Sebastian Vettel - Aston Martin - F1 - 2022 Aston Martin
Aston Martin AMR22 - F1-Auto 2022
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Vettel verteidigt Formel-1-Rennleiter Michael Masi

Vettel verteidigt Masi „Ich hoffe, er bleibt uns erhalten“

Michael Masi musste nach dem Saisonfinale 2021 in Abu Dhabi viel Kritik einstecken. Sebastian Vettel springt dem angezählten Rennleiter nun zur Seite. Der Ex-Weltmeister lässt zwischen den Zeilen durchblicken, dass er es für unangebracht hält, die Arbeit von Masi nur anhand eines Rennens zu bewerten.

Die Diskussion zieht sich seit dem Saisonfinale. Also seit inzwischen nun mehr neun Wochen. Und wenn sie mal abebben zu scheint, wird sie durch die englischen Medien wieder aufgekocht. Wie zuletzt durch einen herausgekramten alten Funkspruch von Red Bulls Sportdirektor Jonathan Wheatley, der bereits im Dezember bekannt war.

Da dürfte für die Beteiligten keine Überraschung mehr drinstecken. Sicher nicht für die Teams, die nach jedem Rennen alle Funksprüche abhören. Vor allem nicht für Mercedes, das mit einem Einspruch kokettiert hatte. Man kann davon ausgehen, dass das Weltmeisterteam alle Kanäle durchforstet hat. Unstrittig ist, dass Rennleiter Michael Masi eine sehr streitbare Entscheidung getroffen hat, die es Max Verstappen überhaupt erst ermöglichte, doch zum ersten Mal Weltmeister zu werden.

Michael Masi - FIA - GP Abu Dhabi 2021
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Michael Masi steht seit dem Saisonfinale in Abu Dhabi stark in der Kritik.

Masi seit Finale abgetaucht

Masi hatte – auf Drängen von Red Bull – nur die fünf Fahrer zwischen dem Führenden Lewis Hamilton und dem Zweitplatzierten Verstappen in der vorletzten Runde aus dem Weg geräumt. Sie durften nach vorne fahren, sich aber nicht komplett zurückrunden. Es hätte zu lange gedauert, bis sie wieder Anschluss ans Feld gefunden hätten. Der Australier hebelte mit seiner Entscheidung zwei Paragraphen im sportlichen Reglement aus, hat für solch eine Handhabung des Safety Cars aber laut Artikel 15.3.e.) auch das Recht. Zumindest liest sich das so.

Mercedes verzichtete zwar auf ein Berufungsverfahren, forderte die FIA jedoch nachdrücklich auf, klare Regeln für die Zukunft zu schaffen, was erlaubt ist und was nicht. Sportlich wie technisch. "Keine Worte, sondern Taten", forderte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Die FIA rief eine Kommission ins Leben, die sich mit dem Fall beschäftigt und auch die Fahrer einbezieht. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Masi ist seit dem Saisonfinale abgetaucht. Die große Frage lautet, ob der Australier den Sturm übersteht. Ob er weiter Rennleiter bleiben darf, und ob das nach der Kontroverse überhaupt möglich ist. Es gibt die eine Seite, die sagt, Masi habe seine Glaubwürdigkeit komplett verspielt. Und die andere, die dagegenhält mit der Aussage, dass in der abgelaufenen Saison nur Mercedes und Red Bull ein wirkliches Problem mit ihm hatten. Und dass beide mit ihrer ständigen Lobbyarbeit am Funk zu viel Druck auf eine einzelne Person ausgeübt hätten.

Lewis Hamilton - Mercedes - Formel 1 - GP Abu Dhabi - 12. Dezember 2021
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Ohne spätes Safety Car und ohne Freigabe für eine letzte Runde unter Renntempo wäre Hamilton wieder Weltmeister geworden.

Vettel sieht Gesamtbild

Bislang sind nur wenige in der Öffentlichkeit Masi zur Seite gesprungen. Sebastian Vettel hat es im Zuge der Präsentation des neuen Aston Martin AMR22 getan. "Für Michael war es schade. Es sind zwei Interessen aufeinandergeprallt. Die Show und der Sport. Das hat es schwer gemacht", führt der Heppenheimer aus. "Es ist sicher nicht das einfachste, Rennleiter zu sein und in seinen Schuhen zu stecken. Er musste nach dem plötzlichen Tod von Charlie (Whiting) in ziemlich in große Fußstapfen treten. Er war dabei konzentriert, engagiert und entschlossen, es gut zu machen. Alles in allem hat er seither einen sehr guten Job gemacht. Ich weiß nicht, was die Zukunft für ihn bereithält. Ich hoffe, dass er der Formel 1 erhalten bleibt."

Whiting war von 1997 bis zu seinem Tod im März 2019 Renndirektor der Formel 1. Masi hatte das Urgestein zwar begleitet, und wurde für eine Nachfolge vorbereitet, musste dann aber ziemlich schnell allein das Laufen in einem der kritischsten Jobs überhaupt lernen. Das weiß auch Vettel.

"Es gab viele Kontroversen um das letzte Rennen, aber das sollte nicht sein, denn wenn man das Gesamtbild betrachtet, hat er sich wirklich gut geschlagen. In einem so großen Finale gibt es immer einen Gewinner und einen Verlierer. Das ist die Natur des Sports. Klar bin ich einer, der den Fokus auf den Sport und nicht auf die Show will. Ich bin auch keiner, der sich lange mit der Vergangenheit beschäftigen will. In dem Moment hatte ich mich nur gefragt, warum die Überrundeten nicht früher vorfahren dürfen. Aber da gibt es bestimmt gewisse Protokolle. Wichtig für die Zukunft ist, dass wir Klarheit schaffen."

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