BMW Group Bilanzpressekonferenz 2020 BMW Stream
BMW Group Bilanzpressekonferenz 2020
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BMW Bilanzpressekonferenz 2020

Werksschließungen und Gewinnrückgang

BMW präsentierte die Zahlen des Vorjahrs und den Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr unter dem Eindruck der Corona-Pandemie. Werksschließungen sind die erste Folge.

Ungewöhnliche Zeiten im Eindruck des Virus: Die Bilanzpressekonferenz von BMW am Mittwoch (18.3.2020) fand digital statt. Der BMW-Vorstand in sicherem Abstand zueinander am Podium, die Fragen der Journalisten per Live-Schaltung eingespielt.

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BMW CEO Oliver Zipse bei der Bilanzpressekonferenz 2020

Der Vorstandsvorsitzende Oliver Zipse machte gleich zu Beginn deutlich, welche Zäsur das Corona-Geschehen auch für BMW bedeutet. Für BMW stehe der Schutz der MItarbeiter an erster Stelle, außerdem müsse das operative Geschäft unbedingt aufrecht erhalten bleiben, so Zipse. Als sofortige Maßnahme wird BMW für vier Wochen die Produktionswerke in Europa und Russland sowie das Werk in Südafrika schließen und soweit möglich den Mitarbeitern die Home-Office-Arbeit nahelegen. Mit der Produktionsstilllegung wird vorerst bis zum 19. April 2020 geplant.

BMW-Produktion wird eingestellt

BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch sagte in diesem Zusammenhang, dass die BMW Tarifmitarbeiter auch bei Kurzarbeit mindestens 93 Prozent ihres Nettolohns erhielten.

Traditionell den anschließend ausführlichen Part bei der Bilanz-Pressekonferenz erhielt Finanzvorstand Dr. Nicolas Peter mit den Zahlen zum Vorjahr und dem Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr. In 2019 konnte BMW demnach weltweit ein gutes Ergebnis erzielen, das vierte Quartal 2019 sei das stärkste in der Firmengeschichte gewesen. Der Gewinn vor Steuern stieg in Q4/2019 um +14,2 Prozent auf 2,06 Milliarden Euro. BMW habe vor allem im Luxus-Segment stark Marktanteile ausbauen können, was für die weiteren Investitionen in die E-Mobilität entscheidend sei.

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BMW Finanzvorstand Dr. Nicolas Peter bei der Bilanzpressekonferenz 2020

Trotz einer steigenden Absatzzahl von 2,54 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen in 2019 (+2,2%) sank der Gewinn vor Steuern im Gesamtjahr 2019 allerdings um deutliche -26,1% auf 7,12 Milliarden Euro. Was das laufende Geschäftsjahr 2020 betrifft, machte Peter keine großen Hoffnungen: Nachdem vor dem Ausbruch der Pandemie noch mit einer Umsatzrendite vor Steuern von sechs bis acht Prozent gerechnet wurde (2019: 8,2%), habe man die Vorhersage der Ebit-Marge nun auf zwei bis vier Prozent gesenkt. Der weltweite Absatz von Fahrzeugen werde sich 2020, so Peter, "deutlich unterhalb des Vorjahres" bewegen. Das erste Halbjahr 2020 werde BMW in jedem Fall mit einem Minus abschließen. Längerfristige Entwicklungen seien, so Peter, derzeit nicht abschätzbar.

Verlust im ersten Halbjahr 2020 unvermeidlich

Nach Finanzvorstand Dr. Peter gab BMW-CEO Oliver Zipse einen Ausblick auf den weiteren BMW-Fahrplan. BMW sehe einen weitreichenden technologischen Wandel und gesellschaftliche Änderungen in der Zukunft und reagiere darauf mit einem Investitionsvolumen von 30 Milliarden Euro in die Forschung bis zum Jahr 2025.

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500.000 elektrifizierte Fahrzeuge hat BMW inzwischen ausgeliefert

Zipse hob auch den hohen Anteil der elektrifizierten BMW-Modelle, hier besonders die Plugin-Fahrzeuge, hervor. Alleine 2019 habe man 146.000 voll- und teilelektrisch angetriebene Fahrzeuge weltweit abgesetzt und inzwischen über 500.000 BEV und PHEV im Markt. Angesichts dieser Entwicklung sei er sich sicher, die Mitarbeiter-Anzahl stabil halten zu können.

Auch weiterhin ein Entwicklungs-Fokus auf Verbrennungsmotoren

Auch auf die Entwicklung der E-Mobilität ging Zipse ausführlich ein und brach dabei gleichzeitig eine Lanze für den Verbrenner. Wer als Hersteller einseitig auf die E-Mobilität setze, verpasse Chancen. Für viele Käufer bleibe der Verbrenner der beste Entwurf, entsprechend werde BMW auch weiterhin in die Entwicklung und Verbrauchsoptimierung von Verbrennern investieren. "Wer hier nicht entwickelt, verliert den Anschluss", so Zipse – auch ohne VW zu nennen, war klar, wem diese Aussage galt.

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In Deutschland ist BMW Marktführer bei elektrifizierten Fahrzeugen (BEV und PHEV)

Gleichermaßen angeschoben werde aber auch das E-Thema. Hier solle die eigene Wertschöpfung durch möglichst viel Eigenproduktion noch gesteigert werden. Unter anderem will BMW den Rohstoffeinkauf für die Batteriefertigung der Zulieferer selbst übernehmen. Verglichen mit den heutigen Modellen will BMW die Reichweite der E-Fahrzeuge in den kommenden zehn Jahren verdoppeln.

Zipse: "Das Weltauto ist Geschichte"

Gleichzeitig erteilte Zipse dem "Entweder-Oder"-Kurs anderer Hersteller eine Absage: Als Beispiel nannte er den kommenden i4, der gemeinsam mit dem künftigen 4er Grand Coupé vom Band laufen und im Design "sehr nahe an der Studie" kommen werde. Das Flaggschiff 7er werde in der kommenden Generation mit vier Antriebs-Alternativen (Diesel, Benziner, PHEV und BEV) auch als rein elektrisches Modell erscheinen, aber gleichberechtigt mit den drei anderen Varianten.

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Wichtige Volumenmodelle erhalten Mildhybridtechnik

Bis 2030 soll laut Zipse die Hälfte der BMW-Neuauslieferungen über einen elektrifizierten Antrieb verfügen. Dazu gehört auch die 48-Volt-Technik mit Mildhybriden, die jetzt sukzessive eingeführt werde.

Als wichtige Zukunftsentwicklung hob Zipse schließlich die Vernetzung der Modelle hervor. Hierdurch sei ein Update von Funktionen "over the air" ohne Werkstattaufenthalt möglich. Als Beispiel nannte er die Software-Nachrüstung eines Fernlicht-Assistenten oder die Erweiterung des Entertainmentsystems, um Mobiltelefone unter Android Auto einbinden zu können – dies soll ab Juli bei BMW eingeführt werden.

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Fazit

BMW hat im Rahmen der Bilanzpressekonferenz über das abgelaufene und das aktuelle Geschäftsjahr informiert. Trotz steigender Absatzzahlen ging der Gewinn vor Steuern in 2019 um rund 2,5 auf 7,1 Milliarden Euro zurück. Für das ersten Halbjahr 2020 erwartet BMW sogar einen Verlust. Dennoch sollen alle Arbeitsplätze erhalten bleiben. Ab dem 19. März schließt BMW aufgrund der Corona-Virus-Pandemie alle Werke in Europa, in Russland und Südafrika für zunächst vier Wochen.

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