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Auto vor Corona schützen, 2020 Getty Images
Auto vor Corona schützen, 2020
Auto vor Corona schützen, 2020
Auto vor Corona schützen, 2020
Auto vor Corona schützen, 2020 16 Bilder

Auto durch richtige Reinigung frei von Corona-Viren halten

Auto Corona-frei halten So reinigen Sie Ihr Auto richtig

Wer sein Auto mit anderen teilt oder sich nach Kontakt mit anderen sicher fühlen möchte, kann es desinfizieren. Das geht sogar recht einfach.

Während der Corona-Krise ist das Meiden von sozialen Kontakten das A und O, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Außerdem hilft Hygiene ganz enorm – und wer sein Auto auch jetzt noch mit andern teilt oder nach einer Besorgung sicher gehen möchte, dass das Auto weitestgehend keimfrei ist, kann es mit einfachen Maßnahmen reinigen. Die aktuell in vielen Drogerien vergriffenen Desinfektionsmittel sind dafür oft nicht zwingend nötig.

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Das Auto von Müll und anderem unnötig mitgeführtem Kram befreien, sollte am Anfang der Reinigung stehen.

Unnötiger Krempel: raus

Als erstes sollte das Auto aufgeräumt sein – unnötig mitgeführter Krempel kann jetzt endlich mal raus. Dadurch vermindert sich die Größe der Oberfläche, an der Viren haften können. Das gilt erst recht für benutzte Taschentücher: Wer bisher tatsächlich so eklig war, diese schnodderigen Überbleibsel einfach im Auto liegen zu lassen, sollte jetzt die Chance zum Ändern seines Verhaltens nutzen: In einem engen Raum wie dem Auto sind herumliegende benutzte Taschentücher eine besonders effiziente Infektionsquelle.

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Wird gern beim Reinigen übersehen: der Innenspiegel.

Normale Reinigung für die Meisten ausreichend

Normale Handseife oder Geschirrspülmittel genügen – wie beim Händewaschen zerstören diese Chemikalien die Viren, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jüngst bestätigt hat. Außerdem sollten sie in den meisten Fällen mild genug sein, um nicht die Oberflächen im Autoinnenraum anzugreifen. Spezielle Cockpitreiniger funktionieren genauso und sind speziell dazu entwickelt, trotz gründlicher Reinigungswirkung Leder und Kunststoffoberflächen nicht zu beschädigen – allerdings können sie beispielsweise das Lenkrad oder den Schaltknauf rutschig machen.

Desinfektionsmittel sind deutlich aggressiver und ersetzen eine normale Reinigung nicht – hier lieber einen ersten Versuch an einer verdeckten Stelle des Innenraums durchführen. Wer allerdings zu einer Risikogruppe gehört (Senioren, Personen mit Vorerkrankungen), sollte auf Nummer sicher gehen und nach der normalen Reinigung ein Desinfektionsmittel mit der Kennzeichnung "viruzid" einsetzen – die dann möglicherweise beschädigten Oberflächen im Auto stehen schließlich in keinem Verhältnis zu einem Infektionsrisiko.

Die Art der Anwendung ist grundsätzlich für alle Mittel gleich: Gründlich auf die entsprechenden Oberflächen auftragen und in Ruhe einwirken lassen. Dann die Chemikalien wieder mit einem feuchten Tuch entfernen – um Spätschäden zu vermeiden, sollten sie nicht auf den Oberflächen verbleiben.

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Auch der Tankdeckel und der Tankverschluss sind zu reinigen - schließlich fasst man diese Bauteile bei jedem Tankvorgang an.

Was zu reinigen ist

Zu Reinigen sind mindestens alle Stellen, mit denen Menschen direkten Kontakt haben – angehustete oder angenieste Oberflächen natürlich auch. Armaturenbrett, Lenkrad, Lenkrad-Satelliten, Schalter, Schalt- oder Gangwahlhebel und der Touchscreen sind auf jeden Fall zu reinigen – aber es gibt noch Stellen, die nicht sofort ins Auge fallen: Den Innenspiegel sollte der Fahrer ebenso wenig vergessen wie Tankdeckel, Tankverschluss, Türgriffe rundum, Heckdeckel-Griff und der Hebel zum Entriegeln der Fronthaube.

Wer sich für seine Fahrten zwischen mehreren Fahrzeugen entscheiden kann, sollte sich das am leichtesten zu reinigende auswählen – mit schlichter unempfindlicher Oberfläche und so wenig Bedienelementen wie möglich.

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Vor und nach der Autoreinigung: gründlich die Hände waschen.

Keimschleuder Klimaanlage

Der Klimaanlage gilt jetzt besondere Aufmerksamkeit: Frischluftzufuhr von außen ist okay, das Auto mit offenem Fenster durchlüften auch, Umluft ist tabu – die Umluftschaltung saugt Keime aus dem Innenraum und schleudert sie in diesen zurück. Es ist von Vorteil, den Innenraumfilter der Klimaanlage mindestens einmal jährlich zu erneuern, da sich in dem System ohnehin Keime einnisten können. Der chinesische Hersteller Geely gab kürzlich bekannt, dass er einen Aktivkohle-Filter entwickelt habe, der 95 Prozent aller ihn passierenden Viren tötet.

Und weiterhin gilt: Die verwendeten Tücher und Schwämme gründlich ausspülen und, wenn möglich, bei 60 Grad waschen und an einem luftigen Ort trocknen. Auch ihre Hände sollten Sie vor und nach der Autoreinigung gründlich waschen.

Bus-Desinfektion mit UV-Licht in Shanghai
South China Morning Post/https://youtu.be/SqytOuYfsnA
Chinesische Behörden desinfizieren diesen Bus in Shanghai mit strakem UV-Licht. Allerdings kann UV-Licht Augen und Haut erheblich schädigen und sollte nur von Fachpersonal eingesetzt werden.

UV-Licht

Auf youtube ist ein Video aufgetaucht, in dem zu sehen ist, wie die Behörden in der chinesischen Stadt Shanghai Busse mit großen UV-Lampen desinfizieren. Die energiereiche, kurzwellige UV-Strahlung führt bei Bakterien, Pilzen und Viren zu einer photochemischen Schädigung des Erbguts, was wiederum die Vermehrungs- und Infektionsfähigkeit der betroffenen Organismen herabsetzt. Allerdings ist UV-Licht mit größter Vorsicht zu genießen: Es kann zu starken Schädigungen von Augen und Haut führen – für den Einsatz als privates Auto-Desinfektionsgerät gibt es bisher kaum Erfahrung. Die oben genannten Maßnahmen sollten für private Anwender ausreichen, den Einsatz von UV-Licht sollte ausschließlich geschultes Personal übernehmen.

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Reinigen Sie den Innenraum Ihres Autos während der Corona-Krise öfter als sonst?
Ja, dem Virus darf man so wenig Verbreitungs-Chancen wie möglich geben.
Nein, das finde ich übertrieben.

Fazit

Zeiten des eingeschränkten Kontaktes zwischen Menschen sind auch Zeiten des Individualverkehrs – öffentliche Verkehrsmittel empfinden aktuell möglicherweise einige Menschen als zu gefährlich. Also muss das eigene Auto her – aber auch dort können sich Keime festsetzen. Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich die Wahrscheinlichkeit von Auftreten von gefährlichen Viren im Fahrzeug-Innenraum aber minimieren – Putzen hilft. Schließlich haben die Unis Greifswald und Bochum herausgefunden, dass einige Corona-Virenstämme länger als eine Woche auf Oberflächen überleben können.

Umfassende Hygiene-Tipps für den Alltag gibt zudem die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrer Website.

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