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Tony Brooks gestorben: Der letzte 50er-Sieger

Zum Tod von Tony Brooks Die letzte Legende der 50er-Jahre

F1-Rennlegende Tony Brooks ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Der Brite war der letzte noch lebende Grand-Prix-Sieger aus den 50er Jahren. Wir blicken noch einmal zurück auf keine lange, aber eine bemerkenswerte Karriere.

Als Charles Anthony Standish "Tony" Brooks 1955 erstmals so richtig auf der Rennstrecke auf sich aufmerksam machte, stand der Motorsport bei ihm gar nicht an erster Stelle. Statt auf eine Karriere als Profi-Pilot bereitete sich der junge Medizin-Student gerade auf eine Laufbahn als Zahnarzt vor. Doch schon nach einer Handvoll Formel-2-Rennen war klar, dass das große Talent von Brooks auf der Rennpiste lag.

Der Durchbruch gelang beim Gran Premio di Siracusa auf der italienischen Insel Sizilien, der damals allerdings nicht zur Formel-1-Weltmeisterschaft zählte. In seinem kleinen Connaught schlug der Engländer die etablierte italienische Konkurrenz in ihren Maserati und Ferrari. Und anschließend widmete sich Brooks wieder seinen Studienbüchern, um sein Examen erfolgreich abzuschließen.

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Im Vanwall raste Brooks 1957 in Monaco auf Rang zwei.

Rennfahrer geht kein Risiko

Zeitzeugen berichteten, dass der junge Mann nicht so richtig in die Motorszene der 1950er-Jahre passen wollte, die voll von Draufgängern und Lebemännern war. Brooks hingegen versuchte stets, das Risiko im Griff zu behalten und die Kontrolle nicht zu verlieren. Und er versuchte, seine Rennwagen auch technisch zu verstehen, was damals längst nicht üblich war.

Nach einem harten Lehrjahr 1956 im nicht besonders zuverlässigen BRM ging er 1957 zusammen mit Stirling Moss im Vanwall auf Punktejagd. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Brooks mit dem zweiten Platz beim Grand Prix von Monaco, geschlagen nur von Juan Manuel Fangio. Trotzdem musste der Youngster im Stall sein Material oft an Teamleader Moss abtreten. Wegen der Weitergabe des Autos an den prominenten Teamkollegen wurde auch der erste Sieg beim britischen Grand Prix in Aintree am Ende geteilt.

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Im Ferrari gewann Brooks 1959 zum Beispiel auf der Avus in Berlin. Zum Titel reichte es am Ende nicht ganz.

Erste Siege auf Speed-Strecken

Alleine trug sich Brooks erst 1958 in die Siegerlisten ein. Ausgerechnet in Spa-Francorchamps, am Nürburgring und in Monza, den drei schnellsten und gefährlichsten Strecken im Kalender, triumphierte der Brite. Am Ende der Saison sprang immerhin der dritte Platz in der WM-Wertung hinter Mike Hawthorn und Stirling Moss heraus.

Zur Saison 1959 wechselte Brooks zu Ferrari, wo er direkt die Rennen in Reims und auf der Avus in Berlin gewann. Trotz Ausfällen in Zandvoort, Silverstone und Monza reiste er mit Titelchancen zum Finale nach Sebring. Doch dort sorgte eine Startkollision mit Teamkollege Wolfgang Graf Berghe von Trips für einen frühen Reparaturstopp. Trotz einer dramatischen Aufholjagd und Platz drei reichte es am Ende nicht, Jack Brabham am Gewinn der Meisterschaft zu hindern.

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Der zurückhaltende Brooks suchte nie das Rampenlicht. Bei historischen Veranstaltungen wie in Goodwood schaute die Rennlegende aber regelmäßig vorbei.

F1-Rente mit 29 Jahren

Chancen auf Siege und Titel gab es anschließend keine mehr. Um sich um sein Geschäft und die Familie zu kümmern, trat Brooks 1961 im Alter von nur 29 Jahren zurück. Der Rennfahrer blieb der Motorsportgemeinde zwar erhalten, suchte aber wie schon zu seiner aktiven Zeit nie die große Bühne. Er widmete sich dem Restaurieren alter Automobile und war häufiger Gast auf historischen Motorsportveranstaltungen.

Als der älteste noch lebende Grand-Prix-Sieger hielt Brooks die Erinnerung an die wilden 50er lange Zeit wach. Doch am 3. Mai 2022 im Alter von 90 Jahren ging auch diese Ära schließlich zu Ende. Die Motorsportwelt verneigt sich vor einem der großen Helden aus den Anfangszeiten der Formel 1.

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