Wiesmann legt den MF5 als MF5 Tributo neu auf und baut fünf Exemplare. Die komplette Serie ist bereits verkauft – auch wenn Interessenten das Modell noch gegen eine Anzahlung in Höhe von 3.000 Euro auf der Wiesmann-Homepage reservieren können. Den Antrieb übernimmt laut BimmerToday der BMW-S65-V8 aus dem M3 (E90/E92/E93); Wiesmann kombiniert ihn mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und schickt die Kraft an die Hinterräder.
V8 als Herz
Der Hochdrehzahl-Saugmotor mit vier Liter Hubraum hat im M3, je nach Version, 420 bis 450 PS geleistet – diese Leistung dürfte er auch im MF5 Tributo erbringen. Wiesmann spricht damit also Enthusiasten an, denen Drehzahl, Ansprechverhalten und Sound wichtiger ist als ein brachiales Turbo-Drehmoment. Für eine Anfrage, welchen Motor die Manufaktur tatsächlich im MF5 Tributo einsetzt, haben wie Wiesmann bisher nicht erreicht.
DKG und Hinterradantrieb
Wiesmann koppelt den S65 demnach an ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, wie es auch im M3 zum Einsatz kam. Eine bei teuren Sportwagen gerade auf breiter Front wiederkehrende Handschaltung plant das Unternehmen aktuell anscheinend nicht. Das Antriebsmoment schickt Wiesmann klassisch an die Hinterräder.
Wiesmann MF5 (2009 bis 2014)Der von 2009 bis 2014 gebaute Wiesmann MF5 war das Spitzenmodell der Dülmener Sportwagenmanufaktur. Unter der Haube des Retro-Sportwagens arbeitet entweder V10-Sauger oder ein Biturbo-V8 – beide Aggregate kamen von BMW. Dank eines leichten Aluminium-Chassis wiegt der MF5 unter 1,5 Tonnen und sprintet in nur 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt zirka 310 km/h. Heute ist der MF5 mit weniger als 200 gebauten Exemplaren ein seltener und wertstabiler Sammlertraum.
Vertraut und deshalb umstritten
Der MF5 Tributo übernimmt die bekannte Formensprache des MF5: lange Haube, kompakter Aufbau, Retro-Details. Diese Kontinuität begeistert einen Teil der Community, weil sie an die ikonischen Modelle aus Wiesmanns frühen Glanzzeiten erinnert. Kritiker sind allerdings enttäuscht: Sie erwarten nach Jahren Stillstand ein neues Auto statt eine Neuauflage.
Liebe auf den ersten Blick vs. Frust über Stillstand
Ein Teil der Fans feiert das Comeback emotional: Ein US-Fan nennt den Tributo "atemberaubend" und sagt sinngemäß: Nichts sei schöner, als einen Wiesmann dort zu sehen, wo er hingehört – fahrend auf der Straße. Andere loben den MF5 Tributo als stilvolles Zweitauto für Individualisten, das sich bewusst vom Mainstream absetzt. Kritische Stimmen sehen dagegen einen Rückschritt: Nach 13 Jahren wirke das Paket wie von "gestern", zumal der Gebrauchtmarkt sehr gute MF5 bereithält und Wiesmann mit dem gemeinsam mit Roding Automobile entwickelten vollelektrischen Thunderball zumindest den Versuch von etwas Neuem gezeigt habe.
Sportwagen-Manufaktur WiesmannDie Brüder Brüdern Martin und Friedhelm Wiesmann haben 1988 in Dülmen die Sportwagenmanufaktur Wiesmann gegründet, um puristische Retro-Sportwagen mit moderner BMW-Technik zu bauen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten voller Erfolge musste das Unternehmen mit dem Gecko-Markenzeichen im Jahr 2013 Insolvenz anmelden. Inzwischen haben sich die Gründerbrüder komplett aus dem Unternehmen zurückgezogen. Unter neuen internationalen Investoren ist die Marke zwar neu ausgerichtet, hat bisher aber nicht wieder eine nennenswerte Produktion aufgebaut. Der MF5 Tributo ist damit das erste greifbare Lebenszeichen der Marke.
Bedeutung des MF5 Tributo
Wiesmann nutzt die Kleinserie als Signal an Sammler und Fans: Die Marke baut wieder Sportwagen und verkauft sie. Mit fünf Autos löst Wiesmann das Zukunftsproblem aber nicht, sondern testet vor allem Nachfrage, Aufmerksamkeit und Zahlungsbereitschaft.












