Essen im Auto Getty Images
Tobias Grüner
Holger Wittich
Bentley Flying Spur 2019
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Essen im Auto: Gekrümelt wird nicht!

Was uns bewegt: Essen im Auto Gekrümelt wird nicht!

Darf im Auto gesessen werden, oder nicht? Die Redakteure von auto motor und sport und ein TV-Sternekoch gewähren Einblicke.

Essen, oder nicht Essen, das ist hier die Frage. Nein, wir werden heute nicht philosophisch bei auto motor und sport. Es geht vielmehr um reinen Pragmatismus. Wer erlaubt sich selbst und anderen das Essen in seinen eigenen vier Blechwänden? Und hat vielleicht irgendjemand von uns noch eine nette Anekdote zu dem Thema auf Lager? Wir wollen an dieser Stelle polarisieren, erheitern und aufklären. So sind wir eben, eine große Familie in einem Fahrzeug.

Thomas Gerhardt, Redakteur auto motor und sport

Bentley Flying Spur 2019
Richard Pardon
Thomas Gerhardt, Redakteur auto motor und sport

Essen im Auto ist okay, Schokolade aber tabu! An einem heißen Sommertag an einem Flughafen hielt ich es für eine gute Idee das gerade erhaltene und allseits beliebte Schokoherz einer ehemaligen Fluggesellschaft ins Mittelkonsolenfach eines Mietwagens zu legen. Dort geriet es dann in Vergessenheit und machte erst nach einer längeren, nicht klimatisierten Standzeit (Raststätten-Stopp, gegessen wurde noch im Restaurant) mit intensivem Kakao-Geruch auf sich aufmerksam. Da war es aber schon zu spät, denn die Masse verflüssigte sich bereits und drang bis in kleinste Ritzen vor. Sch…, das wird teuer! Wurde es auch. Aber nicht wie gedacht. Ein Schwamm, reichlich Spüli und eine gute Stunde Lebenszeit machten das Fach wieder schokofrei. Nur kurze Zeit später meldete besagte Airline aber Insolvenz an und in einem bekannten Online-Auktionshaus wurden die Schokoherzen plötzlich zu horrenden Preisen gehandelt. Ich hätte vielleicht ordentlich Kasse machen können. Stattdessen ging mir der Gewinn durch die Lappen. Buchstäblich.

Holger Wittich, Redakteur auto motor und sport

Holger Wittich
Frank Eppler
Holger Wittich, Redakteur auto motor und sport

Erst wenn der letzte Krümel gekrümelt wurde, der letzte Kaffee verschüttet und der letzte Fettspritzer verspritzt wurde, dann werdet Ihr merken, dass es Staubsauger und feuchte Tücher gibt. In Anbetracht der Tatsache, dass ich im Jahr 50.000 Kilometer im Auto verbringe, gehört für mich das Essen ebenso zum Autofahren, wie Radio hören, Beifahrer entertainen und Autofahrer bepöbeln. Allerdings: Junkfood muss draußen bleiben. Ich stehe auf Slowfood bei Tempo 180.

Andreas Of-Allinger, Redakteur auto motor und sport

Andreas Of-Allinger
Dino Eisele
Andreas Of-Allinger, Redakteur auto motor und sport

Essen und Auto fahren. Zwei tolle Sachen, die am meisten Spaß machen, wenn sie die volle Aufmerksamkeit bekommen. Deshalb: Beim Essen volle Konzentration auf den Teller und die Gespräche am Tisch; beim Autofahren beide Hände ans Lenkrad und die volle Aufmerksamkeit dem Verkehr. Auf längeren Strecken gibt es höchstens mal Nüsschen, eine Banane und Wasser. Krümelt nicht und klebt nicht. Viel lieber jedoch halt ich an, um eine Kleinigkeit zu essen. Schließlich sollte man nach zwei Stunden eh‘ mal raus aus dem Auto.

Denkbar wäre noch das Autokino als Ausnahme: Das Auto steht, das Büdchen lockt mit Nachos, Softdrinks und Chips. Aber ganz ehrlich? So lang kann ein Kinofilm nicht sein, dass ich währenddessen verhungern könnte. Ein alkoholfreies Bier reicht da völlig. Im Halbdunkel die Mittelkonsole vertropfendes Eis wäre eine Horrorvorstellung.

Dina Dervisevic, Redakteurin motorradonline.de

Dina Dervisevic, Redakteurin MOTORRAD online, 31 Jahre, bis jetzt zwei Mal auf der Rennstrecke.
Schaber
Dina Dervisevic, Redakteurin motorradonline.de

"Auf dem Motorrad ist mit Essen nicht viel zu machen – ich trage grundsätzlich einen Integralhelm. Aber auch während dem Autofahren kann ich nicht wirklich etwas anderes machen, außer die Musik laut und leise drehen. Den Rest meiner Konzentration verwende ich für das, was vor, hinter und neben mir passiert. Mit meinen nicht vorhandenen Multitasking-Fähigkeiten bräuchte ich einen ausgewachsenen Stau, um Brezel und Kaffee zu genießen. Und danach wahrscheinlich einen Staubsauger und eine frische Garderobe."

Patrick Lang, Redakteur auto motor und sport

Malibu Charming GT 640 LE Test
Patrick Lang
Patrick Lang, Redakteur auto motor und sport

Ich muss gestehen, dass ich gerne im Auto esse und es macht mir auch überhaupt nichts aus, wenn die Passagiere das tun. Allerdings müssen Fahrzeug und Verkehrssituation das auch erlauben, aber ein "petit dejeuner" im Stau macht den Morgen durchaus bekömmlicher. Meine Meinung: Ein dramatisch negatives Verhältnis zu Krümeln auf dem Sitz würde für mich einen Stresslevel bedeuten, den ich am Steuer und im Leben nicht gebrauchen kann. Wer stets pedantisch auf jegliche Gebrauchsspur achtet, ist doch nie wirklich entspannt unterwegs, oder? Für mich ist das Auto nicht nur Transportmittel, sondern ein Stück weit auch Lebensraum. Deshalb darf natürlich auch mein Hund mitfahren. Der krümelt zwar nicht, verliert dafür aber Haare. Kein Problem, das ein Staubsauger nicht in der Lage wäre zu klären, auch wenn ich dann öfter mal durchföhnen muss.

Tobias Grüner, Redakteur Motorsport

Tobias Grüner
Tobias Grüner, Redakteur Motorsport

Das Auto hat wegen den bequemeren und beheizten Sitzen sowie der besseren Musik klare Vorteile gegenüber dem Restaurant.

Gregor Hebermehl, Redakteur auto motor und sport

89. Geneva International Motor Show, 05.03.2019, Palexpo - Stefan Baldauf, Guido ten Brink / SB-Medien
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Gregor Hebermehl, Redakteur auto motor und sport

Essen im Auto – ich mag das nicht. Das gilt für alle, die mit mir im Auto sitzen, und am meisten natürlich für mich selbst. Während der Fahrt schon mal gar nicht: Man bekommt vom Geschmack viel weniger mit und bei einem Unfall besteht vielleicht die Gefahr der Verschluckens – deshalb sehe ich auch das Lutschen von Bonbons und Kaugummikauen während der Fahrt kritisch. Außerdem habe ich jahrelang per Mitfahrzentrale Leute zwischen München und Berlin mitgenommen – wenn dann im Fond jemand während der Fahrt eine komplette Packung Kekse verputzt hatte, hatte der dunkle Teppich ein üppiges Krümelmuster. Das war nie mein Ding – ich sauge sowas sofort weg. Zu Hause krümelt ja auch keiner beim Essen seinen Fußboden voll. Wenn einen also während der Fahrt wirklich unbändiger Hunger überkommt, ist es meiner Meinung nach das Beste, man fährt an einer Raststätte oder einem Parkplatz raus und futtert ganz in Ruhe sein mitgebrachtes Essen.

Unvergessenes Essen im Wartburg 353 de luxe

Es ist bereits dunkel und wir stehen in einer kilometerlangen Warteschlange – die Donau-Fähre, auf die wir warten, wird erst morgen früh anlegen. Seit 2013 gibt es eine Brücke zwischen dem rumänischen Calafat und dem bulgarischen Widin, bis dahin wickelten dort eine rumänische und eine bulgarische Fähre den kompletten Grenzverkehr ab – und nachts hatten die Fähren Pause. Wer aus der DDR nach Bulgarien mit dem Auto zum Camping fuhr, versuchte an einem Tag von Ungarn aus bis zur rumänisch-bulgarischen Grenze zu kommen. Unser Wartburg 353 hatte uns, meine Eltern, meine Schwester und mich, zuverlässig durch Rumänien gebracht – die wertvollen Reservekanister mit Benzin und Öl (in Bulgarien gab es nicht den vom Wartburg-Zweitaktmotor benötigten 1-zu-50-Gemischt-Kraftstoff), mussten wir nicht anbrechen. Schließlich war es damals extrem schwierig, in Rumänien Benzin zu bekommen – das ölreiche Land exportierte von dem begehrten Rohstoff lieber soviel wie möglich ins westliche Ausland, um schuldenfrei zu sein. Vor der Nacht im vollgepackten Wartburg gab es noch Abendbrot.

Im Schutz der Kalaschnikow

Das Licht der funzelig gelblichen Lampe am Innenspiegel reichte gerade mal so, um die Corned-Beef-Dose zu sehen, die jeder von uns in der Hand hatte. Der kaum erkennbare Inhalt war längt zu einem Brei geschmolzen – schließlich ist es im Sommer in der Gegend heiß und eine Klimaanlage gab es für den Wartburg auch gegen Aufpreis nicht. Das Zeug roch intensiv, schmeckte aber gar nicht so schlimm wie befürchtet – und es kleckerte nicht. Draußen patrouillierten mit Kalaschnikows bewaffnete rumänische Grenzer an der Autoschlange entlang – wir vermuteten, zum Schutz der Autoinsassen, die gleich in ihren Autos schlafen würden. Horrorgeschichten von Touristen, die auf der Fahrt durch Rumänien ausgeraubt wurden, waren damals schwer angesagt – und keiner wusste, ob da was dran ist.

Rumänische Armee-Pfirsiche

Dann nahmen meine Schwester und ich noch zwei monströs große Pfirsiche von der Hutablage. 30 Kilometer vor der Grenze waren zwei rumänische Soldaten hinter einem Ceaușescu-Romania-Pace-Plakat (Ceaușescu – Rumänien – Frieden) aus dem Straßengraben gesprungen, hatten uns angehalten und ausgefragt, wo wir hinwollen und ob wir Waffen dabei hätten. Dann hatten sie uns Kindern diese Pfirsiche ins Auto gereicht – die überdeutlichen Daumennagel-Abdrücke in der Pfirsichhaut zeigten uns, dass die Früchte bei der Prüfung ihres Reifheitsgrads durchgefallen waren. Und auch meine Schwester und ich mussten an diesem Abend in Calafat feststellen: Diese beiden betonharten Kugeln eignen sich nicht als Corned-Beef-Dosen-Nachtisch. Nach einer unruhigen Nacht im Sitzen ging es dann am nächsten Morgen mit der Fähre rüber nach Bulgarien – wenn wir unterwegs essen mussten, hielten wir an und meine Mutter stellte einen Campingtisch raus, um für ein bisschen Ruhe und Entspannung zu sorgen. Heute weiß ich viel mehr als damals, wie richtig das war und ist. Und übrigens: Die rumänischen Armee-Pfirsiche haben wir schön auf der Hutablage des Wartburgs weiter reifen lassen – nach zirka 2,5 Wochen, also fast zum Ende des Urlaubs, waren sie saftig und aromatisch.

Alexander Herrmann, TV- und Sternekoch

Jens Hartmann
Alexander Herrmann, TV- und Sternekoch

Bei mir im Auto ist Essen verboten. Ich kann mich heute noch an meinen allerersten Porsche 993 4S erinnern. 1997 in Schwarz. Turbobreite mit hinterem Lufteinlass vom 2 S. Ich habe das Auto geliebt. Hinten saß meine Tochter. Ich habe ihr ein Gummibärchen gegeben. Das ist runtergefallen und nie wieder aufgetaucht. Ich frage mich bis heute "Wo ist das Gummibärchen hin?" Das Schrecklichste im Auto sind Brezen. Da fallen immer die Salzkörner runter. Und wenn die zwischen Dich und den Ledersitz fallen... Die lösen sich nicht auf, sondern die verreiben sich. Und zu viel Trinken ist auch schlecht, da muss man nämlich ständig anhalten und Pipimachen. Es gibt im Auto so eine gewisse Form von "Manchmal ist weniger mehr."

Jens Dralle, Ressortleiter auto motor und sport

Jens Dralle
auto motor und sport
Jens Dralle, Redakteur auto motor und sport

"Wir bekommen ein Kind!" Großartig! Doch zusammen mit der Freude fluteten auch Bilder von Bretzelbröseln in allen Fugen, Ritzen, Fächern und Spalten des damals noch zu kaufenden Familienautos das Gehirn. Essen im Auto erlaubt? Mal sehen. Bislang veredelten die beste Ehefrau von allen und ich höchst verantwortungsvoll diverse Autoinnenräume mit Ketchup-Klecksen und Pommes-Bröckchen vom Einkehrschwung beim Burger-Brater. Aber ein Kind? Sozusagen ein Nahrungsmittel-Amokläufer? Das Kind ist nun sechseinhalb, darf natürlich im Auto essen, machen die Eltern auch noch immer. Kannst Du ja so einem Zwerg nicht erklären, dass ein Verbot nur für ihn gilt. In der Phase, in der es Essen hätte explosionsartig im Fond verteilen können, haben wir das beaufsichtigt. Oder eben mal Pause gemacht. Übrigens: Just in diesem Moment reicht es mir eine Pizza. Aus Knete. Aus Rache? Es behauptet: Aus Liebe. Jedenfalls fahren wir demnächst mal wieder in einen Drive-In. Burgerbrater? Hähnchenfrittierer? Nein. Irgendwo hinter Ulm soll es einen Leberkässemmel-Drive-In geben. Ein Traum. Wir werden bröseln, womöglich kleckern. Und ich danach staubsaugen und wischen. Denn Autoputzen ist schließlich das Yoga des Petrolheads.

Jens Kratschmar, Redakteur motorradonline.de

Jens Kratschmar
Jens Kratschmar
Jens Kratschmar, Redakteur motorradonline.de

Nichts ist erquickender als mit Schokoflecken aus dem Hosenboden ein Vorstellungsgespräch zu begehen. Die Schuldigen sind auch gleich angeklagt: ein Schokocroissant, der verkaufende Backwarenhändler, der Saab-Teilleder-Sitz der 2003er Vector-Ausstattung und natürlich: ICH. Natürlich esse und trinke ich im Auto. Da hat man wenigstens seine Ruhe und muss mit fortschreitendem Alter nicht um jeden – wahlweise den letzten – Chicken Nugget mit den Kindersitzpiloten im Fond kämpfen. Ja, auch meine Töchter dürfen im Auto essen und die große Erkenntnis daraus: Im Auto klimagetrocknet ähnelt ein US-Qualitäts-Nugget erschreckend nach mehreren Monaten unter der Rückbank in Farbe, Form und Konsistenz einem brühfrischen. Er schmeckt übrigens auch genauso. Weiteres Learning des regelmäßigen Red-Bull-Konsums im Fahrzeug: Wenn die Brühe mal in der Seitenablage klebt, fallen wenigstens die Strafzettel nicht mehr raus.

Hier noch meine Top 4 der besten Essen-Verstau-Systeme in Autos, die ich bisher besaß:

  1. Saab 9-3 2,0t, mit den tollen ausklappbaren Getränkehaltern unter dem Radio. Leider ist die Ablage von Speisen nur mit akrobatischem Geschick auf dem Beifahrersitz möglich.
  2. Volvo V 60, mit überraschend großen Getränkehaltern in der Mittelkonsole, dafür furchtbar großen Höhenunterschied von Fensterunterkante Auto zu Fensterunterkante Drive-In-Schalter
  3. Peugeot 407 SW, 2,2 HDI 170, der konnte irgendwie weder Getränke noch Essen wirklich gut griffbereit halten
  4. Renault Espace V 2,0 dci Limited. Ich glaube es gibt kein größeres Auto in dem die Getränkehalter derart versteckt platziert, nicht verschütt-sicher erreichbar und Essen so schlecht transportierbar ist.

Thomas Harloff, Redakteur auto motor und sport

Thomas Harloff
Motor Presse Stuttgart
Thomas Harloff, Redakteur auto motor und sport

Plombenzieher zum Überleben

Schneereiche Winter gibt es nicht erst seit ein paar Tagen. Auch in den frühen Nullerjahren wurde Deutschland von einem solchen beglückt – und das sogar kurz vor Weihnachten. Ich war Student an der TU Chemnitz, ging eines Abends meinem Nebenjob an der Supermarktkasse nach (beides war rückblickend betrachtet kein so hartes Schicksal, wie Sie nun vielleicht denken) und war fest entschlossen, nach Schichtende noch zu meiner Familie ins Münchner Umland zu fahren. Der Feierabend war für kurz nach 20 Uhr angesetzt, doch dank einer verständnisvollen Chefin durfte ich eine Stunde früher los. Das erschien sinnvoll, schließlich berichtete das Radio von einem Verkehrschaos auf den süddeutschen Autobahnen.

Ich warf die frisch gekaufte XL-Packung Storck Riesen auf den Beifahrersitz und startete mit meinem Renault Clio, Baujahr 1994 (auch das ein durchaus erträgliches Schicksal für einen Etwa-20-Jährigen) durch. Das Winterwetter machte weder mir noch dem Auto etwas aus; wir haben uns gemeinsam bereits durch einige schneereiche Straßen in meiner Heimat Erzgebirge gefräst. Doch weit kam ich nicht: Nach vielleicht 30, maximal 45 Minuten ging nichts mehr auf der Autobahn. Der Klassiker: Falsch bereifte Lkw kamen an einer Steigung nicht mehr voran und blockierten die Bahn, was in einer Vollsperrung resultierte. Nachdem ich ein paar Minuten im Stau stand, meldete sich ein latentes Hungergefühl. Jetzt mussten die eher als Snack gedachten Plombenzieher als Hauptmahlzeit herhalten, denn der Stau zog sich hin. Wie lang genau, weiß ich nicht mehr. Aber zwei, eher drei Stunden dürften es mindestens gewesen sein.

Als die Autobahn wieder frei war, waren der Clio und ich in unserem Element. Selbst ein kurzer unfreiwilliger Stopp in einer Schneewehe, der nur dank eines hilfsbereiten Herrn mit einem Renault Scénic RX4 (kennt diesen Pseudo-SUV eigentlich noch einer?) samt Abschleppseil ein schnelles Ende fand, bremste unsere Euphorie nicht, die uns die meisten anderen Autos und selbst einige Räumfahrzeuge überholen ließ. Trotzdem dauerte die Fahrt, die sonst in nicht einmal vier Stunden erledigt ist, diesmal neun Stunden. Obwohl die Süßigkeiten-Packung leer war, knurrte mein Magen noch immer (oder schon wieder). Doch als meine Mutter – heilfroh, dass sie mich nach dieser Fahrt gesund und halbwegs munter begrüßen konnte – morgens um vier Uhr ein köstliches Rührei zubereitete, wusste ich: Ja, ich bin zuhause, und Weihnachten kann kommen.

Marcel Sommer, Redakteur auto motor und sport

Bentley Continental GT V8
jameslipman.com
Marcel Sommer, Redakteur auto motor und sport

"Papa, fahren wir mit Deinem oder mit Mamas Auto?" Wenn Dich zwei oder mehr Kinderaugen mit noch geschlossenen Chipstüten oder einer ganzen Wassereis-Batterie in der Hand anblicken und diese Frage stellen, musst Du schnell sein. Entweder es bleibt alles zu, die Kinder sind stinkig, oder es ist völlig egal was im Fond passiert. Letztere Lösung findet allerdings nur im Mama-Mobil ihre Anwendung, denn in meinem Auto gilt das "maximal Sprudelwasser-Gebot." Wobei das bei einer holprigen Fahrt auch nicht immer ohne Folgen bleibt – doch dazu ein anderes Mal. Ich hasse es in seine Atome aufgesplittete Nahrungsreste zwischen den Polstern zu spüren und klebrige Massen dort zu sehen, wo eigentlich nur eine Fußmatte und die dazugehören Schuhe sein sollten. Aber es gibt eine Ausnahme: die Fahrt in den Urlaub. Da helfen neben Tablets und den dazugehörigen Kopfhörern Nahrungsmittel in Hülle und Fülle. Denn nur da, wo mit vollem Mund nicht gesprochen werden darf, können auch nicht die beiden Sätze fallen "Wann sind wir da?" und "Ich hab´ Hunger!"

Umfrage

168 Mal abgestimmt
Ist bei Ihnen Essen und Trinken im Auto erlaubt?
Na klar. Gibt ja immer noch einen Staubsauger.
Auf gar keinen Fall. Wer essen möchte, muss warten.

Fazit

Essen im Auto ist ein Thema, dass Singles, Paare und Familien beschäftigt. Die einen sind davon überzeugt, dass es zum Recht eines jeden Autofahrers und Passagiers gehört im Auto Nahrung jedweder Art zu sich zu nehmen. Die anderen halten überhaupt nichts davon und träumen von einem Fahrzeuginnenraum, der es mit jedem Reinraum (staubfreies Labor) aufnehmen kann. In den meisten Fällen sorgt ein gesunder Mix für den Erhalt der guten Stimmung an Bord. Erst recht, wenn Kinder im Fond sitzen.