Der Automobilclub ADAC führt penibel Buch über die Einsatzfahrten zur Pannenhilfe und hat jetzt die Statistik zum abgelaufenen Jahr 2025 vorgestellt. Für die Auswertung wurden 158 Fahrzeugreihen von 27 Herstellern betrachtet. Erfasst sind Pannenfälle aus dem Jahr 2025 bei Fahrzeugen im Alter von zwei bis neun Jahren. Berücksichtigt werden nur Modelle mit ausreichendem Bestand, damit statistisch belastbare Aussagen möglich sind.
Früher war nicht alles besser
Eine grundsätzliche Erkenntnis ist, dass moderne Fahrzeuge nicht pannenanfälliger sind. In mehreren Altersklassen ist sogar das Gegenteil zu beobachten. Ein zehn Jahre altes Auto hatte 2015 noch eine Pannenwahrscheinlichkeit von 6,5 Prozent, 2025 lag sie nur noch bei 3,1 Prozent. Bei fünfjährigen Fahrzeugen sank der Wert im selben Zeitraum von 3,6 auf 2,1 Prozent. Gleichzeitig werden die Fahrzeuge in Deutschland immer älter. Das Durchschnittsalter des Bestands stieg bis 2025 auf rund elf Jahre, das Alter der tatsächlich liegen gebliebenen Fahrzeuge lag bei knapp 14 Jahren.

Als häufigste Pannen-Ursache bleibt die klassische Problematik der Starter-Batterie. 45,4 Prozent aller Pannen gehen auf eine leere oder defekte Bordnetzbatterie zurück. Ein Problem, das übrigens auch Elektroautos treffen kann, denn auch diese verfügen über eine separate Batterie für das 12-Volt-Bordnetz. Auf Rang zwei folgen Motorprobleme beziehungsweise Probleme mit der Motorelektronik mit 21,8 Prozent. Dahinter liegen Störungen an Anlasser, Generator, Bordnetz oder Beleuchtung sowie Reifen- und Schließsystemdefekte.
BMW und Tesla top
Beim Modellvergleich zeigen sich zahlreiche robuste Fahrzeuge. Besonders zuverlässig schneiden der BMW i3 mit einer Pannenkennziffer von 0,4 und das Tesla Model 3 mit 0,7 ab. Bei den Verbrennern liegen Mini und BMW X2 mit jeweils 0,8 weit vorne. Auch viele Modelle von Audi, BMW, Mercedes sowie Marken des VW-Konzerns erzielen über mehrere Jahrgänge gute Werte.
Zu den pannenanfälligen Modellen zählen unter anderem Opel Insignia, Ford S-Max, Fiat Ducato sowie mehrere Toyota-Baureihen. Besonders auffällig ist Toyota, weil sich die schlechten Werte inzwischen über mehrere Jahre und mehrere Modelle ziehen. Betroffen sind vor allem C-HR, RAV4, Yaris, Yaris Cross und teilweise Corolla. Beim RAV4 reichen einzelne Jahrgänge auf sehr hohe Werte von über 50 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge. Als Hauptursache nennt der ADAC auch hier defekte Startbatterien.
Toyota hat Batterieprobleme
Toyota verweist in einer Stellungnahme auf bereits eingeleitete Gegenmaßnahmen. Seit November 2024 erhielten Yaris und Yaris Cross schrittweise größere Batterien mit höherer Stromaufnahme, seit Februar 2026 gilt das laut Hersteller auch für Corolla und C-HR. Zudem arbeite man an einer Reduzierung des Ruhestroms. Für den RAV4 wurde ein Softwareupdate eingeführt, weitere Modelle sollen folgen.
Auch Hyundai fällt auf, allerdings im Elektrobereich. Der Ioniq 5 erscheint in den Jahrgängen 2022 und 2023 mit hohen Pannenwerten. Hintergrund ist laut ADAC und Hersteller ein Problem mit der Integrated Charging Control Unit, kurz ICCU. Dieses Bauteil steuert unter anderem die Versorgung der 12-Volt-Batterie sowie das Niedervoltbordnetz.
Hyundai Ioniq mit Ladestörung
Hyundai reagierte mit Servicekampagnen und einem Rückruf samt Softwareupdate. Nach Herstellerangaben liegt die Erfüllungsquote des Rückrufs im April 2026 bei 97 Prozent. Zudem werde die Garantie auf die ICCU für betroffene Fahrzeuge auf 15 Jahre oder bis 300.000 Kilometer erweitert. Seit später produzierten Modellständen komme eine technisch optimierte Einheit zum Einsatz.
Elektroautos zuverlässiger als Verbrenner
Ein weiterer Schwerpunkt der Statistik ist der Vergleich zwischen Elektroautos und Verbrennern. Bei vergleichbaren Fahrzeugaltern schneiden Elektroautos insgesamt besser ab. Zweijährige E-Autos kamen 2025 auf 2,1 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge, gleich alte Verbrenner auf 5,8. Bei fünfjährigen Fahrzeugen lag der Wert bei 10,3 gegenüber 17,4. Ursache ist vor allem die geringere technische Komplexität des elektrischen Antriebs. Komponenten wie Kupplung, Auspuffanlage, Kraftstoffsystem oder viele klassische Verschleißteile entfallen vollständig. Schwächen zeigen E-Autos eher im Bereich Bordelektronik und 12-Volt-System.





