Jeep Compass, Opel Grandland X, Skoda Karoq im Test

SUV mit Benzinmotor im Test

Jeep Compass, Opel Grandland X, Skoda Karoq Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert 34 Bilder

Kompakte SUV laufen bestens, Benziner legen seit der Diesel-Krise zu und Allradantrieb braucht im Alltag kaum einer. So gesehen, liegen die Frontantriebs-Benziner-Versionen von Jeep Compass, Opel Grandland X und Skoda Karoq voll im Trend. Wir machen den Alltags- und Charakter-Check, küren am Ende einen Testsieger.

Jeep. Wenn diese Marke auftaucht, dann wird es ernst und auch authentisch. Da muss kein Abenteurertum herbeigefaselt werden, es gehört zur DNA der ältesten Geländewagenmarke der Welt. Völlig klar also, dass es unseren Fotografen hinaus in die Natur zieht, um den neuen Compass mit seinen Gegnern abzulichten – obwohl der kompakte Jeep nur in der aufpreispflichtigen 4x4-Ausführung geländegängig ist.

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Jeep Compass, Opel Grandland X, Skoda Karoq Exterieur
Jeep Compass vs. Opel Grandland X und Skoda Karoq Ende-Gelände für die Oberklasse?
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Unser Testwagen hangelt sich rein frontgetrieben vorwärts, weshalb man mit ihm die befestigten Wege besser nicht verlässt. Das erfordert ein wenig Selbstdisziplin, denn die hohe Sitzposition und das robust wirkende Cockpit mitsamt simpler Hebelchen senden Offroad-Signale. Man sollte den Verlockungen nicht nachgeben. So wenig übrigens wie im Opel Grandland X und dem Skoda Karoq, die den Jeep auf seinem Ausflug ins Grüne begleiten, ihn aber nicht aus einem eventuellen Schlamassel ziehen könnten.

An mangelnder Kraft läge es nicht; alle drei Benziner stemmen bis zu 230 Nm auf die Vorderachse, der Skoda bei Vollgas sogar 20 mehr. Das sorgt für nachdrücklichen Vortrieb. Kurioserweise wirkt der Opel als numerisch Schwächster am kräftigsten. Nach einer kurzen Anfahrlethargie quirlt sein Dreizylinder munter los, hält sich dennoch beim Spritkonsum vornehm zurück. So mögen wir das. Zumal der 1,2-Liter seine Abgase vorbildlich mittels Partikelfilter nach Euro 6d-Temp reinigt und dafür fünf Bonuspunkte erhält.

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Für den einen oder anderen Interessenten dürfte die Kaufentscheidung damit bereits zugunsten des Grandland X gefallen sein, denn ohne Filter werden Compass (Euro 6b) und Karoq (Euro 6c) an einigen Stadttoren künftig möglicherweise abgewiesen.

Jeep kommt auch vierradangetrieben

Nun ließe es sich beim Jeep kalauern, dass er doch einfach über die grüne Grenze einfahren könnte. Doch das bliebe, wie bereits erwähnt, dem teureren Trailhawk vorbehalten. Der bestens ausgestattete Limited dagegen wurde für den Asphalt optimiert. Wobei die Techniker das Optimum in der Abstimmung nicht ganz gefunden haben.

So meldet der Compass die schlechte Fahrbahn geflissentlich in die Sitze weiter, erteilt seiner Lenkung aber einen Maulkorb bezüglich des Gripniveaus. Nur Antriebseinflüsse dürfen durchschlüpfen, während die in Kurven traktierten Reifen ihrem Unmut akustisch Luft machen. Sportliche Ambitionen heben sich Jeeper, wie sich die Fahrer zuweilen selbst nennen, für Klettertouren auf – beim frontgetriebenen Compass eben nach der Fahrt zu Fuß.

Jeep Compass Advertorial Jeep® präsentiert den Jeep® Compass Wenn Stil auf Abenteuer trifft

Auch der Name Grandland X klingt nach einer Durchquerung weiter Landstriche über Stock und Stein, was allerdings auf eine völlig falsche Fährte führt: Allradantrieb gibt es nämlich nicht einmal gegen Aufpreis. Dafür eine ordentliche Agilität – erkauft durch eine straffe Federung. So lässt das Fahrwerk in Kurven wenig Seitenbewegung zu, gibt aber viel vom schlechten Fahrbahnbelag weiter.

Einen besseren Kompromiss hat Skoda gefunden. An Compass und Grandland gemessen, ist beim Karoq sogar die Quadratur des Kreises gelungen: Er lenkt williger ein, bleibt selbst in schnell gefahrenen Kurven präziser in der Spur, reduziert Unebenheiten auf ein bekömmlicheres Maß – und das ohne auf adaptive Stoßdämpfer zurückzugreifen.

Damit ist der Langstreckenkomfort des Skoda dem der Konkurrenten weit voraus. Auch übrigens, weil Mitfahrer auf der Rückbank am bequemsten untergebracht sind und gleichzeitig am meisten Raum für Gepäck bleibt. Wer vorne Platz nimmt, muss allerdings leichte Einschränkungen hinnehmen – die im Testwagen montierten optionalen Sportsitze haben durchgehende Kopfstützen, welche nicht für jede Statur optimal ausgerichtet sind. Das Geld für diese Optionssitze kann man sich also guten Gewissens sparen.

Reichlich investieren lässt sich beim Skoda dagegen in die Multimedia-Ausstattung. So kann man dem Navigationssystem beispielsweise vollständige Adressangaben am Stück diktieren. Und wer von den Hinweisen von Online-Staudiensten profitieren möchte, muss hierfür nicht erst umständlich sein Smartphone koppeln. Was andererseits ginge – sogar mit zwei Mobiltelefonen, welche die Außenantenne des Karoq nutzen.

Außerdem hat der Abstandstempomat eine Stop-and-go-Regelung (praktisch im Stau), und der Karoq kann sich teilautonom fortbewegen. Das enthalten die Konkurrenten ihren Kunden derzeit noch vor.

Variabler Skoda

Entsprechend punktet der Skoda Karoq im Sicherheitskapitel. Etwa dank zusätzlichem Knie-Airbag und Müdigkeitserkennung. Serienmäßig bremst der Skoda bis 50 km/h autonom und erkennt dabei auch Fußgänger. Den letztgenannten Service bietet der Grandland ebenso; er umsorgt seine Passagiere auf Wunsch übrigens mit ähnlich vielen Assistenten wie der Karoq. In einer Disziplin übertrumpft er ihn sogar deutlich: Beim Verzögern aus Tempo 100 mit kalter Bremsanlage kommt der Grandland X eineinhalb Meter früher zum Stillstand als der Karoq. Und aus 130 km/h sogar zwei Meter früher als der Compass.

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Letzterer versucht noch mit seiner umklappbaren Lehne des Beifahrersitzes und der elektrischen Heckklappe zu punkten; doch das ist mittlerweile praktisch Standard in der Klasse der kompakten SUV. Dem Opel hat der Jeep lediglich die dreifach geteilte Rücksitzbank bei der Variabilität voraus. Der Grandland X kontert mit der Verschiebemöglichkeit. Zudem lässt sich seine Hutablage unter dem Ladeboden verstauen.

Echte Variabilität im Sinne von Vans zeigt allerdings nur der Skoda. Seine drei Einzelelemente im Fond lassen sich verschieben und die Lehnen in der Neigung verstellen. Doch das ist noch nicht alles: Die Sitze können ausgebaut und neu konfiguriert werden. Wer will, lässt das schmale Mittelelement draußen und montiert die beiden äußeren Sitze um ein paar Zentimeter nach innen verschoben. Das bringt für Mitreisende deutlich mehr seitlichen Freiraum. Ganz schön pfiffig.

Grandland gegen Karoq im Komfortduell

Wie der Karoq generell ein sehr pfiffiger Vertreter seiner Gattung geworden ist. Dabei spielen wir bewusst nicht auf die hilfreichen Nettigkeiten wie den Eiskratzer hinter der Tankklappe oder die herausnehmbare Mini-Taschenlampe in der Verkleidung des Kofferraums an.

Von der Abgasnachbehandlung abgesehen hat Skoda vielmehr die Zeichen der Zeit erkannt und gibt den wegen ihres bulligen Auftritts beliebten SUV einen echten Nutzen in Form der Van-artigen Variabilität mit. Zusätzlich wollen wir auch ganz bewusst loben, dass die Fahrwerker nicht den Komfort geopfert haben – für eine zweifelhafte Sportlichkeit einer per se nicht eben sportlichen Fahrzeugklasse. Damit fährt die Marke eine Strategie, die zum Sieg führt.

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Bis vor wenigen Jahren hätte man diese Strategie mit dem Namen Opel in Verbindung gebracht. Doch der Grandland X lässt seine Pfiffigkeit nur an wenigen Stellen aufblitzen. Auch bei der Multimedia-Ausstattung gerät er gegenüber dem Skoda ins Hintertreffen. Rang zwei.

Und der Jeep? Der schert sich kaum um mainstreamige Erwartungen. Dafür gibt es wenig Punkte, aber viel Zuspruch bei Individualisten.

Fazit

1. Skoda Karoq
435 Punkte

Das Kapitel Umwelt und Kosten gehen an Opel, pari bei der Sicherheit. Den Rest schnappt sich der Skoda. Er ist der komfortabelste, agilste und praktischste Vertreter im Vergleichstest.

2. Opel Grandland X
420 Punkte

Der Grandland X brilliert mit dem niedrigsten Verbrauch und der modernsten Abgasreinigung, hat die besten Wiederverkaufschancen. Es fehlt aber an Variabilität.

3. Jeep Compass
346 Punkte

Am stärksten lässt sich der Compass in den Kapiteln Sicherheit und Komfort abhängen, ist immerhin gut ausgestattet. Jeepern raten wir allerdings zum Allradler Trailhawk.

Technische Daten
Jeep Compass 1.4 Multiair Limited Opel Grandland X 1.2 DI Turbo Innovation Skoda Karoq 1.5 TSI ACT Style
Grundpreis 29.700 € 29.250 € 28.490 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4394 x 1819 x 1629 mm 4477 x 1856 x 1609 mm 4382 x 1841 x 1628 mm
KofferraumvolumenVDA 438 bis 1251 l 514 bis 1652 l 521 bis 1630 l
Hubraum / Motor 1368 cm³ / 4-Zylinder 1199 cm³ / 3-Zylinder 1498 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 103 kW / 140 PS bei 5000 U/min 96 kW / 130 PS bei 5500 U/min 110 kW / 150 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 192 km/h 188 km/h 204 km/h
0-100 km/h 11,5 s 11,2 s
Verbrauch 6,2 l/100 km 5,2 l/100 km 5,4 l/100 km
Testverbrauch 8,2 l/100 km 7,4 l/100 km
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Neuester Kommentar

@bliblablub da hätten aber sehr viel ja sehr viele Europäer wenig Ahnung von Autos.kleiner Tipp Alphabet in der Reihenfolge ist vw immer ganz hinten.
.

leopaul 23. August 2018, 11:20 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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