Die Rede ist nicht vom illuminierten Stern oder den beleuchteten Maybach-Emblemen an der C-Säule. Beides werden europäische Kunden nicht bestellen können, beides dürfte verschmerzbar sein. Viel gravierender ist allerdings der Wegfall des Top-Motors. Kein V12 mehr für den Heimatmarkt, Euro 7 sei Dank. Zwar gibt es ein Modell, das die Bezeichnung S 680 am Heck trägt und auch mit einer Leistung von 612 PS aufwarten kann, doch verantwortlich dafür ist der neue V8, den wir aus der zivilen S-Klasse kennen. Damit ist die gepanzerte Guard-Version die einzige Ausführung des Luxus-Liners, die es noch als Zwölfzylinder gibt. Was sich sonst bei der 5,48 Meter langen Maybach-S-Klasse getan hat, erfahren Sie hier.
Grundsätzlich profitiert das Maybach-Modell natürlich von allen Updates, die mit dem Facelift der S-Klasse einhergegangen sind. Überarbeitete Motoren, Superscreen im Cockpit, größerer Grill an der Front, und so weiter. Die Details duplizieren wir an dieser Stelle nicht, aber in unserem Artikel zur S-Klasse finden Sie alle Upgrades für das Modelljahr 2026. Gehen wir lieber auf die Maybach-Spezifika ein.
Interieur und Individualisierung
Allem voran sind das natürlich Merkmale, die den Luxus-Anspruch unterstreichen. So gibt es für den Innenraum neue offenporige Hölzer wie etwa ein Finish in gemaserter Eiche. Aber auch eine zeitgemäße lederfreie Polsterung aus "Mirville"-Textil ist erstmalig im Topmodell zu haben. Wer im bereits umfangreichen Serien-Sortiment nicht fündig wird (150 Lack-Farben, 400 Leder-Varianten), hat über das Manufaktur-Programm "Made to measure" unzählige Individualisierungs-Optionen. Lacke, Leder-Farben, Ziernähte, Stickereien und persönliche Veredelungen sind in jeder denkbaren Kombination möglich. Für das Exterieur bietet Maybach im Zusammenspiel mit dem Optionspaket "Night Series" (Design-Akzente mit erweiterten Dark-Chrome-Umfängen) erstmals die Farbe Nautikblau an.
Die Digital-Light-Scheinwerfer sind serienmäßig verbaut. In Abgrenzung zur S-Klasse zieren die Frontleuchten Roségoldene Inlays und kleine Maybach-Embleme. Ein weiteres neues Exterieur-Detail sind die kugelgelagerten Radnaben-Abdeckungen, die in Kombination mit den neuen Schmiederädern (20 Zoll) über der Felge zu schweben scheinen und immer gerade stehen.
Champagner und Infotainment
Fond-Passagiere freuen sich nicht nur über versilberte Champagnerkelche und ein Kühlfach für das entsprechende Getränk, sondern auch über Executive-Sitze und automatische Fondtüren (optional), die per Knopfdruck öffnen und schließen. Damit die edlen Passagiere ihre Ruhe haben, unternimmt Maybach zusätzliche Anstrengungen zur Geräusch- und Vibrationsdämpfung. Das Rear-Seat-Entertainment umfasst zwei 13,1 Zoll große Displays über die dank integrierter Kamera auch Videokonferenzen möglich sind.
In der ersten Reihe verbaut Maybach, wie bereits erwähnt, den Superscreen und hinterlegt die neuste Version des Betriebssystems MB.OS. So weit, so S-Klasse. Doch es gibt einen speziellen Maybach-Ambiente-Modus, der so im Schwestermodell nicht zu finden ist. Dieser verschaltet Hintergrundgrafiken in den Anzeigen zusammen mit dem aktiven Ambientlight zu einer Farblandschaft in warmen Braun-Tönen. Dass die Tuben im Kombiinstrument in Roségold ausgeführt sind, versteht sich bitteschön von selbst. Ebenfalls exklusiv: Das Holz-Lenkrad.
Preis und Produktionsbeginn
Im April beginnt die Serienproduktion im Werk Sindelfingen. Offizielle Preise gibt es bislang nicht, erfahrungsgemäß rangier das Maybach-Modell aber rund 80.000 Euro über der normalen S-Klasse. Weil die seit dem Facelift bei rund 120.000 Euro startet, könnte das Luxus-Modell also bereits aus dem Stand die 200.000er-Marke reißen.





