Funktioniert von –173°C bis +130 °C: Baut GM die härteste Batterie aller Zeiten?

Extremer Temperaturbereich von –173°C bis +130 °C
Baut GM die härteste Batterie aller Zeiten?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.06.2026
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General Motors Batterie
Foto: General Motors

Wer Batterien für Elektroautos entwickelt, kämpft meist mit bekannten Herausforderungen: Reichweite, Ladegeschwindigkeit, Kosten und Kälteempfindlichkeit. Doch General Motors arbeitet derzeit an einem Energiespeicher, der in einer völlig anderen Liga spielt. Die Anforderungen für Batterieingenieure sind ein Alptraum. Der Energiespeicher soll nämlich Temperaturschwankungen von mehr als 300 Grad Celsius verkraften. Er muss dazu über Jahre hinweg zuverlässig funktionieren, extremen Vibrationen standhalten und auch dort Energie liefern, wo Nachladen praktisch unmöglich ist.

Technik für künftige Elektroautos

Zum Einsatz kommen dabei Technologien, die langfristig auch künftigen Elektroautos zugutekommen könnten. Denn gerade niedrige Temperaturen zählen bis heute zu den größten Reichweitenkillern von E-Fahrzeugen. Jede Erkenntnis über Zellchemie, Thermomanagement und Haltbarkeit könnte deshalb auch für Serienfahrzeuge von großer Bedeutung sein.

Doch zurück zur Extrembatterie: Die Anforderungen an das Projekt sind so außergewöhnlich, dass sie auf der Erde kaum vorkommen. Der Grund dafür wird erst beim Blick auf den geplanten Einsatzort klar. Die Batterie entsteht für den neuen NASA-Rover "Pegasus", der ab 2028 Astronauten im Rahmen der Artemis-Missionen über die Oberfläche des Mondes transportieren soll. General Motors entwickelt dafür gemeinsam mit dem Raumfahrtunternehmen Lunar Outpost die Energiespeichertechnologie.

Südpol-Region mit extremen Anforderungen

Vor allem die Südpolregion des Mondes stellt enorme Anforderungen. Dort wechseln sich extreme Kälte und intensive Sonneneinstrahlung ab. Temperaturen können auf bis zu minus 173 Grad Celsius fallen und an anderen Stellen auf mehr als 120 Grad Celsius steigen. Gleichzeitig soll das Fahrzeug mindestens zehn Jahre lang mehrere Missionen überstehen.

Für GM ist das Projekt mehr als ein prestigeträchtiger Raumfahrtauftrag. Die Erfahrungen aus der Entwicklung weltraumtauglicher Batterien könnten direkt in künftige Elektrofahrzeuge einfließen. Dabei schließt sich ein historischer Kreis: Bereits 1971 entwickelte General Motors gemeinsam mit Boeing das berühmte Lunar Roving Vehicle der Apollo-Missionen. Mehr als fünf Jahrzehnte später könnte erneut ein Fahrzeug mit GM-Technik über die Mondoberfläche rollen.

Parallel arbeitet GM bereits an seiner nächsten Batteriegeneration. Die neuen Lithium-Mangan-reichen Batterien (LMR) sollen ab 2028 in Elektroautos eingeführt werden. Sie versprechen geringere Kosten und höhere Reichweiten als heutige Akkus. Mangan gilt als besonders günstig und weltweit verfügbar, weshalb viele Hersteller große Hoffnungen in die Technologie setzen.

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