Mercedes CLA 200 EQ: Neuer E-Mercedes muss regelmäßig die Batterie neu justieren

Mercedes CLA 200 EQ
E-Mercedes muss regelmäßig Batterie kalibrieren

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.01.2026
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Mercedes-Benz CLA 250+ EQ
Foto: Mercedes-Benz AG

Mit dem neuen CLA 200 EQ setzt Mercedes-Benz erstmals im CLA auf eine Hochvoltbatterie mit LFP-Zellchemie (Lithium-Eisenphosphat). Diese Technik gilt als besonders kosteneffizient, robust und langlebig. Dank der hohen Effizienz des Fahrzeugs schafft der 58-kWh-Akku bis zu 541 Kilometer Reichweite. Beim Schnellladen sind Leistungen von bis zu 200 kW möglich – der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert rund 20 Minuten und ist damit sogar etwas schneller als bei den NMC-Batterien der Varianten CLA 250+ und CLA 350 4Matic EQ.

Besonderheiten der LFP-Technologie

Die LFP-Batterien weisen allerdings eine Besonderheit auf, die sich im täglichen Einsatz darauf auswirkt, wie die Nutzer mit ihrer neuen elektrischen CLA-Klasse umgehen sollten. Und dazu gehören regelmäßige Kalibrierungen des Batteriesystems. Der technische Hintergrund dieser Maßnahme laut Mercedes: "LFP‑Batterien weisen im Vergleich zu NMC‑Systemen ein flacheres Spannungsprofil auf – insbesondere im oberen Ladebereich – wodurch Kalibrierfahrten bzw. Vollladungen notwendig werden, damit das Batteriemanagementsystem den tatsächlichen Energieinhalt präzise erfassen kann."

Das hört sich allerdings komplizierter an, als es tatsächlich ist: Man muss den CLA 200 EQ nur regelmäßig vollladen. Das unterscheidet diesen Akku-Typ von der üblichen Hersteller-Empfehlung für NMC-Batterien, im Alltag zur Schonung des Akkus lediglich bis 80 Prozent zu laden.

Was ist LFP und NMC?LFP- und NMC-Batterien sind beides Lithium-Ionen-Akkus, unterscheiden sich jedoch in der Kathodenchemie und damit in ihren technischen Eigenschaften: LFP-Zellen auf Basis von Lithium-Eisenphosphat gelten als besonders thermisch stabil, langlebig und unkritisch bei regelmäßigen Vollladungen. Sie bieten jedoch eine geringere Energiedichte, während NMC-Batterien mit Nickel-Mangan-Kobalt-Kathoden mehr Energie auf gleichem Bauraum speichern und größere Reichweiten ermöglichen, dafür aber empfindlicher auf hohe Ladezustände und Alterung reagieren.

Hinweise zur Kalibierung der Hochvoltbatterie im CLA 200 mit EQ Technologie finden sich im Handbuch zum Fahrzeug. Dazu ein Mercedes-Sprecher gegenüber auto-motor-und-sport.de: "Damit unsere Kundinnen und Kunden diese Pflegehinweise bequem im Alltag berücksichtigen können, weist das Fahrzeug bei Bedarf aktiv in der Head‑Unit auf eine notwendige Kalibrierung bzw. Vollladung hin. Dieser Hinweis erscheint automatisch, sobald das System erkennt, dass eine erneute Kalibrierung für eine optimale Genauigkeit des Batteriemanagementsystems sinnvoll ist."

Voraussetzung für die Schnell-Kalibrierung ist eine empfohlene Außentemperatur von mindestens 10 °C und ein eingestellter maximaler Ladezustand von 100 Prozent. Die weitere Vorgehensweise laut Handbuch:

  • Keine Ladefunktionen wie bidirektionales Laden und externe Ladepläne nutzen, die eine vollständige Ladung verhindern könnten.
  • Das Fahrzeug im verriegelten Zustand zu 100 % aufladen, bis der Ladevorgang selbstständig endet.
  • Das Fahrzeug für mindestens weitere 3 Stunden parken, idealerweise über Nacht und verbunden mit der Ladeinfrastruktur. Bei Bedarf findet in diesem Fall automatisch ein Nachladen statt.

Im Anschluss erfolgt die entsprechende Kalibrierung. Wer den CLA 200 EQ im Alltag öfter einmal bis 100 Prozent auflädt, muss sich um dieses Procedere nicht weiter kümmern: "Sofern im normalen Nutzungsprofil gelegentlich bis 100 Prozent geladen wird, erfolgt die Kalibrierung automatisch im Hintergrund. Ein gesondertes Eingreifen durch die Kundin oder den Kunden ist dann nicht erforderlich", antwortete Mercedes auf unsere Anfrage.

So funktioniert die Kalibrierung

So läuft die vollständige Kalibrierung ab, der gesamte Vorgang sollte bei Außentemperaturen über zehn Grad Celsius erfolgen:

  • Das Fahrzeug mit unter 15% Ladezustand abstellen.
  • Das Fahrzeug mindestens 6 Stunden, idealerweise über Nacht, stehen lassen.
  • Das Fahrzeug wie gewohnt nutzen (Anm.: Restreichweite bei 15% beachten)
  • Das Fahrzeug bei einem der nächsten Ladevorgänge im verriegelten Zustand zu 100% aufladen, bis der Ladevorgang selbstständig endet.
  • Das Fahrzeug für mindestens weitere 3 Stunden parken, idealerweise über Nacht und verbunden mit der Ladeinfrastruktur. Bei Bedarf findet in diesem Fall automatisch ein Nachladen statt.

Unterbleibt diese Kalibrierung über längere Zeit, arbeitet das System vorsichtiger: Reichweite, Ladezustand und mögliche Ladeleistung werden konservativ berechnet, um die Batterie zu schützen. Eine korrekt durchgeführte Kalibrierung stellt anschließend wieder die volle Genauigkeit der Anzeigen her. Vereinfacht dargestellt halten LFP-Akkus länger eine konstante Spannung als Lithium-Ionen-Batterien mit NMC-Technik. Deshalb braucht das Batteriemanagementsystem eine regelmäßige Kalibrierung, um den Ladezustand und die Reichweite korrekt einzuschätzen.

Oder noch einfacher: Den CLA 200 EQ entgegen der für NMC-Akkus üblichen Empfehlung ruhig öfter mal vollständig aufladen.

Fazit