550 PS und Handschaltung: Eccentrica V12 Roadster auf Diablo-Basis

V12-Handschalter-Comeback
Eccentrica bringt den Diablo als Handschalter zurück

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.08.2026
Als Favorit speichern
Eccentrica V12 Roadster
Foto: Eccentrica

Eccentrica zerlegt frühe Diablo-Roadster komplett und baut sie neu auf. Das Ergebnis ist näher an einer Neuinterpretation als an einer Restaurierung. Wer Originaltreue sucht, liegt hier falsch; wer das Diablo-Gefühl ohne Detail-Schwächen der 1990er will, ist Zielgruppe. Das Design stammt von Borromeo De Silva und setzt auf einen stimmigen, wiedererkennbaren Look statt auf museale Korrektheit.

Für den deutschen Markt ist das Auto ein bewusst emotionales Nischenprodukt, kein rationaler Gegenentwurf zu modernen Supersportwagen. Alltagstauglichkeit und Servicefreundlichkeit stehen nicht im Mittelpunkt, das Konzept lebt vom Statement.

Analoges Konzept für Puristen

Der technisch überarbeitete 5,7-Liter-V12-Saugmotor zielt auf direkteres Ansprechen, mehr Elastizität und unmittelbare Kraftentfaltung. Die Spezifikationen nennen 550 PS bei 7.000/min und 600 Nm bei 6.500/min – drehfreudig statt drehmomentstark aus dem Keller. Dazu passt das manuelle Sechsganggetriebe; der Rückwärtsgang wird per Druckknopf elektrisch eingelegt.

Mit 3,8 Sekunden auf 100 km/h, 335 km/h Spitze und 1.540 Kilogramm ordnet sich der Roadster klar im Supersport-Spektrum ein. Die Zahlen zeigen: Trotz Retro-Basis ist das Paket ernsthaft schnell. Wer Beteiligung statt Bequemlichkeit sucht, ist die Zielgruppe.

Chassis und Karbon als Argument

Carbon-Versteifungen am Gitterrohrrahmen erhöhen die Steifigkeit als Basis für präzises Fahren. Breitere Spur und neu konfigurierte Geometrie mit aus dem Vollen gefrästen Bauteilen unterstreichen den Kleinserien-Anspruch. Semi-aktive Dämpfer mit drei Programmen sollen zwischen Straffheit und Kontrollierbarkeit vermitteln.

Eine verstärkte Brembo-Anlage zielt auf Belastbarkeit. Den Kontakt zur Straße stellen 19-Zoll-Räder vorn mit Reifen der Dimension 255/30 und 20-Zoll-Räder hinten mit 325/30-Reifen her.

Optik modernisiert ohne Bruch

Die Karosserie entsteht vollständig aus Kohlefaserlaminat. Ein kleiner Heckflügel soll den Anpressdruck erhöhen und die Hochgeschwindigkeitsstabilität stützen. Der Roadster ist damit klar als Performance-Paket positioniert, nicht als reiner Boulevard-Gleiter.

Trotz Modernisierung bleibt die Diablo-Silhouette deutlich erkennbar – wichtig für Sammler. Gleichzeitig gilt: Diese Form zieht Aufmerksamkeit auf sich, Diskretion ist nicht sein Thema.

Innenraum und Käuferprofil

Leder, Alcantara und Aluminium schaffen eine sportliche Atmosphäre, ohne nostalgische Rekonstruktion. Polarisieren kann das komplett digitale Pixel-Cockpit: funktional zeitgemäß, optisch nicht klassisch. Der Eccentrica richtet sich an Enthusiasten, die Analogie über Motorcharakter, Handschaltung und Mechanik definieren, weniger über Instrumenten-Optik.

Maximal 19 Exemplare, jedes in enger Abstimmung mit dem Kunden individualisiert – Exklusivität ist Teil des Produkts. Preise nennt Eccentrica nicht, was den Fokus auf Sammler mit Prozess- und Individualisierungsfreude unterstreicht.

Der Eccentrica V12 Roadster passt zu Käufern, die die Idee des Diablo bewegen statt verwahren wollen. Tiefe technische Eingriffe, Karbon-Karosserie und das sportliche Set-up liefern ein präziseres, bewusster analoges Erlebnis. Puristen der Originalität und Freunde klassischer Anzeigen werden hier weniger glücklich, ebenso alle, die klare Preis- und Zulassungslogiken vorab benötigen.

Fazit