Mercedes GT3: Ist das Verstappens nächste Ring-Rakete?

Mercedes-AMG bleibt Kunden-Rennsport treu
Der Nachfolger für Verstappens Lieblings-GT3

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.03.2026
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Mercedes-AMG - GT3-Nachfolger auf Black-Series-Basis
Foto: Mercedes-AMG

Ein schöneres Lob kann man nicht bekommen. Für sein großes 24h-Rennen-Abenteuer Mitte Mai entschied sich Max Verstappen explizit für den Mercedes-AMG GT3. Vergangenes Jahr raste der vierfache Weltmeister noch auf einem Ferrari 296 GT3 über seine heißgeliebte Nordschleife. Jetzt kann der Weltmeister aber sein präferiertes Modell nutzen. Nach dem zweiten NLS-Lauf, welchen Verstappen als Testrennen nutzte, strahlte der Niederländer. "Der erste Stint war auf der Spaßfaktor-Skala eine 10 von 10." Die Disqualifikation dürfte am Ende verschmerzbar gewesen sein.

Beim 24h-Klassiker – und hoffentlich darüber hinaus – wird Max Verstappen vorerst weiter auf den Mercedes‑AMG GT3 setzen. Das kampferprobte Modell war 2016 durchgestartet und erhielt ab 2020 eine Evo-Version. Zu den größten Erfolgen zählen jeweils ein 24h-Sieg am Ring und in Spa, ganze drei Triumphe bei den 12 Stunden von Bathurst sowie Titel in der DTM. Auch dank dieses konstanten Erfolgsreigens lässt sich Mercedes-AMG etwas mehr Zeit beim Nachfolger.

Nachdem Ende des letzten Jahres bereits ein Konzeptauto starke GT3-Ähnlichkeiten aufgewiesen hatte, rückte Mercedes jetzt mit dem wahren Zweck heraus. Das langatmig betitelte "Concept AMG GT Track Sport" schafft die Basis für den neuen Mercedes-AMG GT3 sowie den zukünftigen Mercedes-AMG GT Black Series. Die momentane GT-Familie wird so um zwei Modelle erweitert. Michael Schiebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mercedes-AMG GmbH, macht den Fans Appetit: "Wir entwickeln den extremsten Black Series aller Zeiten. Gleichzeitig wollen wir mit dem künftigen GT3 den nächsten Rekordjäger im Motorsport stellen."

Mercedes-AMG - GT3-Nachfolger auf Black-Series-Basis
Mercedes-AMG

Zahlreiche Serien-Ähnlichkeiten

Die straßenzugelassene Variante des Konzeptfahrzeugs dient als Homologationsmodell für den GT3-Nachfolger. Mercedes verfolgt so einen Ansatz, der längst zum Standard im Rennsport wurde. Nachdem über längere Zeit Straßen-Sportwagen einfach nachträglich für den Motorsport modifiziert worden sind, laufen die Entwicklungen heutzutage meistens Hand in Hand. Damit wird nicht nur den Ingenieuren aus der Renn-Abteilung das Leben erleichtert, sondern auch den Kunden ein extremeres Produkt spendiert.

Seit dem vergangenen Oktober spult der Prototyp bereits erste fahrdynamische Erprobungen auf Testgeländen und Rennstrecken ab. Neben dem internen Entwicklungskurs in Immendingen gehörten dazu auch der Bilster Berg, Portimão und Monteblanco. Mit dem Beginn der Erprobungsphase auf der Nürburgring-Nordschleife folgt nun der nächste Entwicklungsschritt.

Anhand der Farben können die Nordschleifen-Fans ausmachen, was dort gerade durch Brünnchen und Co. eilt. Das typische Renn-Rot steht für den Mercedes-AMG GT3, Gelbgrün für den Mercedes-AMG GT Black Series. Positiv fallen auf den zugeschickten Fotos die großen Ähnlichkeiten auf. Beide haben einen wuchtigen Splitter, eine fette Heckflügelplatte samt Schwanenhälsen und einen hochaufragenden Diffusor. Der Renn-Entwicklungsträger kann an den viel offensiveren Sidepipes und am großen, nicht unterteilten Kühlschlund vorne ausgemacht werden.

Mercedes-AMG - GT3-Nachfolger auf Black-Series-Basis
Mercedes-AMG

Wann startet der Neue durch?

Zahlreiche Details ließ Mercedes-AMG noch offen. So gibt es keine gesicherten Informationen zum Motor, der aber sicher die AMG-typische V8‑Antriebstechnologie des Konzepts aufnehmen wird. Spionage-Videos von der Nordschleife werden hier schnell eine erste Aufklärung liefern. Auch bezüglich des Debüts gibt sich die Performance-Marke verschwiegen. Theoretisch hat AMG Zeit bis Ende 2029, wenn die Homologation des aktuellen GT3 ausläuft. Dermaßen lange will natürlich keiner warten wollen. Die Wahrheit liegt so wahrscheinlich in der Mitte.

Nun nimmt aber erstmal die intensive Entwicklungsphase an Fahrt auf. Ziel sei es, das erfolgreiche Kundensport-Erbe fortzuführen und zugleich wieder neue Maßstäbe in Performance, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu setzen. Eine entscheidende Rolle wird dabei die Affalterbach Racing GmbH spielen. Die hundertprozentige AMG-Tochter wurde schon bei der Entscheidung zur Entwicklung eines GT3-Nachfolgers gegründet und ist gemeinsam mit Mercedes‑AMG Motorsport für die Entwicklung und den Aufbau des neuen Fahrzeugs verantwortlich.

Christoph Sagemüller, Leiter Mercedes-AMG Motorsport, resümiert: "Mit der Auflösung des Konzepts können wir auch den neuen Mercedes-AMG GT3 konkret benennen, mit dem wir für Mercedes-AMG Motorsport die Erfolgsgeschichte im Kundensport fortschreiben wollen. Unser Ziel ist es, erneut ein Fahrzeug zu präsentieren, das die Benchmark setzt. Aus den ersten Tests haben wir bereits wichtige Erkenntnisse gewonnen. Nun starten wir in die nächste Entwicklungsphase und testen auch auf Rennstrecken, die für den GT-Sport relevant sind."

Fazit