Bei Tasten zu weit gegangen: Mercedes bringt Knöpfe ins Cockpit zurück

Bei Tasten zu weit gegangen
Mercedes bringt Knöpfe ins Cockpit zurück

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.08.2026
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Mercedes bringt Knöpfe ins Cockpit zurück
Foto: Mercedes

Mercedes setzt weiter auf große Displays, aber holt physische Bedienknöpfe zurück. CEO Ola Källenius betont im Gespräch mit Autocar: Die Autoindustrie hat es beim Ersetzen von Tasten durch Bildschirm-Menüs "ein bisschen zu weit" getrieben. Er erwartet gleichzeitig keinen Rückzug von großen Bildschirmen. Er beschreibt die Lage anders: "I don’t know if we’re at peak screen, but we’re at low button" ("Ich weiß nicht, ob wir beim Maximum an Bildschirm angekommen sind – aber wir sind beim Minimum an Knöpfen"). Mercedes will künftig wieder die "sinnvollsten Buttons" einbauen – dort, wo Fahrer sie im Alltag schnell und sicher brauchen.

Hyperscreen bleibt das digitale Aushängeschild

Die Mercedes-Verantwortlichen halten am bildschirmlastigen Innenraum fest – inklusive MBUX Hyperscreen. Autocar beziffert die Breite des Tri-Screen-Systems in manchen Modellen auf bis zu 1.410 Millimeter. Auch Mercedes‘ Ex-Designchef Gorden Wagener hatte sich für ein aus seiner Sicht modernes Layout mit großen Touchscreens eingesetzt.

Mercedes entwickelt auch Sprachbedienung weiter

Källenius betont, Mercedes investiere sehr viel Zeit in die Nutzerführung. Er scherzt, die Bedienung müsse so einfach funktionieren, dass sie "ein fünfjähriges Kind oder ein Mercedes-Vorstandsmitglied" versteht. Parallel treibt Mercedes die Sprachbedienung voran – trotzdem setzt der CEO wieder stärker auf Tasten, weil Kunden bestimmte Funktionen lieber ertasten als suchen.

Erste Rückkehr im Alltag: Lenkrad-Bedienung

Mercedes hat physische Lenkradtasten bereits wieder eingeführt. Källenius kündigt an, weitere mechanische Elemente folgen zu lassen, wenn sie im Alltag einen erkennbaren Nutzen bringen. Damit reihen sich die Stuttgarter in eine deutliche Gegenbewegung ein: Volkswagen hat den Schritt zurück zu mehr haptischer Bedienung bereits vollzogen, auch Hyundai bewegt sich in diese Richtung. Carscoops verweist außerdem auf Ferrari: CEO Benedetto Vigna nennt Touch-Bedienfelder als deutlich günstiger in der Herstellung und kündigt dennoch mehr physische Controls an.

Knöpfe lösen nicht jedes Bedienproblem

Carscoops erinnert an einen schwedischen Ablenkungstest: Dort erledigten Fahrer mehrere Standardaufgaben im Mazda CX-60 mit vielen Tasten langsamer als im touchscreenlastigen Tesla Model Y. Auch ein Mercedes CLA schnitt demnach schwach ab, während ein Volvo XC60 stark performte. Entscheidend bleibt damit nicht die reine Anzahl an Knöpfen, sondern die komplette Systematik mit Platzierung und Bedienbarkeit der wichtigsten Funktionen.

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