BYD testet Flash-Charger mit 1.500 kW: Super-Lader macht E-Autos in 5 Minuten voll

BYD testet Flash-Charger mit 1.500 kW
Super-Lader macht E-Autos in 5 Minuten voll

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.03.2026
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An einer Demonstrationsstation in Shenzhen wird ein sogenanntes "Flash-Charging"-System erprobt, das laut chinesischen Berichten eine maximale Ladeleistung von bis zu 1.500 Kilowatt erreichen kann. Damit würde die Technik deutlich über der Leistung heutiger Schnelllader liegen und die Ladezeit von Elektroautos erheblich verkürzen.

Die Testanlage wurde nahe dem BYD-Hauptsitz aufgebaut und erinnert in ihrer Gestaltung eher an eine klassische Tankstelle als an eine typische Ladesäule. Mehrere Ladepunkte sind unter einer T-förmigen Konstruktion angeordnet, von der flüssigkeitsgekühlte Hochleistungskabel zu den Fahrzeugen geführt werden.

Ladeleistung deutlich über heutigen Schnellladern

Die derzeit leistungsstärksten öffentlichen Schnellladesäulen für Pkw erreichen meist Ladeleistungen zwischen 250 und 350 Kilowatt. In Deutschland werden erste Stationen mit bis zu 400 Kilowatt installiert.

BYD zielt mit seinem neuen System deutlich darüber hinaus. Nach bisherigen Angaben arbeitet die Technik mit einer elektrischen Architektur von rund 1.000 Volt und kann Ströme von bis zu 1.500 Ampere liefern. Rechnerisch ergibt sich daraus eine maximale Ladeleistung von etwa 1.500 Kilowatt.

Damit läge die Leistung etwa dreimal so hoch wie bei den derzeit leistungsstärksten Tesla-Superchargern der Generation V4, die in China eine Spitzenleistung von rund 500 Kilowatt erreichen können.

Nach Berichten aus China könnte ein Elektroauto, das an einem heutigen Schnelllader rund 20 Minuten benötigt, um den Akku von zehn auf 80 Prozent zu laden, mit dem neuen System deutlich schneller geladen werden. In internen Demonstrationen wird von Ladezeiten im Bereich von etwa fünf Minuten gesprochen.

Flash-Charging nur für geeignete Fahrzeuge

Die derzeit getesteten Megawatt-Ladesäulen können nach bisherigen Informationen nur von Fahrzeugen genutzt werden, deren Batterie- und Leistungselektronik auf extrem hohe Ladeleistungen ausgelegt ist. Während der Tests wurden nur Modelle zugelassen, die mehr als 1.000 Kilowatt Ladeleistung aufnehmen können.

Zu den genannten Fahrzeugen gehören unter anderem

• BYD Tang 9
• BYD Seal 07
• BYD Song Ultra
• Denza Z9 GT
• Modelle der Tai-Serie

Einige dieser Fahrzeuge sind bisher nur für den chinesischen Markt angekündigt. Der Denza Z9 GT soll allerdings im Laufe des Jahres 2026 auch in Europa eingeführt werden.

Aus Sicherheitsgründen wird der Ladevorgang nach Angaben aus den Testläufen automatisch beendet, sobald der Akku einen Ladezustand von 97 Prozent erreicht.

App startet den Ladevorgang automatisch

Parallel zur Hardware testet BYD auch eine eigene Lade-App für das neue Netzwerk. Erste Screenshots zeigen eine Android-Version der Anwendung. Sie soll in Zukunft nahegelegene Ladepunkte anzeigen und ein automatisches "Plug-and-Charge"-System unterstützen.

Nach Angaben aus den Testläufen startet der Ladevorgang rund zehn Sekunden nach dem Einstecken des Kabels automatisch, ohne dass eine separate Freischaltung per QR-Code erforderlich ist.

Preisangaben aus der Demonstrationsanlage

An der Demonstrationsstation in Shenzhen wurden auch erste Preisangaben angezeigt. Dort lag der Tarif bei 1,3 Yuan pro Kilowattstunde. Dieser setzt sich laut den veröffentlichten Informationen aus einem Strompreis von 1,0 Yuan und einer Servicegebühr von 0,3 Yuan zusammen.

Zusätzlich sollen Käufer kompatibler Fahrzeuge jährlich bis zu 1.000 Kilowattstunden kostenlos laden können. Offizielle Angaben zu einem solchen Programm liegen bisher allerdings nicht vor.

Ausbau eines eigenen Megawatt-Ladenetzes geplant

Ein konkreter Zeitplan für den landesweiten Start des neuen Flash-Charging-Netzes wurde bisher nicht veröffentlicht. Branchenberichte gehen jedoch davon aus, dass BYD langfristig mehrere Tausend dieser Hochleistungsladepunkte aufbauen könnte.

In einigen Veröffentlichungen ist von rund 4.000 eigenen Stationen die Rede. Einschließlich Kooperationen mit Partnerunternehmen könnte das Netz auf mehr als 15.000 Ladepunkte anwachsen.

Derzeit befindet sich das System noch in einer Testphase. Details zu Dauerleistung, Ladeprofilen und einer möglichen internationalen Einführung wurden bisher nicht bekanntgegeben.

Die Fotoshow zeigt den Denza Z9 GT im Fahrbericht

Fazit