100‑km/h-Zulassung für Anhänger: Voraussetzungen und Ablauf

Zulassung für Anhänger
100‑km/h - so klappt's

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.02.2026
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Foto: Andreas Becker

Um eine 100-km/h-Zulassung für Ihren Anhänger zu erhalten, müssen sowohl das Zugfahrzeug als auch der Anhänger bestimmte technische Anforderungen erfüllen. Das Zugfahrzeug muss mit einem Antiblockiersystem (ABS) ausgestattet sein und darf ein zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen nicht überschreiten. Der Anhänger selbst muss für eine Geschwindigkeit von 100 km/h ausgelegt sein, was unter anderem durch Reifen mit einem Geschwindigkeitsindex von mindestens L (120 km/h) und einem maximalen Reifenalter von sechs Jahren gewährleistet wird. Zudem müssen die Masseverhältnisse zwischen Zugfahrzeug und Anhänger stimmen. Beispielsweise darf ein ungebremster Anhänger mit 750 kg Gesamtgewicht nur dann 100 km/h fahren, wenn das Zugfahrzeug mindestens 2.500 kg wiegt.

Der Zulassungsprozess im Detail

Der Weg zur 100-km/h-Zulassung beginnt mit einer technischen Prüfung durch eine anerkannte Prüforganisation wie TÜV oder DEKRA. Hier wird überprüft, ob alle technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Nach erfolgreicher Prüfung erhalten Sie ein Gutachten, das Sie bei der zuständigen Kfz-Zulassungsbehörde einreichen müssen. Dort werden die Fahrzeugpapiere entsprechend aktualisiert, und Sie erhalten die gesiegelte 100-km/h-Plakette, die gut sichtbar am Anhänger angebracht werden muss. Neue Wohnwagen haben diese Zulassung oft bereits ab Werk, sodass nur noch die Plakette abgeholt werden muss.

Kosten und Nutzen der 100-km/h-Zulassung

Die Kosten für die 100-km/h-Zulassung setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen. Die Plakette selbst kostet etwa 2,50 Euro, die Änderung der Fahrzeugpapiere mindestens 12 Euro. Hinzu kommen eventuell Kosten für notwendige Umbaumaßnahmen und das Gutachten. Diese können je nach Zustand des Anhängers variieren. Es lohnt sich daher, vorab zu prüfen, ob der Aufwand im Verhältnis zur Nutzung des Anhängers steht.

Unterschiede im Ausland

Eine wichtige Einschränkung der 100-km/h-Zulassung ist, dass sie in der Regel nur in Deutschland gilt. In anderen Ländern greifen die jeweiligen nationalen Verkehrsregeln, die oft niedrigere Geschwindigkeitslimits für Gespanne vorsehen. Informieren Sie sich daher vor einer Auslandsreise über die geltenden Vorschriften, um Bußgelder zu vermeiden.

Häufige Stolpersteine und Tipps

Ein häufiger Fehler bei der Beantragung der 100-km/h-Zulassung ist das Übersehen von Details wie dem Reifenalter oder der fehlenden Stabilisierungseinrichtung am Anhänger. Achten Sie darauf, dass alle technischen Anforderungen erfüllt sind, um unnötige Verzögerungen zu vermeiden. Prüfen Sie auch, ob Ihr Anhänger nachgerüstet werden kann, falls er die Voraussetzungen noch nicht erfüllt.

Fazit