Die Fahrverbote galten vom 20.12.2025 bis 6.4.2026 und sollten verhindern, dass sich der Durchgangsverkehr auf kleinere Straßen verlagert. Betroffen waren mehrere Regionen entlang wichtiger Nord-Süd-Verbindungen.
Kontrolliert wurde das durch die Polizei und zusätzliche Straßenaufsichtsorgane. Das Land Tirol stellte dafür rund 550.000 Euro bereit. Die Eingriffe betreffen vor allem Strecken, die bei Stau als Abkürzung genutzt werden.
Die Verordnung sieht Geldstrafen ab 90 Euro vor. Würde man – rein rechnerisch – alle 411.400 Zurückweisungen mit dem Mindestbetrag belegen, ergäbe sich ein mögliches Bußgeldvolumen von rund 37,0 Millionen Euro. In der Praxis wird jedoch nicht jede Rückweisung mit einer Strafe geahndet, da vielfach lediglich eine Umkehr angeordnet wird.
Besonders viele Verstöße in einzelnen Regionen
Besonders viele Fahrzeuge wurden in Reutte und Kufstein gestoppt. In beiden Bezirken summieren sich die Zahlen auf mehr als 330.000 Fälle. Damit entfällt ein Großteil der Zurückweisungen auf diese beiden Regionen.
Auch in den übrigen Gebieten wurden zahlreiche Fahrzeuge von den Nebenstrecken zurück auf das übergeordnete Straßennetz geleitet. Die Maßnahmen greifen damit entlang mehrerer wichtiger Transitachsen.
Navigationssysteme müssen Fahrverbote berücksichtigen
Erstmals gilt eine neue gesetzliche Regelung für Navigationsanbieter in Österreich. Temporäre Fahrverbote müssen in die Systeme integriert werden. Routen über das untergeordnete Straßennetz sollen bei Stau nicht mehr vorgeschlagen werden.
Hintergrund sind Erfahrungen aus den vergangenen Jahren. Viele Autofahrer folgten Navigationshinweisen und wurden über ungeeignete Strecken geführt. Künftig sollen solche Routen bereits bei der Planung herausfallen.
Verteilung der zurückgewiesenen Fahrzeuge
• Großraum Innsbruck und Wipptal: 25.800
• Bezirk Imst: 9.750
• Bezirk Kufstein: 157.100
• Bezirk Reutte: 173.450
• Bezirk Schwaz: 45.300
• Gesamt: 411.400
Sommerfahrverbote werden vorbereitet
Mit dem Ende der Osterreisewelle sind die Winterfahrverbote ausgelaufen. Für die Sommersaison sind neue Regelungen angekündigt. Grundlage ist eine Auswertung der vergangenen Monate. Ende April beziehungsweise Anfang Mai 2025 wurden insgesamt 413.600 Fahrzeuge zurückgewiesen – ein Rekordwert.
Offen ist, wie schnell Navigationsanbieter die neuen gesetzlichen Vorgaben umsetzen. Davon hängt ab, ob sich das Fahrverhalten im Reiseverkehr verändert. Die Entwicklung soll weiter beobachtet werden.












