Clarkson, Hammond und May zurück: The Grand Tour Staffelübergang

Staffelübergang
Clarkson, Hammond, May zurück zu The Grand Tour

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.08.2026
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Jeremy Clarkson, James May, Richard Hammon
Foto: Dave Benett via GEtty Images

Das Ende des klassischen Clarkson–Hammond–May-Trios schien mit "One for the Road" im September 2024 besiegelt. Die Sendung war als Abschluss ihrer gemeinsamen Zeit bei The Grand Tour angekündigt worden und wurde vielfach als letzter gemeinsamer Auftritt interpretiert.

Trotzdessen erklärte Andy Wilman in dem Radio-Interview, die drei Moderatoren würden in mehreren Folgen der neuen Staffel als Gäste zurückkehren. Er betonte zugleich, dass das bisherige Trio hinter seinen Nachfolgern stehe und den Neustart aktiv unterstütze.

Neu an der Moderation sind James Engelsman und Thomas Holland von Throttle House sowie Francis Bourgeois. Die Staffel startet am 4. September 2026 bei Prime Video, was den Zeitrahmen für die angekündigten Gastauftritte klar einordnet.

Warum ein fließender Übergang

Wilman begründet den Ansatz damit, dass The Grand Tour nicht allein von Autos, sondern vor allem vom Zusammenspiel seiner drei Hauptfiguren lebe. Er hält es demnach für unzureichend, drei neue Moderatoren einzusetzen und unverändert zu erwarten, dass die Dynamik erhalten bleibe.

Aus dieser Perspektive dienen die Gastauftritte der Bewahrung der narrativen und emotionalen Kontinuität: Statt eines abrupten Schnitts soll die Verantwortung schrittweise übergeben werden. Wilman hat diese Haltung vor allem auf Basis seiner langen Zusammenarbeit mit dem Trio entwickelt.

Seine Biografie als prägender Kopf hinter Top Gear und später als Begleiter des Trios bei Amazon erklärt die Vorsicht gegenüber einem harten Bruch. Diese Produktionshistorie macht die Entscheidung nachvollziehbar, die Übergabe bewusst zu inszenieren.

Form und Funktion der Gastauftritte

Die Formulierung, Clarkson, Hammond und May sollten den Staffelstab "symbolisch weiterreichen", legt nahe, dass die Auftritte weniger als Rückkehr zur alten Show zu verstehen sind als vielmehr als Inszenierung eines Generationswechsels. Die Gastauftritte sind damit programmatisch auf den Übergang angelegt.

Konkret bedeutet das, dass die Gastgeber in ausgewählten Episoden präsent sein sollen, ohne das Format dauerhaft zu dominieren. Die Rolle als "Gast" unterstreicht den Charakter eines Übergangsrituals statt einer Rückkehr zu alter Allgegenwart.

Für die narrative Dramaturgie von The Grand Tour bietet ein solcher Aufbau zwei Effekte: Er gewährt den neuen Moderatoren legitime Einführungsszenen im Kontext bekannter Gesichter und ermöglicht es dem Publikum, die veränderte Moderation in vertrauter Stimmung zu erleben.

Chancen für die neuen Moderatoren

Die neue Moderatorenbesetzung profitiert von dem kalkulierten Vertrauen, das die Rückkehr der bekannten Figuren signalisiert. Engelsman und Holland bringen als Betreiber von Throttle House Erfahrung mit Fahrzeugtests und Vergleichsfahrten mit, Bourgeois ergänzt das Trio mit technischem Hintergrund und hoher Social‑Media‑Wahrnehmung.

Durch die Gastauftritte erhalten die Neuen eine Bühne, auf der sie sich gegenüber einem bereits investierten Publikum beweisen können. Dieses Vorgehen reduziert die Erwartungslücke, die entsteht, wenn eine etablierte Besetzung ohne Übergang ersetzt wird.

Zudem stärkt die Unterstützung durch Clarkson, Hammond und May die Glaubwürdigkeit des Neustarts in der Außendarstellung – ein strategischer Vorteil bei der Markenpflege von The Grand Tour.

Risiken für Neustart und Format

Trotz der Vorteile birgt die Entscheidung auch Risiken. Gastauftritte der Alt-Moderatoren können die Wahrnehmung einer echten Neuausrichtung verwässern, wenn Zuschauer die Episoden primär als verlängerten Abschied wahrnehmen.

Ein weiteres Risiko besteht darin, dass die neue Moderation im Schatten ihrer Vorgänger bleibt und die notwendige Eigenidentität nur schwer entwickelt. Die Balance zwischen Respekt vor der Tradition und mutiger Erneuerung ist hier zentral.

Schließlich erzeugt die Inszenierung einer symbolischen Staffelübergabe Erwartungen, die das Produktionsteam erfüllen muss: Gelingt der Fluss der Verantwortung nicht glaubhaft, droht ein Bruch zwischen Anspruch und Zuschauerschaft.

Bedeutung für Marke und Publikum

Über mehr als zwei Jahrzehnte prägte das Trio die Automobilunterhaltung nachhaltig. Nach dem Wechsel von der BBC zu Prime Video entwickelte The Grand Tour sich zu einer der bekanntesten Eigenproduktionen des Streamingdienstes, getragen von Roadtrips, aufwendig produzierten Specials und dem Schlagabtausch der Moderatoren.

Die angekündigten Gastauftritte sind vor diesem Hintergrund nicht nur ein dramaturgisches Mittel, sondern auch ein markenstrategisches Manöver. Sie sollen sowohl Bestandszuschauer abholen als auch den Weg für eine neue, langfristig funktionierende Besetzung ebnen.

Für deutsche Zuschauer ist die zeitliche Einordnung klar: Der Neustart am 4. September 2026 bei Prime Video gibt dem Übergangsmodell eine definierte Bühne und macht die anberaumten Gastauftritte unmittelbar relevant für die hiesige Streaming‑Rezeption.

Fazit