4/2020, Kia Stonic Spirit Bernd Conrad
4/2020, Kia Stonic Spirit
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4/2020, Kia Stonic Spirit 10 Bilder
SUV

Kia Stonic 1.6 CRDi (136 PS): Diesel-SUV im Fahrbericht

Kia Stonic 1.6 CRDi im Fahrbericht City-SUV für Kilometerfresser

Der kompakte Kia Stonic ist auch mit einem 136 PS starken Dieselmotor lieferbar. Passt der Selbstzünder zum kleinen Crossover aus Korea?

Das Segment der kleinen Crossover, auch City-SUV genannt, steht bei Kunden hoch im Kurs und ist demnach aufseiten der Hersteller heiß umkämpft. Kaum eine Mainstream-Marke fehlt hier. Der Volkswagen-Konzern schickt mit Seat Arona, Skoda Kamiq und VW T-Cross drei Modelle auf Basis der Kleinwagen-Architektur MQB A0 ins Rennen, PSA hat Citroën C3 Aircross, DS3 Crossback, Opel Crossland X und Peugeot 2008 am Start. Auch sie teilen sich den Unterbau.

In Korea leistete man sich sogar den Luxus, die beiden Marken des Hauses getrennte Wege gehen zu lassen. Während Hyundai für den Kona eine eigene Plattform mit der Möglichkeit für elektrifizierte Antriebe und Allradantrieb entwickelte, folgte Schwester Kia dem Weg der Konkurrenz. Der Kia Stonic basiert auf dem Kleinwagen des Hauses, dem Rio.

Diesel im Stonic ohne Mildhybrid-System

2017 ging der Kia Stonic an den Start, seitdem behauptet er sich im Segment ganz ordentlich. Mit knapp 7.000 Neuzulassungen in Deutschland im Jahr 2019 liegt er deutlich vor dem Kia Rio. Mit 4,14 Metern übertrifft er ihn auch in der Außenlänge (Rio 4,07 Meter), teilt aber dessen 2,58 Meter langen Radstand.

Dem Käufer eines Crossover-Modells mit mehr Bodenfreiheit und höherer Sitzposition traut Kia wohl auch mehr Hunger nach Langstrecken zu. Im Gegensatz zum fünftürigen Kleinwagen ist der Stonic als Alternative zu den Benzinern mit drei und vier Zylindern und maximal 120 PS auch als Diesel lieferbar. Der 1.6 CRDi ist aus vielen Konzernmodellen, u.a. Kia Ceed und Sportage, bekannt. Im Stonic wird er in den bekannten Leistungsstufen mit 115 und 136 PS angeboten, die im Gegensatz zu den größeren Modellen aber ohne das Mildhybrid-System mit 48V-Bordnetz auskommen.

Ein Hund, der bellt und beißt!

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Der Stonic-Testwagen ist in Florida-Gelb lackiert, das Dach als Kontrast in Schwarz.

Der selbstzündende Vierzylindermotor lässt im Kia Stonic kaum Zweifel über sein Arbeitsprinzip aufkommen. Er ist vor allem nach dem Kaltstart, aber auch bei mittleren und höheren Drehzahlen stets mit einem kernigen Klang zu vernehmen. Hunde, die bellen, beißen nicht? Für den Kia Stonic 1.6 CRDi mit 136 PS gilt das nicht.

Die Kombination aus relativ kleinem Auto und relativ starkem Diesel sorgt für durchaus dynamische Fahrleistungen. Überraschend ist vor allem, wie vehement der Koreaner auf der Autobahn ab 120 km/h bis zur Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h beschleunigt. Die gut geführten Gassen des manuellen Sechsgang-Getriebes unterstützen die Freude an der Fortbewegung.

Im Rahmen der Richtgeschwindigkeit lassen sich in einem ausgewogenen Verhältnis aus Windgeräuschen, Federungskomfort und Spritdurst Langstrecken locker bezwingen. Fünf Liter Diesel genehmigte sich der Kia Stonic während der ausgiebigen Probefahrten. Das liegt spürbar unter dem 120 PS starken Dreizylinder-Benziner.

Dennoch wirkt der Kia Stonic als Diesel ein wenig wie der Partygast, für den erst noch eilig ein Stuhl bereitgestellt werden muss. Der knurrige Diesel und die famosen Fahrleistungen prädestinieren ihn für Langstrecken-Fahrer. Nur: Ist das die Kernzielgruppe dieser Fahrzeuggattung?

Kauft der Außendienstler nicht eher einen Kompaktkombi, reicht dem Expresskurier oder Lieferdienst nicht ein Kleinwagen für den Dauereinsatz auf Kurz- und Mittelstrecken? Wie auch immer, der Kia Stonic bietet auch groß gewachsenen Fahrern ausreichend Bewegungsfreiheit, dazu passen die üppig dimensionierten Sitze. In Reihe zwei ist das Platzangebot okay, hier erinnert der Stonic aber Sitzriesen an seine Kleinwagenbasis.

Straffes Fahrwerk

Alle Stonic-Versionen außer dem Einstiegsmodell Edition 7 haben, wenn nicht der 1,2 Liter-Basisbenziner unter der Motorhaube schlummert, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen serienmäßig. Das sieht in Verbindung mit den rustikalen Schwelleraufsätzen und den Schürzen an Front und Heck gut aus, schmälert aber den Federungs-Komfort. Bei langsamer Fahrt durch 30er-Zonen teilt der Stonic damit Wurzelaufbrüche oder Querfugen gerne direkt mit, wirkt unnötig störrisch.

Neben nicht lieferbaren LED-Scheinwerfern bleibt die straffe Abstimmung der einzig größere Kritikpunkt am Kia Stonic. Beides könnte im Rahmen einer Modellpflege behoben werden, womit die Baureihe auch den teils neueren Mitbewerbern im wachsenden Markt der kleinen SUV nochmals entschlossener entgegentreten könnte.

Aktuelle Smartphone-Connectivity

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Gute Verarbeitung und intuitive Bedienung im Cockpit des Kia Stonic.

Ansonsten zeigt sich der Kia Stonic gut verarbeitet und intuitiv bedienbar. Das sieben Zoll große Display für Infotainment und Navigation reicht aus, das Smartphone lässt sich über die USB-Buchse auch zur Verwendung von Apple CarPlay und Android Auto integrieren. Die Kunststoffe am Armaturenbrett und an den Türverkleidungen sind teils hart, so wie auch die im Mitbewerber VW T-Cross.

In der gehobenen Spirit-Ausstattung, die u.a. Sitzbezüge mit Lederdetails, Rückfahrkamera und Spurhalteassistent mit Lenkeingriff beinhaltet, kostet der Kia Stonic CRDi 24.790 Euro; der Aufpreis zum Benziner mit 120 PS beträgt 2.440 Euro. Je nach Versicherungstarif muss das über viele Kilometer hereingefahren werden. Es sei denn, man sieht einen Teil davon als Zuschlag für 108 Mehr-Nm Dehmoment (CRDi 280 Nm, T-GDI 172 Nm).

Fazit

Der starke, kernige Diesel im kompakten Auto ist spitz für eine kleine Zielgruppe ausgelegt, gefällt aber vor allem mit seinen Fahrleistungen bei akzeptablem Verbrauch. Das Gros der Stonic-Kunden dürfe dennoch zum 120 PS starken Benziner greifen, den es im Gegensatz zum Selbstzünder auch mit Doppelkupplungsgetriebe gibt. Bequeme Sitze und ausreichend Platz bietet der Koreaner, unabhängig von der Motorisierung, immer.

Kia
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