Maserati überarbeitet den Grecale und rückt ihn optisch näher an die jüngsten Modelle der Marke heran. Auffälligstes Merkmal ist die nun stärker vertikal ausgerichtete Front, die sich am Design-Update des Supersportwagens MC Pura (siehe Video nach dem dritten Absatz) orientiert und den Grecale als SUV-Variante dieser Formensprache interpretiert.
Das Außendesign
An der Front setzt Maserati auf einen niedrigen Kühlergrill und ein großflächiges Gitter, der bei der Trofeo-Version leicht nach vorn versetzt ist. Die Stoßfänger sind um eine modifizierte "Shark-Nose"-Gestaltung herum aufgebaut – ein Verweis auf historische Rennwagen der Marke, die ebenfalls mit einer "Hai-Nase" auffielen. Im Seitenprofil betont Maserati den Kontrast aus klaren Karosserielinien und technischen Details, teils mit Carbon-Oberflächen.
Optisch unterscheiden sich Verbrenner- und Elektroversion in der Auslegung der Lufteinlässe und der Kühlluftführung. Beim Grecale mit Verbrennungsmotor sind zentrale und seitliche Öffnungen auf hohen Luftdurchsatz für die Kühler ausgelegt. Beim vollelektrischen Folgore soll ein auf Effizienz getrimmtes Front-Layout Kühlung und Luftwiderstand in Balance halten. Hinzu kommen aktive Lamellen im Grill, die je nach thermischer Last öffnen oder schließen.
Aerodynamik-Feinschliff
Weitere Aerodynamikmaßnahmen betreffen den integrierten "Air Curtain" an der Front. Dieser "Luftvorhang" wurde mit CFD entwickelt und soll Verwirbelungen an den Radhäusern reduzieren. Beim Folgore wird zusätzlich der Unterboden stärker verkleidet; außerdem kann die Luftfederung automatisch ein aerodynamisch optimiertes Fahrwerksniveau wählen, um Stirnfläche und Unterbodenströmung zu beeinflussen.
Bei Lacken und Individualisierung baut Maserati das Angebot aus. Serienseitig gibt es neben Weiß mehrere Metallic-Farben sowie zwei Mattlacke. Im Fuoriserie-Programm nennt Maserati insgesamt 29 Farben, darunter neue Töne, die allein dem Grecale vorbehalten sind. Auch Felgen und Bremssättel lassen sich weiter differenzieren, beim Folgore mit eigenen Aero-Designs für die bis zu 21 Zoll großen Räder und kupferfarbenen Akzenten.
Innenraum
Innen führt Maserati ein neu gestaltetes Multifunktionslenkrad mit flachen Ober- und Unterseiten ein; je nach Version kommt perforiertes Leder oder Alcantara zum Einsatz. Ebenfalls überarbeitet wurde die Digitaluhr oben im Armaturenbrett: Sie wechselt zu einer achteckigen Geometrie, nutzt Metall und Glas und informiert nun auch per Pop-up über Änderungen der Fahrmodi.
Die Verbrenner-Antriebe
Die Modellpalette bei den Grecale mit Benzinmotoren umfasst mehrere Varianten: Der Grecale MHEV fährt mit Zweiliter-Turbovierzylinder vor und leistet in der Regel 300 PS, wobei in Italien auch eine gedrosselte 250-PS-Variante angeboten wird. Auf anderen Märkten bietet Maserati darüber hinaus eine 330 PS starke Modena-Version des Antriebs an. Darüber rangieren der Grecale V6 und die Variante Modena V6 mit jeweils 390 PS. Als Verbrenner-Topmodell fungiert der Trofeo V6 mit unverändert 530 PS.
Je nach Ausführung variieren Fahrwerk (passiv oder adaptiv), Differenziale (mechanisch oder elektronisch) und Exterieurdetails wie Zierleisten, Bremszangenfarben oder Carbon-Anbauteile.
Beim Antrieb setzt Maserati beim V6 auf den 3,0-Liter-Twin-Turbo "Nettuno" mit Vorkammer-Technik (MTC) und Zylinderabschaltung. Die Trofeo-Version soll in 3,8 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen und 285 km/h erreichen. Die Mildhybrid-Modelle kombinieren einen Vierzylinder mit 48-Volt-System (Riemen-Startergenerator, Batterie, e-Booster), wobei Maserati den elektrischen Verdichter vor allem zur Unterstützung im unteren Drehzahlbereich nutzt.
Grecale Folgore als Elektroversion
Der Grecale Folgore bleibt das vollelektrische Angebot der Baureihe. Die Eckpunkte: 105-kWh-Batterie, 400-Volt-Technik, 410 kW (550 PS), maximal 820 Newtonmeter und eine Spitzengeschwindigkeit von 220 km/h. Ein AWD-Disconnect-System trennt bei Bedarf die Vorderachse vom Antrieb und soll so den Verbrauch senken; der Wechsel zwischen Allrad- und Hinterradantrieb erfolgt laut Maserati in nur 500 Millisekunden. Als Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz nennt der Hersteller zudem Aerodynamik-Updates, rollwiderstandsoptimierte Reifen sowie überarbeitete Steuerungsstrategien für Thermo-Management, Rekuperation und Klimatisierung.
Assistenzsysteme
Bei den Assistenzsystemen ergänzt Maserati die Ausstattung um eine kamera-basierte Fahrerüberwachung zur Müdigkeits- und Ablenkungserkennung, die in bestimmten Märkten regulatorisch gefordert ist. Dazu kommen zwei ADAS-Pakete bis hin zu Funktionen wie aktivem Fahrassistenten, Verkehrszeichenerkennung und Querverkehrswarnung. Im Cockpit setzt Maserati auf zwei zentrale Touchscreens (12,3 und 8,8 Zoll), optional ein Head-up-Display sowie ein neu gestaltetes Bedienfeld zur Steuerung des Automatikgetriebes mit haptisch stärker ausgeprägten Tasten.





