Sebastian Vettel - F1 - 2022 Wilhelm
Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Belgien - Spa-Francorchamps - 27. August 2021
Sebastian Vettel - GP USA 2007
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Sebastian Vettel Rücktritt: F1-Abschied nach 2022

Sebastian Vettel tritt zurück Formel 1 verliert einen Großen

Sebastian Vettel hat sich entschieden: Der vierfache Weltmeister tritt am Saisonende zurück. Damit verliert die Formel 1 einen ihrer erfolgreichsten Fahrer. Vettel wird sich künftig der Familie widmen – und sein Engagement für Klima- und Umweltschutz ausweiten.

Paukenschlag in der Formel 1: Sebastian Vettel reicht seinen Rücktritt aus der Königsklasse ein. Das verkündeten der 35-Jährige und sein Aston-Martin-Team am Donnerstag (28.7.) vor dem Rennen in Ungarn. Damit zieht Vettel am Saisonende einen Schlussstrich unter eine Karriere, die zu den erfolgreichsten überhaupt in der Geschichte der Formel 1 gehört. Nur Juan Manuel Fangio, Michael Schumacher und Lewis Hamilton holten mehr WM-Titel.

"Ich habe viel Zeit damit verbracht, über diese Entscheidung nachzudenken. Am Ende des Jahres werde ich mir dann Gedanken machen, was danach für mich kommt. Es ist aber jetzt schon klar, dass ich als Vater mehr Zeit mit meiner Familie verbringen will", erklärte der Heppenheimer in einer Video-Botschaft auf seinem neuen Instagram-Kanal.

Die letzten Anzeichen und Andeutungen hatten eigentlich dafür gesprochen, dass der Heppenheimer vielleicht doch noch eine weitere Schleife dreht. Der vierfache Weltmeister und sein Arbeitgeber Aston Martin tauschten sich bis zuletzt über eine mögliche Fortsetzung der Zusammenarbeit aus. In Frankeich sagte er noch: "Es gibt die klare Absicht, weiterzumachen."

Damit meinte er wohl aber, dass sich sein Arbeitgeber eine Fortsetzung wünscht. Doch Vettel hat sich nun dagegen entschieden, und seinen Schritt noch vor der Sommerpause öffentlich gemacht. Das verschafft seinem Team die Möglichkeit, in den nächsten Monaten einen Nachfolger zu suchen. Andernfalls wäre Aston Martin in noch größere Nöte geraten, als jetzt ohnehin schon.

Keine Aussicht auf Erfolge

Das Verlangen, doch noch einmal um Podestplätze und Siege zu kämpfen, war zu groß. Aston Martin kann ihm diese Chance nicht bieten. Statt unter den neuen Regularien einen Schritt nach vorne in Richtung Spitze zu machen, ist der Rennstall aus Silverstone auf den neunten Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft zurückgefallen.

Der AMR22 war nur im Windkanal ein schnelles Auto. Ähnlich wie der Mercedes W13. Die beiden großen Upgrades von Barcelona und Silverstone brachten keine große Besserung im dicht gedrängten Mittelfeld. Aston Martin vollzog einen Schritt seitwärts. Nicht genug, um Vettel dazu zu bewegen, sich dem Projekt auch 2023 anzuschließen. Der 35-Jährige hat offenbar den Glauben daran verloren, mit Aston Martin nach vorne zu fahren. Daran ändert nichts, dass an der Entwicklung des 2023er Autos erstmals die von Mercedes und Red Bull abgeworbenen Ingenieure im großen Stil beteiligt sein werden. Alternativen gibt es nicht. Die Top-Teams sind besetzt. Da bleibt nur der Rücktritt.

Ende der Saison verlässt damit einen der größten und erfolgreichsten Fahrer die Formel 1. Vettel begann seine Laufbahn bei BMW-Sauber, wo er 2007 beim GP USA erstmals zum Einsatz kam. Als Ersatz für den in Montreal verunfallten Robert Kubica überzeugte Vettel und sicherte sich damals als jüngster Fahrer aller Zeiten einen WM-Punkt. Anschließend bot dem Red-Bull-Junior das Team Toro Rosso einen Landeplatz. So bestritt er ab dem GP Ungarn 2007 anderthalb Saisons für den B-Rennstall von Red Bull. 2009 folgte der Aufstieg ins A-Team. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte.

Sebastian Vettel - Aston Martin - Formel 1 - GP Frankreich - Le Castellet - Freitag - 22.7.2022
Motorsport Images
Am Ende des Jahres hängt Sebastian Vettel den Helm an den Nagel.

Die Plattform Formel 1 fehlt

Vettel und Red Bull räumten zwischen 2010 und 2013 vier WM-Titel miteinander ab. Die Kombination war nahezu unschlagbar. Erst der Reglementswechsel zu Hybrid-Motoren ließ die Mannschaft zurückfallen. Und Vettel suchte sich 2015 ein neues Abenteuer. Er wollte es machen wie sein Vorbild Michael Schumacher, und mit Ferrari Weltmeister werden. Daraus wurde bekanntlich nichts. Nach sechs gemeinsamen Saisons musste der Heppenheimer gehen. Er landete bei Aston Martin.

Dort fällt die Bilanz mager aus. Nur in Baku 2021 kletterte Vettel aufs Podest. Siege oder Pole Positions? Davon ist er weit entfernt. Zu weit, um mit der Formel 1 weiterzumachen. Ein Fahrer, der bis jetzt in seiner Laufbahn 53 Siege, 122 Podestplätze, 57 Poles, 38 schnellste Rennrunden und 3.076 Punkte gesammelt hat, will nicht aussichtslos im Mittelfeld herumdümpeln.

Noch zehn Rennen, dann ist Schluss. Für den 300er Club wird es nicht mehr reichen. Am Saisonende wird Vettel 299 Grands Prix in seiner Karriere bestritten haben. Dann widmet sich der 35-Jährige seiner Familie, seiner Frau und den drei Kindern. Und so wie wir Vettel kennen, wird er sein Engagement für die Umwelt und den Klimaschutz ausweiten.

Dann allerdings ohne die Plattform Formel 1. Als Privatmann, wird er seine Botschaften schwerer platzieren können. Das neue Instagram-Konto des langjährigen Social-Media-Kritikers ist seit Donnerstag aktiv. Es weist den Weg in eine neue Ära.

Sebastian Vettel - GP Kanada 2022
xpb
Mit 53 Grand-Prix-Siegen ist Sebastian Vettel der dritterfolgreichste F1-Pilot aller Zeiten. Dazu kommen vier WM-Titel.

Schwere Worte zum Abschied

Hier das Statement von Sebastian Vettel im Wortlaut:

Ich werde meine Zeit in der Formel 1 am Ende des Jahres beenden. Ich sollte an dieser Stelle wohl die Leute aufzählen, welche mir auf meinem Weg geholfen haben. Aber ich finde es wichtiger, die Gründe meiner Entscheidung zu erklären.

Ich liebe diesen Sport. Er war im Zentrum meines Lebens, seit ich denken kann. Aber es gibt mein Leben auf der Strecke und mein Leben neben der Strecke. Rennfahrer zu sein, war nie meine einzige Identität. Meine Definition von Identität ist vielmehr, wer wir sind und wie wir andere behandeln als nur, was wir tun.

Wer bin ich? Ich bin Sebastian. Vater von drei Kindern und Mann einer wundervollen Frau. Ich bin neugierig und lasse mich leicht von Leuten mit Leidenschaft oder Können faszinieren. Ich bin besessen von Perfektion. Ich bin tolerant und denke, wir alle haben das gleiche Recht zu leben. Egal wo wir herkommen, wie wir aussehen und wen wir lieben.

Ich liebe das Gefühl draußen zu sein. Ich mag die Natur und ihre Wunder. Ich bin stur und ungeduldig. Ich kann sehr nervig sein. Ich bringe Menschen gerne zum Lachen. Ich mag Schokolade. Meine Lieblingsfarbe ist blau. Ich glaube an Veränderung und Fortschritt und dran, dass Kleinigkeiten einen Unterschied machen. Ich bin Optimist und glaube, dass Menschen gut sind.

Neben dem Rennsport habe ich eine Familie und schätze die gemeinsame Zeit. Darüber hinaus habe ich viele andere Interessen. Meine Leidenschaft für die Formel 1 geht mit einem hohen Zeitaufwand einher. Zeit, die ich mit meiner Familie verbringen möchte.

Die Energie, die es braucht, um mit dem Auto als auch dem Team eins zu werden, erfordert Konzentration und Anstrengung. Mich der Formel 1 so zu widmen, wie ich es in der Vergangenheit getan habe, wie ich es für richtig halte, und ein guter Vater und Ehemann zu sein, passen für mich nicht mehr zusammen.

Meine Ziele haben sich verändert: Weg von Rennsiegen und dem Kampf um Meisterschaften, hin zu meinen Kindern. Ich möchte sie aufwachsen sehen, ihnen meine Werte weitergeben, ihnen zuhören und mich nicht mehr verabschieden müssen. Ich möchte von ihnen lernen und mich von ihnen inspirieren lassen. Kinder sind unsere Zukunft. Es gibt so vieles zu entdecken und zu lernen. Über das Leben und über mich selbst.

Was heißt Zukunft? Wir leben in einer sich stark verändernden Welt. Wie wir alle die nächsten Jahre gestalten, wird unser zukünftiges Leben bestimmen. Formel-1-Fahrer zu sein, bringt Dinge mit sich, die mir nicht mehr gefallen. Vielleicht werden diese irgendwann gelöst. Aber der Wille, diese Veränderung umzusetzen, muss viel stärker werden und schon heute zum Handeln führen. Reden reicht nicht mehr aus. Wir können es uns nicht leisten zu warten. Es gibt keine Alternative. Das Rennen hat bereits begonnen.

Mein bestes Rennen? Liegt noch vor mir. Ich glaube an das Morgen. Zeit verläuft in eine Richtung und ich möchte mit der Zeit gehen. Wenn man zurückblickt, wird man eh nur langsamer. Ich freue mich auf das Unbekannte und neue Herausforderungen. Die Spuren, die ich auf der Strecke hinterlassen habe, werden bleiben, bis Zeit und Regen sie wegspülen. Neue Spuren werden folgen. Das Morgen gehört denen, die das Heute gestalten.

Die nächste Kurve ist in guten Händen, denn die nächste Generation hat bereits eingelenkt. Ich glaube, es gibt immer ein Rennen zu gewinnen. Lebt wohl und Danke, dass ich die Strecke mit Euch teilen durfte. Ich habe jeden Meter davon geliebt.

Sebastian Vettel - Formel 1 - GP Australien 2022
Wilhelm
Die Zeit bei Aston Martin war leider nicht von viel Erfolg geprägt.

Abschied von Aston Martin

Auch Aston Martin hat eine Pressemitteilung veröffentlicht, in dem sich Sebastian Vettel von seinem Team verabschiedet:

Ich hatte das Privileg, in den letzten 15 Jahren mit vielen fantastischen Menschen in der Formel 1 zusammen zu arbeiten. Es sind viel zu viele, um sie aufzuzählen und ihnen einzeln zu danken. Die letzten beiden Jahre war ich Fahrer von Aston Martin – und obwohl die Ergebnisse nicht so gut wie erhofft waren, ist mir jetzt schon klar, dass alle Steine zusammengefügt wurden, die ein Team braucht, um in den nächsten Jahren auf dem höchsten Niveau zu fahren.

Es hat mir wirklich Spaß gemacht, mit so einer tollen Gruppe von Menschen zu arbeiten. Jeder – Lawrence, Lance, Martin, Mike, die Führungsebene, die Ingenieure, die Mechaniker und der Rest des Teams – ist ehrgeizig, talentiert, fähig, engagiert sowie freundlich, und ich wünsche ihnen alles Gute.

Ich hoffe, dass meine Arbeit im letzten Jahr und die Arbeit, die dieses Jahr noch vor mir liegt, bei der Entwicklung eines Teams hilfreich ist, das in Zukunft Siege feiern kann. Mit diesem Ziel im Hinterkopf werde von jetzt bis zum Ende des Jahres so hart arbeiten, wie ich nur kann, und in den letzten zehn Rennen immer mein Bestes geben

Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Am Ende des Jahres werde ich mir dann Gedanken dazu machen, was ich danach kommt. Es ist aber jetzt schon klar, dass ich als Vater mehr Zeit mit meiner Familie verbringen will. Heute geht es nicht darum, mich zu verabschieden. Es geht mehr darum mich zu bedanken – bei allen – nicht zuletzt bei den Fans, ohne deren Leidenschaft und Unterstützung die Formel 1 nicht existieren würde.

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