Geheim-Studie von Ex-Design-Boss Wagener: Mercedes 300 SEL 6.8 AMG "Rote Sau"

Mercedes 300 SEL 6.8 AMG „Rote Sau“
Geheim-Studie von Ex-Design-Boss Wagener

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.02.2026
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Die Entwürfe erscheinen im Buch "Iconic Design", das Wagener als Herausgeber gemeinsam mit Thomas Ammann und Marc-Stefan Andres veröffentlicht hat. Ammann ist als Journalist und Buchautor tätig, Andres arbeitet als Fotograf mit Schwerpunkt Automobildesign und Markeninszenierung. Das Buch wurde im November 2025 im Verlag Delius Klasing publiziert und enthält nach Angaben der Autoren auch bislang unveröffentlichte Entwürfe aus Wagners Amtszeit.

Zu Antrieb, Plattform oder möglichen Leistungsdaten gibt es keine Angaben. Das Projekt wird als "Showcar" bezeichnet, ohne nähere technische Erläuterung. In der Automobilindustrie sind solche Designstudien üblich, um gestalterische Richtungen auszuloten oder historische Bezüge neu zu interpretieren.

Moderne Gestaltung mit historischen Anleihen

Die Studie greift die Proportionen der historischen Limousine auf, interpretiert sie jedoch mit aktuellen Designelementen. Auffällig sind eine groß dimensionierte Frontpartie mit markantem Kühlergrill, vertikal angeordnete Leuchteinheiten sowie zusätzliche LED-Ringe im Stoßfängerbereich. Am Heck dominieren schmale, durchgehende Lichtleisten, ergänzt um weitere LED-Elemente im unteren Bereich.

Die Karosserie wirkt stärker modelliert als beim historischen Vorbild. Breite Kotflügel, ein angedeuteter Rennsplitter und Fünf-Speichen-Räder zitieren die Motorsportoptik des Originals. Gleichzeitig orientiert sich die Flächengestaltung an jüngeren Mercedes-Studien. Details wie in die Leuchten integrierte Markensterne greifen aktuelle Markenelemente auf.

Einordnung in die Markengeschichte

AMG wurde 1967 von Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher gegründet. 1999 übernahm Mercedes eine Mehrheitsbeteiligung, 2005 wurde AMG vollständig integriert. Der 300 SEL 6.8 AMG gilt als eines der frühesten und prägendsten Fahrzeuge der Marke, er basierte auf der Baureihe W109 und trat 1971 beim 24-Stunden-Rennen von Spa an. Trotz seines vergleichsweise hohen Gewichts gewann die Limousine ihre Klasse und belegte Rang zwei in der Gesamtwertung.

Angetrieben wurde das Fahrzeug von einem 6,8-Liter-V8 mit 428 PS. Das Leergewicht lag bei 1.635 Kilogramm, die Höchstgeschwindigkeit bei 265 km/h. Nach dem Rennbetrieb wurde das Fahrzeug an den französischen Technologiekonzern Matra verkauft und dort als Testträger genutzt. Das Original existiert nach übereinstimmenden Berichten nicht mehr. 2006 entstand auf Basis historischer Unterlagen eine originalgetreue Replik.

Fazit