Mit 350 km/h über die Geraden und 650 PS aus 2,2 Liter Hubraum: Dieser Audi 5000 CS Quattro entstand nicht für den Alltag, sondern für eine einzige Aufgabe — hohe Geschwindigkeiten auf langen Ovalen zu erreichen. Die Rekordfahrt im März 1986 sollte zeigen, welche Vorteile der Quattro-Allradantrieb auf Rundkursen hat.
Daten und Zielwerte
Der Prototyp auf Basis eines Audi 5000 CS Turbo Quattro, der US-Version des 200 Typ 44, hat einen 2,2-Liter-Fünfzylinder-Turbomotor unter der Haube. Audi hat die Leistung des Motors in einer Pressemitteilung vom 6. Mai 1986 mit 650 PS angegeben. Das entspricht dem Dreifachen der serienmäßigen Leistung.
Zylinderkopf und Ansaugung
Für die Leistungssteigerung nutzten die Techniker einen Serienmotorblock und einen Vierventil-Zylinderkopf sowie eine veränderte Ansauglösung mit Einzeldrosselklappen, was schnellere Gaswechsel und präzisere Füllung ermöglicht. Ein Fächerkrümmer verbesserte die Abgasführung und das Ansprechverhalten des Turboladers.
Zum Einsatz kam ein großer KKK‑Turbolader, der 3,2 bar Ladedruck erzeugt.
Karosserie und Aerodynamik
Die Karosserie wurde gezielt modifiziert, um die Aerodynamik und die Fahrstabilität bei hohen Geschwindigkeiten zu verbessern. Front- und Heckschürzen aus leichten Verbundstoffen sowie kleine Spoilerlippen verringerten Auftrieb und verbesserten den Luftstrom. Der Cw-Wert liegt bei 0,33.
Leichtbau und Materialien
Kunststofffenster und gewichtsparende Materialien wie Kevlar und Aluminium sowie ein bis auf das Nötigste ausgeräumter Innenraum reduzierten das Leergewicht um rund 400 Kilogramm auf 1070 Kilogramm.
Messwerte und Rekorde
Bei den Einsätzen am Talladega Superspeedway erzielte Bobby Unser auf einem Messlauf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 332 km/h und erzielte auf den Geraden Spitzen von circa 350 km/h. Die Rundengeschwindigkeit lag damit nicht nur über der Marke von 200 mph (320 km/h), sondern auch knapp über der einers Gruppe-C-Fahrzeuges, das den Kurs im November 1985 mit einem Schnitt von 204,2 mph (326,72 km/h) umrundet hatte. Ursprünglich hätte Walter Röhrl auf Rekordkurs gehen sollen. Doch der dreimalige Indy-500-Gewinner Bobby Unser hatte die größere Erfahrung mit Ovalkursen.





