 über Klimaschutzmaßnahmen zu kompensieren, sind zuletzt immer wieder in die Kritik geraten. Einige Firmen geben zum Beispiel an, CO2 durch den Erhalt von Wäldern zu binden, die aber gar nicht von der Abholzung bedroht sind. So lassen sich die Gesamtemissionen am Ende gar nicht reduzieren. "Es gibt vieles, das sich schön anhört, aber ziemlich leer ist, was den Inhalt angeht", gibt Vettel zu Bedenken.

Formel 1 nicht glaubhaft

Der Aston-Martin-Pilot ist zudem skeptisch, ob es die Formel 1 mit ihrem Klima-Programm wirklich ernst meint. "Die Frage lautet, was passiert, wenn man die Ziele nicht einhält. Wer ist der Kontrolleur? Wenn die Formel 1 sich selbst kontrolliert, dann ist das zwar ein schöner Slogan, aber nicht besonders glaubhaft. Am Ende ist es wichtig, dass man auch bereit ist, vom eigenen Gewinn eine Scheibe abzuschneiden, um damit glaubhafte Schritte zu gehen."

Laut Vettel kommt der Schritt für 2030 sehr spät. Und aktuell sind von den Serienbossen kaum Bemühungen zu erkennen, den Fußabdruck zu verkleinern. Für 2023 wurde gerade ein Rekordkalender mit 24 Rennen veröffentlicht. Vor allem die Zahl der Überseerennen wurde dabei deutlich erhöht. "Die Formel 1 erfährt gerade einen Boom, auch durch die Serie Netflix. Und diesen Boom will man jetzt unbedingt ausnutzen", klagt Vettel.

Und auch die Einführung der klimaneutralen Kraftstoffe hätte sich der 35-Jährige gerne etwas früher gewünscht. Laut den letzten Plänen sollen die Rennwagen erst 2026 zu 100 Prozent mit E-Fuels betrieben werden: "Die Technologie ist ja bereits da. Es ist keine neue Technologie. Die Formel 1 schreibt sich ja gerne auf die Fahnen, dass man technischer Vorreiter ist. Aber Vorreiter wäre man gewesen, wenn man das vor zehn Jahren ausgepackt hätte. Aber besser spät als nie."

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Niederlande - Zandvoort - 1. September 2022
Motorsport Images
Wenn es geht, lässt Vettel das Auto stehen und setzt sich auf sein Fahrrad.

Vettel verkleinert Fußabdruck

Vettel ist sich bewusst, dass er als Formel-1-Fahrer selbst jahrelang nicht gerade klimafreundlich gelebt hat. Doch mit dem Alter kam die Einsicht und der Versuch, etwas daran zu ändern. So nahm der Wahlschweizer zum Beispiel nur bei einem der zehn Europa-Rennen dieses Jahr das Flugzeug. Bei den anderen reiste er meistens mit dem Auto an. Und immer, wenn es sich vermeiden lässt, steigt der Rennfahrer vom Auto auf die Bahn oder das Fahrrad um.

Vettel gibt aber auch zu, dass er noch immer gerne Auto fährt. Obwohl er bekanntermaßen ein Befürworter des Tempolimits auf deutschen Autobahnen ist, geht es privat am Steuer auch mal etwas zügiger voran. "Das heißt aber nicht alles was geht, wenn es offen ist", stellt Vettel klar. "Ich darf mich ja auf der Rennstrecke austoben. Da muss ich nicht auf öffentlichen Straßen rasen. Halte ich mich jedes Mal an alle Tempolimits auf dieser Welt? Nein, ich fahre auch mal ein bisschen darüber. Ich erwische mich aber auch, dass ich manchmal etwas darunter fahre."

Sebastian Vettel - Williams FW14B - Nigel Mansell - Showrun Silverstone 2022
@www.sebastianvettel.com
Der Williams, den Vettel beim Showrun in Silverstone pilotierte, lief mit CO2-neutralem Kraftstoff.

Und auch bei seinem persönlichen Lebensstil hat sich viel geändert. In seinem Haus stapeln sich nicht mehr die Getränkeflaschen aus Plastik. Auf dem Dach hat er eine Photovoltaik-Anlage installiert. Flüge mit dem Privatflieger sind komplett tabu. Und auch über sein Essen denkt Vettel nun mehr nach: "Ich versuche weniger Fleisch zu essen, beziehungsweise zu hinterfragen, woher kommt das Fleisch. Das ist eher der Knackpunkt. Fleisch an sich ist nicht schlecht. Die Frage ist eher, wie wird die Landwirtschaft betrieben."

Biofleisch, Ökostrom, nachhaltig hergestellte Kleidung – Vettel ist sich bewusst, dass er sich als gut bezahlter Rennfahrer Dinge zur CO2-Vermeidung leisten kann, die nicht für jeden erschwinglich sind. "Ich möchte den Leuten überhaupt nicht sagen, wie sie zu leben haben. Natürlich versuchen wir alle den Standard zu halten, den wir gewöhnt sind, ohne von Verzicht zu sprechen. Es wäre aber schön, wenn die Menschen mehr hinterfragen, was sie konsumieren und wie sie sich verhalten. Auch kleine Dinge können einen Unterschied machen."

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