Siebensitzer zum wirklich kleinen Preis: Indien hat, was uns fehlt

Siebensitzer zum wirklich kleinen Preis
Indien hat, was uns fehlt

ArtikeldatumVeröffentlicht am 21.02.2026
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Renault Triber und Nissan Gravite – beide Kompaktvans nutzen Plattform und Technik aus dem Renault-Nissan-Allianz-Baukasten, bieten ein modernes Design, Platz für bis zu sieben Passagiere, eine ordentliche Ausstattung und das alles zu Preisen von umgerechnet rund 6.200 Euro. Autos wie diese würden sich vermutlich auch viele europäische Kunden in den hiesigen Showrooms der Händler wünschen.

In Indien sind Triber und Gravite aber keine Ausnahmeerscheinungen, sondern eher die Regel. Wir haben uns auf dem Subkontinent umgeschaut und die zehn günstigsten Siebensitzer zusammengetragen.

Nissan Gravite

Preislich an die Spitze setzt sich dabei der ganz neu vorgestellte Nissan Gravite. Der günstigste Siebensitzer in Indien startet ab umgerechnet rund 5.300 Euro, wobei dieser Preis als zeitlich limitierter Einführungspreis gekennzeichnet ist. Viel teurer dürfte der vier Meter lange Gravite später aber nicht werden.

Er basiert auf der gleichen CMF-A+ Plattform wie der Renault Triber, und abgesehen von einigen optischen Unterschieden ist er weitgehend identisch. Das bedeutet auch, dass die drei Sitzreihen geschickt in dem unter vier Meter langen MPV untergebracht wurden. Als Antrieb dient ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Saugbenziner. Das Aggregat leistet 72 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 96 Newtonmetern. Angeboten werden ein manuelles und ein automatisiertes Fünfganggetriebe. Eine CNG-Umrüstung soll später nachgeschoben werden.

Renault Triber

Wer Gravite sagt, muss auch Renault Triber sagen. Wie schon erwähnt, ist der zum Modelljahr 2025 komplett renovierte Renault quasi baugleich mit dem Nissan. Einzig verfügbarer Motor ist auch weiterhin ein Einliter-Dreizylinder-Benziner mit 72 PS und 92 Nm Drehmoment, der ausschließlich die Vorderräder antreibt. Geschaltet wird wahlweise per Fünfgang-Automatik oder einem manuellen Fünfganggetriebe. Gegen Aufpreis ist auch eine Umrüstung auf CNG möglich. Der Grundpreis für den Triber liegt bei umgerechnet rund 5.400 Euro.

Der indische Automarkt

Auf dem indischen Subkontinent wurden 2025 insgesamt etwa 26,8 Millionen Fahrzeuge (Autos, Nutzfahrzeuge, Zwei- und Dreiräder) verkauft. Die reinen Pkw-Verkäufe lagen bei etwa 4,5 Millionen Einheiten. Klarer Marktführer mit einem Marktanteil von 44,2 Prozent ist Maruti. Mahindra kommt auf 12,6 Prozent, Tata auf 12,4 Prozent. Stärkster Importeur ist Hyundai mit 10,5 Prozent vor Toyota mit 8,5 Prozent. Besonders beliebt sind SUV-Modelle, auf die 52 Prozent der Neuzulassungen entfallen. Bestseller ist allerdings die Kompaktlimousine Maruti Suzuki Dzire mit rund 214.000 Verkäufen.

Mahindra Bolero

Mit dem Bolero zieht der erste waschechte SUV in unsere Liste ein. Das Design des nur vier Meter langen Modells, ist rustikal, die Verarbeitung und die Ausstattung sind selbst nach indischen Standards eher bescheiden. Die dritte Sitzreihe setzt auf seitlich montiertes Klappgestühl und darf als Notsitz eingestuft werden. Den Antrieb der an einer Starrachse geführten Hinterräder übernimmt ein 1,5 Liter großer Dreizylinder-Turbodiesel mit 76 PS und 210 Nm Drehmoment. Geschaltet wird per manuellem Fünfgang-Getriebe. Die Preise für den Bolero starten ab umgerechnet rund 7.500 Euro.

Mahindra Bolero Neo

Der erst im Oktober 2025 überarbeitete Bolero Neo ist die deutlich modernisierte Version des Bolero, der dennoch weiter parallel angeboten wird. Das Design ist deutlich moderner, die Ausstattung wurde verbessert, die Verarbeitung ebenfalls. Geblieben sind das Vier-Meter-Format und das Notsitzkonzept mit zwei seitlich montierten Klappsitzen ohne Sicherheitsgurte in der dritten Reihe. Einziger Antrieb ist auch hier ein 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbodiesel. Der entlässt allerdings 100 PS und 260 Nm über ein manuelles Fünfganggetriebe an die Hinterräder, die hier an einer Einzelradaufhängung geführt werden. Der Frischeschub hat allerdings auch seinen Preis. Zu haben ist der Bolero Neo erst ab umgerechnet rund 8.100 Euro.

Maruti Ertiga

Mit dem Ertiga kehren wir wieder zu den siebensitzigen Vans zurück. Mit einer Länge von knapp 4,43 Meter überragt er Wettbewerber wie Gravite und Triber deutlich. Entsprechend fallen auch die Platzverhältnisse, speziell in der dritten Reihe, üppiger aus. Den Antrieb übernimmt ein mild hybridisierter 1,5-Liter-Saugbenziner mit vier Zylindern. Das 103 PS und 139 Nm starke Triebwerk ist wahlweise an ein manuelles Fünfgang-Getriebe oder eine Sechsgang-Automatik gekoppelt und treibt ausschließlich die Vorderräder an. Optional ist eine CNG-Version verfügbar. Angeboten wird der Ertiga zu Preisen ab umgerechnet rund 8.200 Euro.

Toyota Rumion

Der Rumion ist eine umgelabelte Version des Maruti Ertiga und teilt sich entsprechend Exterieur und Interieur sowie die Basis mit ihm. Entsprechend sitzt auch hier unter der haube der 1,5-Liter-Benziner mit ISG, 103 PS und 139 Nm Drehmoment. Optional ist eine CNG-Version verfügbar. Geschaltet wird per manuellem Fünfgang-Getriebe oder Sechsgangautomatik. Beim Preis liegt der Rumion deutlich über dem Ertiga. Los geht es ab umgerechnet rund 9.800 Euro.

Kia Carens

Mit einer Länge von 4,54 Meter noch größer tritt in Indien der Kia Carens mit sieben vollwertigen Sitzplätzen an. In Sachen Design, Ausstattung und Verarbeitung könnte der Carens auch in Europa bestehen. Auf der Antriebsseite können Kunden zwischen einem 1,5-Liter-Saugbenziner (115 PS und 144 Nm) und einem 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel (116 PS und 250 Nm) wählen. Geschaltet wird immer per manuellem Sechsgang-Getriebe, angetrieben werden die Vorderräder. Ein ISG ist ebenfalls immer verbaut. Die Preise für den Carens starten ab umgerechnet rund 10.200 Euro.

In der modernisierten Version als Carens Clavis bietet der Koreaner ein absolut zeitgemäßes Kia-Design wie die Europa-Modelle, einen modernen Innenraum sowie ein erweitertes Motorenportfolio. Der 1,5 Liter große Turbobenziner leistet 160 PS und 253 Nm, der Saugbenziner weiter 115 PS und 144 Nm und der Turbodiesel unverändert 116 PS und 250 Nm. Der Grundpreis steigt leicht auf umgerechnet rund 10.300 Euro.

Fazit