Abrams M1E3 Kampfpanzer Premiere: US-Army zeigt Zukunfts-Panzer mit Hybridantrieb

Abrams M1E3 Kampfpanzer auf der Detroit Autoshow
US-Army zeigt Zukunfts-Panzer mit Hybridantrieb

ArtikeldatumVeröffentlicht am 08.01.2026
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01/2026 Abrams M1E3 Kampfpanzer Teaser
Foto: US Army

Auf der Detroit Auto Show dreht sich eigentlich alles um neue Automodelle und Mobilität der Zukunft, auf der wichtigsten Automesse der USA (vom 14. bis 25. Januar 2026) feiert allerdings auch ein etwas größeres Modell mit modernem Hybridantrieb Premiere. Auf dem Linked-in-Kanal der US Army wurden zwei erste Teaserbilder des kommenden Abrams M1E3 gezeigt, der auf der Messe vorgestellt werden soll. Der soll den seit 45 Jahren produzierten Kampfpanzer Abrams M1A2 ablösen und mit spektakulärer neuer Technik aufwarten.

Früher Prototyp

Der M1E3 ist ein früher Prototyp, der Ende 2025 vom Hersteller Roush im Auftrag von General Dynamics Land Systems an die Streitkräfte übergeben wurde. Er dient als Technologieträger für eine grundlegende Neuentwicklung, die in wesentlichen Punkten mit der bisherigen Abrams-Familie bricht. Auf den bislang veröffentlichten Aufnahmen sind ein neu gestalteter Turm und ein deutlich überarbeitetes Fahrgestell zu erkennen. Der Turm wirkt flacher als bei heutigen Abrams-Modellen und trägt eine auffällige Sensoröffnung neben der Kanonenblende. Mehrere Kameras sind in ein sogenanntes Rundumsichtsystem eingebunden, das dem Fahrer und der Besatzung ein digitales Bild der Umgebung liefert. Hinzu kommen neue LED-Leuchten und weitere Sensoren, die künftig auch teilautomatisierte Fahrfunktionen ermöglichen sollen.

Die Hauptwaffe entspricht äußerlich weiterhin der bekannten 120-Millimeter-Glattrohrkanone, die seit den 1980er Jahren das Markenzeichen des Abrams ist. Sie verschießt große Metallgeschosse, die mit hoher Geschwindigkeit Panzerstahl durchdringen oder mit Sprengladungen Ziele bekämpfen. Anders als bisher soll der M1E3 jedoch über einen automatischen Lader verfügen. In heutigen Abrams-Panzern wird die Munition von einem vierten Besatzungsmitglied per Hand in die Kanone eingeführt. Künftig übernimmt diese Aufgabe eine Maschine, die die Geschosse aus einem Magazin greift und in die Waffe schiebt. Dadurch kann die Besatzung von vier auf drei Personen reduziert werden, was Platz und Gewicht spart und den Innenraum neu ordnet. Die US-Armee hatte bereits in den 1990er Jahren einen solchen Lader erprobt, der bis zu 34 Schuss aufnehmen und zehn bis zwölf Schuss pro Minute laden konnte.

Ladeschütze entfällt

Auch der Rumpf des M1E3 unterscheidet sich sichtbar von bisherigen Abrams-Versionen. Statt einer einzelnen Fahrerluke sind zwei große Einstiege im vorderen Bereich zu sehen, was auf eine neue Sitzanordnung hindeutet. Bei bisherigen Modellen sitzt der Fahrer allein im Bug, während die übrigen Crewmitglieder im Turm untergebracht sind. Beim neuen Entwurf könnten mehrere Besatzungsmitglieder weiter vorn nebeneinander sitzen. Gleichzeitig deuten Details darauf hin, dass Treibstofftanks aus dem vorderen Bereich verlagert wurden, um die Sicherheit der Crew zu erhöhen.

01/2026 Abrams M1E3 Kampfpanzer Teaser
US Army

Eine der zentralen Änderungen betrifft den Antrieb. Seit seiner Einführung nutzt der Abrams eine Gasturbine, ähnlich einem Flugzeugtriebwerk, die sehr leistungsstark ist, aber große Mengen Kraftstoff verbraucht. Beim M1E3 soll diese Technik durch einen hybriden Antriebsstrang ersetzt werden. Dabei handelt es sich um einen Diesel-Hybridantrieb von Cummins, der bis zu 1.100 kW Systemleistung liefern kann. Die US-Armee erwartet davon eine Kraftstoffersparnis von rund 40 Prozent. Gleichzeitig sinken Wärmeabstrahlung und Geräuschpegel, was es schwieriger macht, den Panzer aus der Ferne aufzuspüren.

Diesel-Hybrid statt Turbine

Der neue Antrieb ist Teil eines umfassenden Versuchs, das Gewicht zu senken. Das aktuelle Serienmodell, der M1A2 in der Ausführung SEPv3, bringt rund 78 Tonnen auf die Waage. Für den M1E3 nennt die Armee ein Ziel von etwa 60 Tonnen, in manchen Konfigurationen sogar weniger. Weniger Gewicht bedeutet, dass der Panzer einfacher transportiert werden kann und weniger Verschleiß an Fahrwerk und Infrastruktur verursacht.

01/2026 Abrams-M1A2-SEPv3 Kampfpanzer
GDLS

Der M1A2 SEPv3 ist derzeit die modernste Variante des Abrams. Er geht auf eine lange Entwicklung zurück, die mit dem ursprünglichen M1 Anfang der 1980er Jahre begann. Seitdem wurden mehrere tausend Fahrzeuge gebaut, insgesamt mehr als 10.000 für die USA und ihre Verbündeten. Der Abrams kam unter anderem im Golfkrieg, im Irak und in Afghanistan zum Einsatz und bildet bis heute das Rückgrat der schweren US-Panzertruppen. Die derzeit im Dienst stehenden Einheiten nutzen überwiegend Versionen der M1A2-Reihe, die schrittweise modernisiert werden, während ältere M1A1-Modelle ausgemustert oder an Partnerstaaten abgegeben wurden.

Parallel zur Entwicklung des M1E3 läuft die Produktion des M1A2 SEPv3 weiter, um die vorhandenen Brigaden auszustatten. Erst wenn der neue Typ ausgereift ist, soll er schrittweise die bisherigen Fahrzeuge ersetzen. Vier frühe Prototypen sollen 2026 in Truppeneinheiten erprobt werden, um Rückmeldungen zur Bedienung, zur automatischen Munitionszufuhr und zur neuen Sitzanordnung zu sammeln.

Fazit