Die Basis bildet ein vierachsiger 8×8-Lkw aus der HX2-Baureihe von Rheinmetall MAN Military Vehicles. Das Fahrzeug ist für hohe Nutzlasten und den Einsatz im Gelände ausgelegt und bleibt auch bei niedrigen Temperaturen voll einsatzfähig.
Mit einer militärischen Nutzlast von bis zu etwa 15 Tonnen kann der HX2 das komplette Mörsermodul aufnehmen. Gleichzeitig sorgt der permanente Allradantrieb dafür, dass das System auch auf unbefestigtem Untergrund beweglich bleibt. Entscheidend ist dabei, dass der Lkw ohne aufwendige Abstützung oder Vorbereitung fahrbereit bleibt.
Containerlösung für den flexiblen Einsatz
Das Mörsersystem ist nicht fest in das Fahrzeug integriert, sondern als eigenständiges Modul ausgeführt. Kann also auch auf andere Rad- und Kettenfahrzeuge aufgestellt werden. Es wird wie ein Container auf die Ladefläche gesetzt und kann dort betrieben oder auch abgesetzt werden. Dieses Prinzip erlaubt es, Fahrzeug und System unabhängig voneinander zu nutzen. Gleichzeitig lässt sich das Modul auf unterschiedlichen Plattformen einsetzen, ohne dass grundlegende Anpassungen notwendig sind.
Im Inneren arbeitet ein 120-Millimeter-Mörser vom Typ Ragnarok. Das rund eine Tonne schwere System wird manuell geladen, richtet sich aber elektrisch aus und gleicht Bewegungen der Plattform automatisch aus. Die Feuerrate liegt bei bis zu 20 Schuss pro Minute, die Reichweite bei rund acht Kilometern. Eine doppelte Rückstoßdämpfung reduziert die Belastung für das Trägerfahrzeug und ermöglicht so den Einsatz auf einem Lkw. Das System lässt sich innerhalb von weniger als einer Minute in Stellung bringen und wieder sichern.
Schneller Stellungswechsel als Kern
Der wesentliche Unterschied zu klassischen Systemen liegt im Ablauf nach dem Feuerauftrag. Während herkömmliche Mörser oft länger an einer Position verbleiben, ist dieses System auf unmittelbare Verlegung ausgelegt.
Nach dem letzten Schuss wird der Mörser automatisch in Transportstellung gebracht. Das Fahrzeug kann die Position direkt verlassen. Genau dieser schnelle Wechsel zwischen Feuer und Bewegung ist der zentrale Vorteil des Konzepts.
Erprobung unter Winterbedingungen
Die Demonstration in Norwegen fand unter realistischen Belastungen statt. Niedrige Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit wirken sich direkt auf mechanische und elektrische Systeme aus.
Getestet wurde, ähnlich wie bei der Wintererprobung von Pkw, dabei das Zusammenspiel aus Fahrzeug und Modul. Dazu gehören die Funktion der elektrischen Richtsysteme, das Verhalten der Rückstoßtechnik sowie die Beweglichkeit des Trägers im Gelände.












