Mercedes S-Klasse (W116, V116) im Überblick (ab 1972)
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Foto: Daimler AG
Foto: Dino Eisele
Als Mercedes-Benz während des Pariser Autosalons im Oktober 1972 die neue Baureihe W116 vorstellt, hat auch die Baureihenbezeichnung S-Klasse Premiere.
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Das Kürzel S für "Spezial" oder "Super" verwendet Mercedes seit 1949 für besonders luxuriöse Modelle. Ab 1993 heißen dann die kleine und mittlere Baureihe C-Klasse und E-Klasse.
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"Die neue S-Klasse", wie Mercedes den W116 in der Pressemappe ankündigt, ist völlig neu konstruiert und setzt gleichzeitig auf bekannte Technik: Die Schräglenker-Hinterachse ist vom kleineren Strich-Acht bekannt, die Doppelquerlenker-Vorderachse vom C 111 und die V8-Motoren aus dem SL R 107.
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Im classicweißen 280 SE links steckt der aus Strich-Acht und SL/SL bekannte Doppelnockenwellen-Reihensechszylinder M 110, der mit Einspritzung je nach Modelljahr 177 oder 185 PS leistet.
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Den metallicgrauen 450 SEL 6.9 treibt der aus dem 600 bekannte M100-Achtzylinder mit 286 PS zu Sportwagen-Fahrleistungen - 1975 gab es schlicht kein Auto, das derart zügig und komfortabel fuhr.
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Mercedes-Benz 280 SE Eckdaten: Sechszylinder, DOHC, 2746 cm3, 177 PS, 1705 kg, 195 km/h, 1972 bis 1980 Preis: 13.900 Euro (guter Zustand).
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Charakter: Solide, harmonische Reiselimousine mit komfortablem Fahrwerk und kräftigem Sechszylinder. Luxus wird über Extras erzeugt.
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Eine komfortable Federung, das satte Qualitätsgefühl, der souveräne Motor und die sicheren Fahreigenschaften bestimmen dieses besondere S-Klasse-Gefühl von Gelassenheit und Geborgenheit.
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Nicht nur das Drehvermögen des sportlich angehauchten DOHC-Triebwerks begeistert dabei, auch das ambitionierte Fahrwerk mit den neutralen Fahreigenschaften steht für hohe Kurvengeschwindigkeiten.
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Der Besteller dieses 280 SE verzichtete auf die "gehobene Ausstattung" mit dickeren Türpolstern.
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Schlichte Serien-Instrumentierung mit großer Zeituhr.
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"Pergament" heißt die Polsterfarbe.
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Der Reihensechszylinder läuft kultiviert, klingt dabei gut und dreht gerne.
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Mercedes-Benz 450 SEL 6.9 Eckdaten: V8-Motor, 2 x OHC, 6834 cm3, 286 PS, 1985 kg, 230 km/h, 1975 bis 1980 Preis: 38.900 Euro (guter Zustand).
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Charakter: Einsamer Mercedes-Superlativ, in Federungs- und Antriebskomfort dem Typ 600 klar überlegen, Luxusausstattung serienmäßig.
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Der hydropneumatisch gefederte, niveauregulierte 450 SEL 6.9 liegt noch besser als der 280 SE und steht immer unter dem Einfluss seines gewaltigen Kraftpotenzials.
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So ein 6.9 lebt weit mehr vom Fahreindruck als von der Länge der Sonderausstattungsliste, und der ist gewaltig. So vermittelt der Sechspunktneun das imposante Gefühl vom souveränen Wagen.
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Schlichtes Zebrano im Innenraum des schon serienmäßig gut ausgestatteten 6.9.
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Velourspolster, hier ebenfalls im Farbton "Pergament", und die üppiger gepolsterten Türverkleidungen unterscheiden das Topmodell schon serienmäßig von den Sechszylindertypen.
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Im Fond sitzt es sich mit zehn Zentimetern mehr Radstand entspannter.
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Der Tourenzähler mit kleiner Zeituhr zeigt bei 5.000 den roten Bereich. Über der Lenksäule: Zugknopf für die Höhenverstellung der Hydropneumatik.
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Willkommen im Luxus der Siebziger: vier elektrische Fensterheber und ein Becker Mexico Cassette.
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Die "Barockfelgen" genannten Aluräder schmiedete die Otto Fuchs KG aus Meinerzhagen.
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Der V8 mit 6,9 Litern Hubraum und diverse Nebenaggregate füllen den Motorraum fast völlig aus.
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Damals "Das beste Auto der Welt".
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Als BMW 1977 den neuen 7er der Baureihe E23 auf den Markt brachte, zielte Mercedes in Anzeigen Richtung München.
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Ein Verdienst der S-Klasse und Ehrensache für einen Hersteller, der schon in den Fünfzigern mit Unfallforschung anfing: Bosch und Mercedes brachten mit dem W116 ein funktionierendes ABS in Serie.