Elektro-Dreirad Fiat Tris kommt: Fiat bringt Piaggio Ape-Klon mit Elektroantrieb

Fiat bringt Piaggio Ape-Klon mit Elektroantrieb
Elektro-Dreirad Fiat Tris kommt nach Europa

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.01.2026
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Im Mai 2025 hatte Fiat den Tris angekündigt, ein ganz offensichtlich von der legendären Piaggio Ape inspiriertes Lasten-Dreirad. Damals war noch ungewiss, ob der knuffige Elektro-Kleinlaster den Weg zu den europäischen Händlern findet, diese Frage ist jetzt beantwortet. Auf der Motor Show in Brüssel hat Fiat den Tris offiziell vorgestellt und seinen Europastart noch im Jahr 2026 angekündigt.

Produktion in Marokko

Gebaut wird der Fiat Tris im marokkanischen Stellantis-Werk Kenitra. Dort laufen auch die Elektro-Drillinge Citroën Ami, Fiat Topolino und Opel Rocks vom Band. In Marokko ist der Tris auch bereits seit September 2025 auf dem Markt und konkurriert dort mit den immer stärker vertretenen Lasten-Dreirädern aus chinesischer Produktion. Für die Herausforderungen nordafrikanischer Innenstädte und Souks ist der Tris bestens geeignet, und im Gegensatz zu den billigen Transportern aus China ist er abgasfrei. Vor allem aber punktet der Tris in Nordafrika mit konkurrenzlosen Betriebskosten: Strom für eine Ladung kostet in Marokko umgerechnet rund 70 Euro-Cent, ein Liter Benzin hingegen weit über einen Euro.

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Der Tris ist in drei Varianten erhältlich: als Fahrgestell für individuelle Aufbauten, als Pritsche mit offener Ladefläche und als Pick-up mit Bordwänden. In allen Versionen bleibt die Grundkonstruktion identisch. Das Fahrzeug misst 3,17 Meter in der Länge, 1,49 Meter in der Breite und 1,80 Meter in der Höhe bei einem Radstand von 2,22 Metern. Der Wendekreis beträgt lediglich 3,05 Meter. Die Ladefläche der Pritschenversion ist so ausgelegt, dass eine Europalette Platz findet, je nach Ausführung sind bis zu 540 Kilogramm Nutzlast möglich – mehr als bei manchem ausgewachsenen Pkw. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 1.025 Kilogramm.

Fahren mit dem Moped-Schein

Angetrieben wird der Tris von einem 48-Volt-Elektromotor mit einer Spitzenleistung von 9 kW (12 PS) und einem maximalen Drehmoment von 45 Nm. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 45 km/h begrenzt, womit das Fahrzeug in die europäische L5e-B-Kategorie fällt. Bedeutet: Den Tris dürfen bei uns bereits 15-jährige mit dem "Mopedführerschein" AM fahren. Steigungen von bis zu 16 Prozent sollen auch bei voller Beladung bewältigt werden.

Die Energie liefert eine Lithium-Ionen-Batterie mit 6,9 kWh Kapazität, Fiat nennt eine Reichweite von rund 90 Kilometer. Geladen wird über ein integriertes 220-Volt-Onboard-Ladegerät mit 1,6 kW Leistung. Der Anschluss erfolgt direkt über ein 4,5 Meter langes Kabel an einer normalen Haushaltssteckdose. Ein Ladevorgang von null auf 80 Prozent dauert rund 3,5 Stunden, eine vollständige Ladung etwa 4 Stunden und 40 Minuten. Der kleine Tris kann sogar rekuperieren und so beim Bremsen Strom für die Batterie zurückgewinnen.

Ausreichend Sonnenschein ist allerdings eine gute Idee, um den Fiat Tris auch jenseits von Afrika zu mögen. Zwar gibt es eine Windschutzscheibe mit Scheibenwischer, Türen sind jedoch (vorerst) nicht vorgesehen. Platz genommen wird auf einem gepolsterten Schemel, gelenkt wie bei der Piaggo Ape über einen Motorradlenker.

Preise und Marktstart

Ein genaues Datum für die Markteinführung hat Fiat noch nicht genannt. Allerdings bereits den Hinweis gegeben, dass der knuffige Mini-Pick-up 2026 zuerst in Italien antreten wird. Preise sind ebenfalls noch nicht bekannt. In Marokko wird der Tris für umgerechnet rund 5.000 Euro angeboten, deutlich günstiger als beispielsweise der Citroën Ami. Demnach rechnen wir für Europa mit Preisen zwischen 7 bis 8.000 Euro.

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