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Mercedes Tourrider: Reisebus-Attacke auf den US-Markt

Neuer Mercedes Tourrider Reisebus-Attacke auf den US-Markt

Bisher war Mercedes im US-Reisebusgeschäft nicht vertreten. Mit dem neuen, speziell für den nordamerikanischen Markt entwickelten Tourrider will man aber jetzt durchstarten.

Die Daimler-Nutzfahrzeugsparte, die künftig eigene Wege und an die Börse gehen soll, ist auf dem nordamerikanischen Busmarkt derzeit mit den Marken Setra und Thomas Built Buses vertreten. Setra ist im Reisebusbereich positioniert, Thomas Built Buses fertigt die weit über die US-Grenzen hinaus bekannten gelben Schulbusse. Künftig ist die Daimler-Nutzfahrzeugsparte auf dem Reisebusmarkt Nordamerika aber auch mit der Marke Mercedes vertreten.

Reisebus mit Flügeltürer-Gesicht

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Mercedes will hier Ähnlichkeiten zum legendären 300 SL erkennen.

Dazu hat der Autobauer den Mercedes Tourrider als maßgeschneiderten Reisebus für Nordamerika aufgelegt. Angeboten wird der Tourrider als dreiachsiger Hochdecker mit einer Fahrzeuglänge von 13,72 Meter in den beiden Modellvarianten Tourrider Business und Tourrider Premium. Die dritte Achse ist als aktiv gelenkte Nachlaufachse mit Einzelradaufhängung ausgelegt. Der Tourrider Business ist der Reisebus für gehobene Ansprüche. Der Tourrider Premium erfüllt als Luxus-Reisebus die Ansprüche an die First Class. Damit der Bus als typischer Mercedes erkannt wird, sorgt ein Gesicht das markentypisch einen chromgefassten Grill mit Zentralstern und einer horizontalen Gliederung mit Scheinwerfern auf einer Ebene zeigt. Mercedes selbst will hier sogar den legendären Flügeltürer 300 SL wiedererkennen. Die beiden Tourrider-Varianten unterscheiden sich dabei in der Scheinwerfergestaltung. Der Tourrider Business nutzt einzelne LED-Kalottenscheinwerfer. Der Tourrider Premium dagegen verwendet LED-Integral-Scheinwerfer. Den Rücken des Tourrider Premium kennzeichnet die markentypische trapezförmige Heckscheibe mit integriertem Mercedes-Stern. Der Tourrider Business trägt anstelle des Fensters einen V-förmigen schwarzen Schild. Dessen strukturierte Fläche mit Lamellen ist nach Mercedes-Diktion eine Verbeugung vor der Form früherer amerikanischer Muscle Cars. Der Fahrgastraum besitzt einen ebenen Boden, die Toilette (und auf Wunsch auch eine Küche) sitzt im Heck. Die Breite beträgt durchgehend 2,60 Meter. Getragen wird der komplette Aufbau von einem Skelett aus rostfreiem Edelstahl. Die Windschutzscheibe präsentiert sich reparaturfreundlich zweigeteilt. Bei den Spiegeln setzt Mercedes je nach Version auf tief angesetzte Exemplare oder hängende Integralspiegel. Kameratechnik, wie sie derzeit in Europa verstärkt eingesetzt wird, ist nicht vorgesehen.

Bis zu 60 Sitzplätze

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Die Bestuhlung lässt sich nach Kundenwunsch anpassen.

Im Innenraum setzt Mercedes auf viel Platz und viel Premium, wobei der Tourrider Premium einen um sechs Zentimeter höheren Fahrgastraum bietet als der Tourrider Business (Außenhöhe: 3,69 zu 3,75 Meter). Optional sind zwei Plätze für Rollstuhlfahrer zu haben. Der entsprechende automatische Hublift versteckt sich platzsparend über der Antriebsachse. Rollos vor den Scheiben mit Privacy-Verglasung schützen vor Sonneneinstrahlung und neugierigen Blicken. Die Fahrgastsitze verteilen sich gleichmäßig im Innenraum. Alternativ zu den gewohnten Doppelsitzen in Tourrider Business und Premium ist für die Top-Variante eine 2 + 1-Bestuhlung wählbar; ebenso eine zweite Einstiegstür. Serienmäßig bietet der Tourrider 56 Fahrgastplätze, auf Wunsch lässt sich die Sitzzahl aber zwischen 46 und 60 Plätzen variieren.

Zu den weiteren Features zählen ein 9,60 Meter langes und 1,33 Meter breites Panorama-Glasdach im Premium sowie eine LED-Ambientebeleuchtung. Zwischen den Doppelsitzen finden Fahrgäste jeweils eine USB-Doppelsteckdose oder/und 110-Volt-Steckdosen zum Aufladen ihrer elektronischen Endgeräte vor. Die Sitze stammen aus der hauseigenen Travel Star-Linie, sollen höchsten Sitzkomfort bieten und lassen sich umfangreich in Sachen Stoffen, Farben, Dekors, Absteppungen und Kedern individualisieren. Alle Sitzvarianten verfügen über Dreipunkt-Sicherheitsgurte. Am Dachhimmel über den Sitzen finden sich Düsenbelüftung, Leselampen, Fahrgast-Signalanlage und Reisebegleiterruf. Hochauflösenden Flachbildschirme übernehmen den Infotainment-Part. Serie im Tourrider Business ist ein starrer Monitor im Format 19 Zoll vorn in der Dachkuppel. Die Premium-Version trumpft mit einem elektrisch klappbaren Bildschirm der Größe 21,5 Zoll auf. Vier weitere Bildschirme sind gleichmäßig in der jeweiligen Größe im Fahrgastraum verteilt. Das Bordklima regulieren zwei Klimaanlagen. Mit 35 kW Leistung wird der Fahrgastraum temperiert, der Fahrer verfügt über eine eigene 9-kW-Klimaanlage.

Zahlreiche Assistenten an Bord

Je nach Variante zeigt sich auch das Cockpit in Design und Aufbau sowie in seiner Ausstattung auf das jeweilige Modell zugeschnitten. Eine Vielzahl von Funktionen unterstützten Fahrer bei ihrer Arbeit. Linkerhand findet der Fahrer den Knauf der serienmäßigen elektronischen Feststellbremse. Weitere praktische Helfer: Die Gepäckraumklappen sind links und rechts per Schalter separat verriegelbar. Im Display der Armaturen wird der Öffnungsstatus der Klappen angezeigt.

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Als echter Mercedes bietet der US-Bus auch ein umfassendes Arsenal an Assistenzsystemen. Ein 360-Grad-Kamerasystem hilft beim Rangieren sowie an Engstellen. Das entsprechende Bild wird auf einem Monitor im Format 10 Zoll an der A-Säule eingespielt. Serienmäßige Docking Lights unterstützen den Fahrer bei Rückwärtsfahrt im Dunklen. Optional an Bord ist der radargestützte Abbiege-Assistent Sideguard Assist mit Personenerkennung. Zur Serienausstattung gehört ein Notbremsassistent mit Fußgängererkennung. Zu haben ist auch ein radargestützter Abstandsregel-Tempomat, der beim Tourrider Premium serienmäßig mit an Bord ist. Ebenso eine Müdigkeitserkennung sowie eine Spurverlassenswarnung.

457 PS starker Sechszylinder

Angetrieben werden die neuen Tourrider-Modelle von einem Reihensechszylinder-Turbodiesel aus der OM 471-Familie. Der 12,8 Liter große Selbstzünder leistet 457 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 2.300 Nm bereit. Die Kraftübertragung übernimmt das Wandler-Automatikgetriebe Allison WTB 500R – ein Sechsgang-Getriebe mit integriertem hydraulischem Retarder.

Was ein Mercedes-Markteinritt in den US-Busmarkt für die Marke Setra bedeutet lässt sich momentan nur schwer einschätzen. Der Bushersteller hat aber jetzt schon mit den Auswirkungen der Corona-Krise schwer zu kämpfen.

Fazit

Mercedes gibt bei den Bussen Gas. Mit dem neuen Tourrider will man künftig auch auf dem nordamerikanischen Reisebusmarkt fleißig punkten.

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