Porsche definiert Hybridantriebe neu mit Viergang-Getriebe

Porsche revolutioniert Hybridantriebe
Porsche entwickelt innovatives Viergang-Getriebe

ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.01.2026
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Porsche Panamera 4 E-Hybrid
Foto: Hans-Dieter Seufert, Rossen Gargolov

Porsche hat ein neuartiges Hybridkonzept entwickelt, das auf einem mechanisch vereinfachten Viergang-Getriebe basiert. Dieses Getriebe ist nicht nur eine Übersetzungseinheit, sondern fungiert als zentrale Schaltzentrale des gesamten Antriebsstrangs. Zwei Elektromotoren und ein Verbrennungsmotor arbeiten zusammen, um maximale Effizienz und Leistung zu gewährleisten. Die erste Elektromaschine übernimmt klassische Hybridfunktionen wie den Motorstart und den Generatorbetrieb, während die zweite Elektromaschine unabhängig vom Verbrennungsmotor agieren kann. Diese Konfiguration ermöglicht es, die Drehmomente der Antriebskomponenten gezielt zu steuern und die mechanische Komplexität zu reduzieren.

Elektrische Höchstgeschwindigkeit neu definiert

Ein entscheidender Vorteil des neuen Getriebes ist die Möglichkeit, im rein elektrischen Modus Geschwindigkeiten von bis zu 193 km/h zu erreichen. Dies wird durch die vier Gänge des Getriebes ermöglicht, die die Motordrehzahl auch bei hohen Geschwindigkeiten in einem effizienten Bereich halten. Aktuelle Plug-in-Hybride von Porsche, wie der Cayenne Hybrid, erreichen im Elektromodus lediglich 135 km/h. Mit der neuen Technologie könnte Porsche eine Vorreiterrolle in der Entwicklung leistungsstarker Hybridfahrzeuge einnehmen.

Effizienz durch serielle Betriebsmodi

Ein weiteres Highlight des Konzepts ist der serielle Overdrive-Modus. In diesem Betriebsmodus treibt der Verbrennungsmotor ausschließlich die erste Elektromaschine an, die elektrische Energie erzeugt. Diese Energie wird dann an die zweite Elektromaschine weitergeleitet, die den Antrieb des Fahrzeugs übernimmt. Dieser Ansatz ermöglicht es, den Verbrennungsmotor in einem optimalen Wirkungsgradbereich zu betreiben, was besonders bei konstanten Autobahnfahrten von Vorteil ist. Gleichzeitig bleibt das Getriebe aktiv, sodass ein schneller Übergang in den Parallelbetrieb jederzeit möglich ist.

Vorteile gegenüber dem Achtgang-PDK

Das neue Viergang-Getriebe bietet mehrere Vorteile gegenüber dem bisher in vielen Porsche-Modellen eingesetzten Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK). Durch die gezielte Einbindung von zwei Elektromaschinen wird die Notwendigkeit für eine hohe Anzahl an Getriebestufen reduziert. Dies führt zu einer Gewichtsreduktion, weniger Bauraum und geringeren inneren Reibungsverlusten. Gleichzeitig steigt die Robustheit des Systems, da die thermische und mechanische Belastung des Getriebes sinkt. Porsche nutzt die Stärken der Elektromotoren nicht nur zur Emissionsreduktion, sondern auch zur Vereinfachung des mechanischen Antriebsstrangs.

Auswirkungen auf die Automobilindustrie

Die Einführung dieses innovativen Getriebekonzepts könnte weitreichende Auswirkungen auf die Automobilindustrie haben. Hersteller könnten gezwungen sein, ihre eigenen Hybrid- und Elektroantriebe zu überdenken, um mit der Effizienz und Leistung von Porsche mithalten zu können. Besonders in Märkten wie Deutschland, wo hohe Geschwindigkeiten auf Autobahnen eine wichtige Rolle spielen, könnte diese Technologie einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten.

Fazit