Fering Pioneer Elektro-Pickup Fering Technologies
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Fering Pioneer Elektro-Pickup 11 Bilder
SUV

Fering Pioneer Elektro-Pickup mit 7.000 km Reichweite

Fering Pioneer Elektro-Pickup Dieser Stromer fährt 7.000 km, ohne zu tanken

Ein britisches Startup-Unternehmen will einen elektrisch angetriebenen Geländewagen mit 7.000 Kilometern Reichweite auf den Markt bringen.

In der heutigen Zeit sind frisch gegründete Firmen mit ausgeflippten Ideen für neue Elektroautos wahrlich keine Seltenheit, doch so etwas wie den Fering Pioneer sieht man dann doch eher selten. Nicht nur die Optik, die nach einer Mischung aus amerikanischem Baja Rallyetruck und gechoptem Jeep Gladiator aussieht, will so gar nicht in die hübsche neue Mobilitätswelt mit entschleunigtem Innenstadtverkehr passen. Auch die Köpfe hinter dem Projekt sind echte Petrol-Heads der alten Schule.

Erst Rennwagen, jetzt Offroader

Allen voran der Chef der Firma Fering, Ben Scott-Geddes. Der hatte sich zunächst als Formel-1-Ingenieur bei Ferrari und McLaren einen Namen gemacht und war später dann als Schöpfer und Produzent des irren Caparo T1 zu gewisser Bekanntheit gekommen. Der Caparo T1 war im Prinzip ein straßenzugelassenes Formel-1-Auto mit Dach und höllischer Beschleunigung. Scott-Geddes hat sich für sein neues Projekt Fering etliche Mitstreiter gesichert, die wie er alle mit großer Erfahrung bei den Top-Adressen der Autobranche im Rennsport, beim Design oder in der Entwicklung aufwarten können.

Das Projekt Fering Pioneer geht diesmal in die komplett andere Richtung als der Caparo T1 aus den frühen 2000er Jahren, ist aber auf seine Weise ebenso radikal. Der Hintergedanke beim Fering Pioneer ist es, ein Geländefahrzeug mit hoher Zuladung zu konzipieren, das beim Arbeitseinsatz, bei Wochenend-Ausflügen und auf großen Expeditionsreisen gleichermaßen gut funktioniert. Das Ganze mit elektrischem Allradantrieb. Wer jetzt bei dem Wort "Expeditionsreise" im Zusammenhang mit "Elektroantrieb" die Stirn in Falten legt, hat völlig Recht. Denn bei der Fahrt zwischen, sagen wir mal, Ulaanshiveet und Darvi, ein lustiger 1.000-Kilometer-Trip in der Mongolei, gibt es entlang des Weges ungefähr so viele Elektroladesäulen wie Starbucks-Filialen: keine. Und so sieht es in nicht wenigen Ländern dieser Erde aus.

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Ferings Idee deshalb: Den beiden Elektromotoren in den Achsen (Leistungsdaten gibt es keine, nur das System-Drehmoment: 800 Newtonmeter) wird nur eine verhältnismäßig kleine Traktionsbatterie gegönnt, die laut Fering für rund 80 Kilometer Reichweite gut ist. Dazu packen die Engländer einen kompakten Dreizylinder-Dieselmotor mit 800 Kubikzentimetern Hubraum, der als Range Extender die Batterie auflädt und, ökologisch korrekt, mit Diesel aus nachwachsenden Rohstoffen betankt wird.

7.000 Kilometer ohne tanken

Damit kommen wir zur Reichweite: Sagenhafte 7.000 Kilometer verspricht Fering. Damit käme man, um beim obigen Beispiel zu bleiben, von der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar in einem Rutsch bis ins polnische Warschau und könnte auf dem Weg ziemlich vielen Tankwarten fröhlich winken bei der Vorbeifahrt. Möglich macht diese Reichweite auf dem Level eines Verkehrsflugzeugs ein riesiger Dieseltank, der dank der modularen Bauweise des Fering Pioneer bei Bedarf nach ganz weit weg einfach zusätzlich montiert wird. Wie groß der Tank ist, will Fering auch noch nicht verraten. Angesichts des versprochenen Verbrauchs von 4,7 Litern Diesel kommt man allerdings rechnerisch auf 330 Liter.

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Bei alledem soll der Fering Pioneer sowohl besonders leicht (ca. 1.500 Kilo) als auch besonders zuladefreudig (ebenfalls: ca. 1.500 Kilo) sein. Bei der Traktionsbatterie entschied man sich statt der üblichen Lithium-Ionen-Technik für Lithium-Titanat-Oxid-Zellen. Durch die modulare Bauweise sollen auch je nach Kundenwunsch größere Traktionsbatterien oder auch Range Extender-Motoren für den Betrieb mit Alkohol oder Wasserstoff installiert werden können.

Das geringe Gewicht erreicht Fering unter anderem durch die Verwendung eines speziellen Stoffmaterials, das anstelle von üblichem Karosserieblech die Seiten des Fahrzeugs abdeckt. "Die Verwendung von Stoff anstelle von Metall für die Paneele erforderte immer eine aufgeschlossene Beurteilung durch unsere Kunden, und ich freue mich, berichten zu können, dass jeder, der es in Aktion gesehen hat, vollkommen überzeugt war", meint dazu Fering-Chef Scott-Geddes. "Wir planen sogar, den Einsatz des Gewebes auf andere Teile des Fahrzeugs auszudehnen, z. B. auf die inneren Kotflügel, wo wir sicher sind, dass es neben der Gewichts- und Komplexitätsersparnis auch hervorragende Geräuschdämmeigenschaften hat."

Serienfertigung ab 2024

Rund ein Jahr nach der Vorstellung des ersten Prototyps hat Fering im Dezember 2022 den Abschluss des ersten Testprogramms und vor allem einer weiteren Finanzierungsrunde verkündet. Durch diese zusätzlichen Gelder von Investoren wird die Montage von zwei weiteren Prototypen für die Erprobung gesichert. Diese sollen bereits mit den Spezifikationen gebaut werden, welche zwei erste, noch nicht genannte Kunden beauftragt haben.

Der erste Prototyp hatte zuletzt monatelange Testfahrten auf dem Milbrook Proving Ground, einem Testgelände für Militärfahrzeuge, überstanden. Er soll jetzt zerlegt und untersucht werden, später aber für weitere Tests wieder komplettiert werden. Für den Jahreswechsel 2023/2024 rechnet Fering mit einer ersten Kleinserienproduktion, ein Jahr später soll der Fering Pioneer dann in größeren Stückzahlen entstehen.

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Man muss kein Marktexperte sein, um zu ahnen, dass der Fering Pioneer kein Millionenseller wird. Das ändert jedoch nichts daran, dass dieses Konzept in Zeiten von Lastenrädern und Robotaxis außerordentlich vergnüglich daherkommt und dank Hybrid-Elektroantrieb samt grünem Kraftstoff auch noch ein reines Gewissen beschert. Offensichtlich sehen das auch die Investoren des Projekts so, die nun mit einer weiteren Finanzierungsrunde den Bau zusätzlicher Prototypen ermöglichen.

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