Formel 1: Motoren-Technik: Fährt ein Formel-1-Auto auch mit normalem Benzin?

Komplizierte Motoren-Technik
Fahren F1-Autos auch mit Tankstellen-Sprit?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.08.2026
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Ferrari - Shell-Tankstelle - AI Generated - 2026
Foto: KI generiert / XPB / Shell / Grüner

Dank des Iran-Kriegs haben Autofahrer aktuell keinen Spaß, wenn es an die Tankstelle geht. Bei Liter-Preisen weit jenseits der Zwei-Euro-Marke macht es keinen Spaß mehr, das Gaspedal durchzutreten. Da helfen auch clevere Apps wie Mehr Tanken nicht viel. Doch verglichen mit der Formel 1 sind das Peanuts. Hier stiegen die Preise in der aktuellen Saison von früher rund 30 Euro auf jetzt bis zu 200 Euro pro Liter.

Grund für den rasanten Anstieg sind die neuen Regeln in dieser Saison. Seit 2026 ist die Formel 1 mit 100 Prozent klimaneutralem Sprit unterwegs. Der Hightech-Saft muss in allen Phasen der Lieferkette nachhaltig sein. Fossiles CO₂ darf weder bei der Produktion der einzelnen Moleküle noch beim Brauprozess des fertigen Gemisches eingesetzt werden. Dazu mussten die Benzinlieferanten zum Teil eigene Produktionsstätten errichten.

Das Problem bestand vor allem darin, die klimaneutralen Spezial-Moleküle in ausreichender Menge herzustellen. Erst mit dem Aufbau der entsprechenden Anlagen sollten die Inhaltsstoffe durch die Skaleneffekte irgendwann etwas günstiger werden. Für dieses Jahr ist aber klar, dass auf die Teams am Ende der Saison eine Sprit-Rechnung in Millionen-Höhe wartet.

Formel 1 - Benzin - Petronas - 2025
Mercedes

Von der Formel 1 an die Tankstelle

Bei der Entwicklung der teuren Energiesuppe hatten die Chemiker eine einfache Taktik: "Wir haben erst einen konventionellen Sprit gebaut, der perfekt auf die Formel-1-Motoren abgestimmt ist. Danach haben wir versucht, alle fossilen Komponenten durch nachhaltige Elemente zu ersetzen", verrät Faiz Sulaiman, der beim Mercedes-Partner Petronas das Formel-1-Projekt betreut.

Natürlich stellt sich da die Frage, wie der sündhaft teure Formel-1-Sprit mit dem vergleichbar ist, was bei Aral, Shell oder Esso aus der regulären Zapfsäule kommt. Dabei fällt auf: Wenn man den Nachhaltigkeitsaspekt mal weglässt, gibt es gar nicht so viele Unterschiede. Die FIA hat bei der Formulierung der Regeln speziell darauf geachtet, dass ein Technologie-Transfer in Zukunft möglich ist. Die Formel 1 soll quasi ein Vorreiter für den Straßenverkehr sein.

Benzin - Formel 1
Motorsport Images

Kleine Software-Anpassungen nötig

Natürlich darf man nicht annehmen, dass beide Spritsorten das gleiche Ergebnis beim Power-Output und bei der Haltbarkeit der Triebwerke liefern. Aber mit einem "handelsüblichen" 102-Oktan-Benzin sollte ein Formel-1-Motor in der Theorie zumindest starten können. Mit kleinen Änderungen an den Mappings, zum Beispiel beim Zündwinkel und der Einspritzmenge, würden die V6-Turbos auch einigermaßen rund laufen.

Und auch andersherum würde der Betrieb wohl funktionieren. Wer allerdings denkt, dass man mit dem sündhaft teuren Formel-1-Benzin die Leistung des heimischen VW Golf in ungeahnte Höhen treiben kann, der irrt sich. Mehr als ein paar PS sind nicht drin. Und auch dafür müsste man vorher erst ein paar Änderungen an der Motoren-Software vornehmen.

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