Fahrradträger-Test Rossen Gargolov
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7 Fahrradträger für die Anhängerkupplung im Test

7 Fahrradträger im Test Welcher Träger ist sein Geld wert?

Wer sein Rad liebt, der nimmt es mit in den Urlaub. Eine gute Transportlösung dafür sind Fahrradträger für die Anhängerkupplung. Doch wie sicher sind sie? auto motor und sport hat sieben Träger getestet.

🏆 Die besten Fahrradträger auf einen Blick:

In unserem Test haben wir die Fahrradträger auf ihre Handhabung und Sicherheit untersucht. Im Kapitel "Aufbau und Gebrauch" prüften wir die Verständlichkeit der Anleitungen sowie Verarbeitung und Konzept der einzelnen Träger. Im Fokus standen jedoch vor allem die Montage, die Beladung der Träger sowie die Befestigung der Räder. Auch die Qualität der Diebstahlsicherung und der Heckklappenzugang bei beladenem Träger floss in die Bewertung ein. Die Fahrversuche führten wir mit einem BMW X5 durch. Sie bestanden aus Slalomparcours und doppeltem Spurwechsel bei 60 km/h – beides sollte abruptes Ausweichen simulieren. Hinzu kamen Vollbremsungen aus 100 km/h sowie Tests auf der Rüttelstrecke, um Fahrten auf unwegsamen Strecken wie Feldwegen nachzustellen. Dabei waren auf den Trägern zwei E-Mountainbikes mit einem Gesamtgewicht von 47,3 Kilogramm befestigt. Die Fahrversuche mussten aus Gründen der Sicherheit mit mindestens 45 Punkten bestanden werden. Andernfalls erhielt der Fahrradträger ein "nicht empfehlenswert".

Die sieben Fahrradtrgäer in der Übersicht:

Uebler I21

Uebler I21
Rossen Gargolov

Mit einem Listenpreis von 652 Euro gehört der I21 zu den teuren Fahrradträgern. Allerdings überzeugt er mit einem guten, sicheren Konzept. Die Montage geht dank seines Gewichts gerade auch für kleinere Personen einfach von der Hand, die Greifarme lassen sich einhändig am Haltegriff befestigen. Zwei E-Mountainbikes installierten wir beim Test ohne Probleme. Der Abstand zwischen den einzelnen Schienen könnte jedoch größer ausfallen. Der Träger bietet abgeklappt einen ordentlichen Zugang zum Kofferraum. Die Fahrversuche bestand der Uebler I21 ohne Auffälligkeiten.

    • Preis (UVP): 652 Euro
    • Eigengewicht: 13 kg
    • Zuladung: 60 kg
    • Anzahl Fahrräder: 2
    • Stärken: Geringes Gewicht, gute Verarbeitung, sicheres Konzept
    • Schwächen: Schienenabstand könnte bei großen Rädern zum Problem werden
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Thule VeloSpace XT 2

Thule VeloSpace XT 2
Rossen Gargolov

Einfache Montage, stabiles, sicheres Konzept, viel Platz zwischen den Schienen: Der Thule VeloSpace XT 2 zeigt bereits im Handling seine Qualitäten – mit einem Manko. Durch das Gewicht und die Größe ist das Befestigen des Trägers definitiv ein Job für zwei Personen. Der Abklappmechanismus funktioniert sehr gut und lässt ordentlich Platz zum Be- und Entladen des Kofferraums. Bei den Fahrversuchen zeigt sich der Thule-Träger ebenfalls stark. Alle Tests besteht er einwandfrei. Lediglich auf der Rüttelstrecke zeigt sich etwas mehr Bewegung, aber die Räder halten gut.

  • Preis (UVP): 630 Euro
  • Eigengewicht: 18,7 kg
  • Zuladung: 60 kg
  • Anzahl Fahrräder: 2
  • Stärken: Verarbeitung, Handling, lange Schienen, sicheres Konzept
  • Schwächen: Hohes Gewicht, Montage einfach, aber nicht allein machbar
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Yakima JustClick 2

Yakima JustClick 2
Rossen Gargolov

Der Yakima JustClick 2 ist ein solider Fahrradträger mit einem stabilen, gut durchdachten Konzept. Die Montage funktioniert einfach, die ausfahrbaren Schienen bieten auch zwei großen und schwereren Rädern gut Platz. Allerdings könnten sie etwas breiter sein. Die Bikes lassen sich bequem positionieren. Der Abklappmechanismus läuft einwandfrei und ohne großen Kraftaufwand. Beim Ausweichtest und auf der Rüttelstrecke sitzt der Träger solide auf der Kupplung. Bei der Vollbremsung zeigt er jedoch etwas mehr Aufstellbewegung, der Lenker stieß an die Heckscheibe.

  • Preis (UVP): 650 Euro
  • Eigengewicht: 17,3 kg
  • Zuladung: 62,7 kg
  • Anzahl Fahrräder: 2
  • Stärken: Einfaches Handling, gutes und sicheres Konzept, gutes Platzangebot
  • Schwächen: Aufstellbewegung beim Bremsen, relativ schmale Radschienen

Atera Strada Evo 2

Atera Strada Evo 2
Rossen Gargolov

Als teuerster Träger landet der Atera Strada Evo 2 auf Platz vier. Er erweist sich als stabil und sicher, sitzt bei den Fahrversuchen fest auf der Kupplung, zeigt aber beim Rütteltest leichte Aufstellbewegungen. Abzug gab es für den Träger außerdem im Konzept. Der Hersteller wirbt mit dem universellen Einsatz des Strada Evo 2, allerdings ist bei einer Reifenbreite von 2,4 Zoll Schluss. Und das, obwohl moderne E-MTBs teils mit noch breiteren Reifen ausgestattet sind. Atera bietet zwar für diesen Fall zukaufbares Zubehör an. Die anderen Träger zeigten dieses Problem jedoch nicht.

  • Preis (UVP): 682 Euro
  • Eigengewicht: 16,8 kg
  • Zuladung: 60 kg
  • Anzahl Fahrräder: 2
  • Stärken: Sicherer Träger, in der Länge anpassbare Schienen, solide Befestigung
  • Schwächen: Zu schmale Schienen für moderne E-Mountainbikes
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Eufab Finch

Eufab Finch
Rossen Gargolov

Der Eufab Finch ist mit einem Listenpreis von 420 Euro ein günstigerer Träger. Dies macht sich in Verarbeitung und Konzept bemerkbar. Die Einstellung auf den Kupplungskopf dauert sehr lange, der Träger sitzt schließlich jedoch fest. Das beschert dem Finch eine ordentliche Bewertung bei den Fahrversuchen. Beim Rütteltest ließen sich Aufstellbewegungen beobachten. Abzug bekommt er auch beim Konzept, da sich am kurzen Haltebügel keines unserer drei E-Mountainbikes befestigen ließ. Auch für die Diebstahlsicherung – ein simples Vorhängeschloss – bekommt der Finch Abzug.

    • Preis (UVP): 420 Euro
    • Eigengewicht: 17 kg
    • Zuladung: 60 kg
    • Anzahl Fahrräder: 2
    • Stärken: Kompakte Größe, lässt sich gut tragen, sicheres Konzept
    • Schwächen: Kurzer Haltebügel, Vorhängeschloss als Diebstahlsicherung
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Hapro Atlas Premium II

Hapro Atlas Premium II
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Auf den ersten Blick gefällt das Konzept des Atlas Premium II von Hapro: breite, erweiterbare Schienen, flexible Greifarme, einfache Befestigung der Räder, gummierte Schnallen. Im Handlingtest kommt der Träger so auf ein ordentliches Ergebnis – bei den Fahrversuchen sieht es anders aus. In den Ausweichtests verzieht es den Träger sehr deutlich zu beiden Seiten. Trotz Einstellung ist eine feste Arretierung auf dem Kugelkopf nicht möglich. Bei der Vollbremsung und auf der Rüttelstrecke besteht er, was ihm noch ein "bedingt empfehlenswert" in der Endnote einbringt.

  • Preis (UVP): 400 Euro
  • Eigengewicht: 15,2 kg
  • Zuladung: 60 kg
  • Anzahl Fahrräder: 2
  • Stärken: Gut durchdachtes Konzept mit einigen nützlichen Funktionen
  • Schwächen: Kein sicherer Halt des Trägers auf der Anhängerkupplung

Fischer Proline Evo

Fischer Proline Evo
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Der Fischer Proline Evo zeigt bei einem Preis von 349 Euro Mängel. Dennoch sind zwei E-Bikes ohne Probleme montierbar, die flexiblen Greifarme erleichtern die Befestigung. Die Radschienen lassen sich mittels mitgelieferter Erweiterungsstücke leicht verlängern. Bei allen Fahrversuchen zeigt der Träger aber Bewegungen, eine feste Arretierung auf dem Kugelkopf ist nicht möglich. So verdreht sich der Träger beim Ausweichen und schlägt eine Macke ins Auto. Das kostet Punkte, und am Ende besteht der Träger das Fahrkapitel nicht – somit heißt es am Schluss: "nicht empfehlenswert".

    • Preis (UVP): 349 Euro
    • Eigengewicht: 15,7 kg
    • Zuladung: 60 kg
    • Anzahl Fahrräder: 2
    • Stärken: Breite, erweiterbare Radschienen, flexible Greifarme
    • Schwächen: Befestigung an der Kupplung birgt deutliches Sicherheitsrisiko
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Wer sein Rad liebt ...

Ob herkömmliches Fahrrad, Rennrad oder E-Bike – besonders im vergangenen Jahr kamen die Fahrradhersteller der Nachfrage kaum hinterher. Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) konnte die Branche stark von der Corona-Pandemie profitieren. Es wurden beispielsweise 43,4 Prozent mehr E-Bikes verkauft als noch im Jahr 2019. Vor allem bei den E-Mountainbikes (E-MTB) sind die Zahlen laut ZIV signifikant gestiegen. Und damit man auch mal eine Radtour im Urlaub am Meer machen kann, sind Fahrradträger eine praktische Lösung. auto motor und sport hat daher gemeinsam mit der Schwesterzeitschrift Mountainbike sieben E-Bike-geeigneten Radträgern für die Anhängerkupplung in Sachen Handhabung und Sicherheit auf den Zahn gefühlt.

Wer sich einen Radträger zulegen möchte, sollte zunächst einmal gut recherchieren und sich gegebenenfalls im Fachhandel beraten lassen – denn es gibt viel zu beachten: Zum einen darf das Gesamtgewicht des Trägers und der Fahrräder die Stützlast der Anhängerkupplung nicht überschreiten. Wichtig ist außerdem, die technischen Daten des gewünschten Trägers genau zu überprüfen, damit die Räder auch sicher transportiert werden können.

Fahrradträger-Test
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Unbedingt beachten: Mit einem Fahrradträger erhöht sich nicht nur der Luftwiderstand, auch das Fahrverhalten in den Kurven, ein längerer Bremsweg sowie die veränderten Abmessungen des Autos wollen richtig eingeschätzt werden.

Die Radschienen und die Befestigungsschnallen müssen jeweils lang und breit genug für die Rahmengröße und die Reifenbreite der Fahrräder sein. Auch das Material, aus dem die Räder gefertigt sind, ist entscheidend. Besteht der Rahmen aus Carbon, müssen die Räder zusätzlich geschützt werden. Viele Hersteller weisen in ihren Online-Shops beim entsprechenden Modell auch direkt auf erhältliches Zubehör – wie einen Schutz für Carbonräder, längere Schnallen oder auch Auffahrtschienen für ein bequemeres Beladen – hin. In den Bedienungsanleitungen der Träger finden sich zudem viele wichtige Sicherheitshinweise, wie die maximale Geschwindigkeit – meist 130 km/h –, mit der man beim Transport der Räder unterwegs sein darf.

Vor dem ersten Urlaub sollte man den Träger definitiv einmal montieren, die Positionierung der Räder testen und unbedingt eine Runde Probe fahren. Denn nicht nur der Luftwiderstand erhöht sich, auch das Fahrverhalten in den Kurven, ein längerer Bremsweg sowie die veränderten Abmessungen des Autos wollen richtig eingeschätzt werden. Sollte es ins Ausland gehen, gibt es außerdem länderspezifische Bestimmungen zu beachten, was die überstehende Ladung angeht. Wem ein Träger für die Anhängerkupplung zu aufwendig oder teuer ist kann auch auf andere Systeme zurückgreifen, beispielsweise Träger fürs Dach oder die Heckklappe. Die Vor- und Nachteile der jeweiligen System erklären wir in unserem Konzeptvergleich für Fahrradträger.

Anleitung genau lesen

In unserem Test nahmen wir bei allen Trägern zunächst die Bedienungsanleitungen, die Verarbeitung, das Konzept und die Montage in Augenschein. Die meisten Bedienungsanleitungen enthielten ordentliche Erklärungen zur Sicherheit, bei der Montage und der Befestigung könnten die einzelnen Montageschritte bei manchen jedoch etwas besser sein.

Uebler I21
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Vorteil des Testsiegers: Die Montage geht dank seines Gewichts gerade auch für kleinere Personen einfach von der Hand, die Greifarme lassen sich einhändig am Haltegriff befestigen.

Bei der Befestigung der Räder zeigte sich, dass die meisten Hersteller mittlerweile auf den E-Bike-Boom reagiert haben und lange Schlaufen sowie verlängerbare Radschienen anbieten. Lediglich der Atera Strada Evo 2 ließ in diesem Fall Punkte, da hier nach 2,4 Zoll Reifenbreite Schluss ist und längere Schnallen im Vorfeld dazugekauft werden müssten. Fragt man unsere Kollegen von Mountainbike, sind bei E-MTB jedoch Reifenbreiten ab 2,6 Zoll durchaus bereits Standard.

Bei den meisten Trägern bekommt man stabile Halterungen. Beim Uebler sind die Greifarme sogar einhändig verstellbar. Beim Eufab-Produkt fiel jedoch der kurze Haltebügel negativ auf: Hier ließ sich am kurzen Greifarm keines der drei E-MTB befestigen – wir führten die Fahrversuche daher mit einem E-MTB und einem normalen MTB durch. Punkte im Konzept gab es für die Greifarme beim Fischer-Träger – sie sind, wenn auch nicht so hochwertig verarbeitet wie bei den teureren Trägern, als Einzige im Winkel verstellbar.

Ein Träger fiel durch

Fischer Proline Evo
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Der Fischer-Träger fiel im Test bei den Fahrversuchen durch. Er verzog sich nicht nur heftig zu beiden Seiten, sondern traf beim Ausweichen auf die Stoßstange und hinterließ einen Kratzer.

Fünf der sieben Träger ließen sich sicher und fest auf der Anhängerkupplung des BMW X5 befestigen und bestanden die Fahrversuche zufriedenstellend. Die beiden letztplatzierten – und auch die günstigsten – im Test, Hapro und Fischer, zeigten vor allem bei den Ausweichtests große Schwächen. Beide Träger verzogen sich heftig zu beiden Seiten. Der Fischer-Träger traf beim Ausweichen auf die Stoßstange und hinterließ einen Kratzer. Schaut man sich das Testfeld an, wird klar: Qualität hat in diesem Fall auch ihren Preis. Wer sparen möchte, sollte online nach Angeboten suchen. Wir konnten beim Kauf bis zu 30 Prozent sparen.

Falten statt packen

Kwiggle Faltrad
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Wer nicht nachrüsten möchte oder einfach nur ein Rad für die letzte Meile sucht, ist mit einem Faltrad gut bedient. Das Start-up Kwiggle wirbt mit dem kompaktesten Faltrad der Welt, welches je nach Ausführung zwischen 1.280 und 1.900 Euro zu haben ist.

Wer keine Anhängerkupplung am Auto hat, packt einfach ein Faltrad in den Kofferraum. Viele Autos besitzen keine Anhängerkupplung. Wer nicht nachrüsten möchte oder einfach nur ein Rad für die letzte Meile sucht, ist mit einem Faltrad gut bedient. Auf dem Markt finden sich mittlerweile viele Modelle verschiedener Anbieter – auch mit elektrischer Unterstützung. Wer es ganz klein haben möchte, wird beim Start-up Kwiggle fündig. Der Hersteller wirbt mit dem kompaktesten Faltrad der Welt. Mit Handgepäckmaßen und einem Gewicht zwischen 8,8 und zehn Kilogramm passt es sowohl in den Kofferraum als auch beispielsweise unter den Sitz im Zug oder ins Flugzeug. Mit den extra angebrachten Rollen lässt sich das Rad zusammengefaltet auch gut ziehen. Preislich liegt das Kwiggle je nach Ausführung zwischen 1.280 und 1.900 Euro.

Fazit

Wie bei unseren vergangenen Tests zeigt sich auch bei diesem: Gute Qualität hat bei Fahrradträgern definitiv ihren Preis – und das vor allem, wenn es um die Sicherheit beim Fahren geht. Die Radträger von Uebler, Thule, Yakima und auch Atera zeigen bei allen Tests gute Ergebnisse und landen im empfehlenswerten oder sogar sehr empfehlenswerten Bereich. Schade ist das Ergebnis beim Hapro. Hätte er bei den Fahrversuchen so ordentlich abgeschnitten wie beispielsweise der Eufab, hätte er mit einem Listenpreis von 400 Euro den vorne platzierten Trägern ordentlich Konkurrenz machen können.

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