VW Prototyp EA 266: Der gescheiterte Käfer-Nachfolger

VW Prototyp EA 266
Der gescheiterte Käfer-Nachfolger

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.05.2026
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Die Entwicklung des Volkswagen EA 266 begann im Jahr 1966 unter dem damaligen VW-Chef Heinrich Nordhoff. Ziel war es, einen modernen Nachfolger für den Käfer zu schaffen, dessen Konzept aus den 1930er-Jahren zunehmend als veraltet galt. Porsche wurde mit dem Projekt beauftragt, wobei Ferdinand Piëch die Leitung übernahm. Das Fahrzeug sollte mit einem wassergekühlten Reihenvierzylinder ausgestattet werden, der platzsparend unter der Rückbank in Mittelmotor-Bauweise eingebaut war. Diese Konstruktion ermöglichte eine bessere Gewichtsverteilung und schuf zusätzlichen Stauraum im vorderen Bereich.

Technische Innovationen und Herausforderungen

Der EA 266 war mit Motoren zwischen 1,3 und 1,6 Litern Hubraum geplant, die Leistungen von bis zu 105 PS boten. Die innovative Mittelmotor-Anordnung brachte jedoch auch erhebliche Probleme mit sich: Die Hitze- und Geräuschentwicklung waren hoch, und der Zugang zum Motor für Wartungsarbeiten gestaltete sich schwierig – ein Ölpeilstab musste beispielsweise eine Länge von 1,5 Metern aufweisen. Zudem zeigte das Fahrzeug ein schwer kontrollierbares Fahrverhalten bei nasser Fahrbahn.

Der wirtschaftliche Kontext

Die Entwicklungskosten des EA 266 beliefen sich auf etwa 250 Millionen DM – eine enorme Summe für die damalige Zeit. Als Rudolf Leiding im Jahr 1971 die Führung bei VW übernahm, erkannte er schnell die finanziellen Risiken des Projekts. Der geplante Verkaufspreis hätte auf dem Niveau eines Audi 100 oder VW K70 gelegen und damit deutlich über dem Marktsegment des Käfers.

Das Ende eines Traums

Nach nur zwei Wochen im Amt entschied Leiding, das Projekt einzustellen. Von den insgesamt rund 50 gebauten Prototypen wurden fast alle zerstört – einige sogar mit Hilfe von Panzern auf dem Porsche-Testgelände in Weissach. Nur zwei Exemplare blieben erhalten; eines davon ist heute im Automuseum Volkswagen zu besichtigen.

Einfluss auf spätere Modelle

Trotz seines Scheiterns hatte der EA 266 Einfluss auf die spätere Entwicklung bei Volkswagen. Die Erfahrungen aus dem Projekt flossen in die Konstruktion des Golf ein, der ab 1974 mit Frontmotor und Frontantrieb neue Maßstäbe setzte und den Grundstein für den Erfolg von VW in den folgenden Jahrzehnten legte.

Fazit