Formel 1: Neue Prüfung des Monaco-Ergebnisses wirft alles über den Haufen

Alpine-Berufung wegen Gasly-Strafe
Monaco-Ergebnis doch nochmal geändert!

GP Monaco 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.06.2026
Als Favorit speichern

Eine Strafe nach der anderen hatte es beim Monaco-Grand-Prix (7.6.) gehagelt. Am Ende führten Sanktionen gegen Alpine-Pilot Pierre Gasly dazu, dass der Franzose vom dritten Platz noch auf Rang sieben zurückfiel. Die Rennleitung hatte ihm zu schnelles Fahren in der Boxengasse vorgeworfen. Das wollte Alpine so nicht stehen lassen und hatte vom "Recht auf Neubeurteilung" (Right of Review) Gebrauch gemacht. Am darauffolgenden Donnerstag (11.6.) hatte die FIA nach einer Anhörung dieser Neubeurteilung stattgegeben. Zu einer schnellen Entscheidung über das Resultat kam es dennoch nicht.

Es dauerte bis zum Freitagmittag (12.6.), ehe der Weltverband das endgültige Monaco-Ergebnis präsentierte. In ihrer finalen Entscheidung gaben die Stewards dem Protest von Alpine vollumfänglich statt. Beide Fünf-Sekunden-Strafen gegen Pierre Gasly wurden zurückgenommen, womit der Franzose seinen auf der Strecke errungenen dritten Platz zurückerhält.

Das Team versendete umgehend nach dem Urteil eine Pressemitteilung: "Wir begrüßen die Entscheidung der FIA, unseren Einspruch nach der endgültigen Wertung des Grand Prix von Monaco am vergangenen Wochenende für zulässig zu erklären. Infolgedessen haben die Rennkommissare die beiden gegen das Auto mit der Nummer 10 verhängten Fünf-Sekunden-Strafen aufgehoben, wodurch der dritte Platz des Teams wiederhergestellt wird. Wir möchten der FIA und der Formel 1 für ihre Transparenz und Zusammenarbeit während des gesamten Einspruchsverfahrens sowie für diese Entscheidung danken."

Alter Wert sorgt für Chaos

Grundlage für die Aufhebung war der Nachweis eines nachvollziehbaren Fehlers im Zeitnahmesystem der FIA. Die Geschwindigkeit in der Boxengasse wird nicht direkt, sondern als Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen zwei Messschleifen ermittelt. Wie sich herausstellte, war die für die Berechnung hinterlegte Distanz der ersten Messzone in der Boxengasse fehlerhaft.

Anstelle der korrekten, kürzestmöglichen Distanz von 26,15 Metern wurde mit einem veralteten Wert von 26,92 Metern gerechnet. Diese Differenz von 77 Zentimetern führte zu einer zu hoch berechneten Geschwindigkeit. Ursache für die Diskrepanz war eine für 2026 geänderte Streckenführung der Barrieren am Boxeneingang, die den Fahrern eine engere und somit kürzere Fahrlinie ermöglichte. Das System war jedoch nicht an diese neue Gegebenheit angepasst worden.

Die Stewards konzentrierten sich in ihrer Urteilsfindung auf die zentrale Frage: Hat das Fahrzeug mit der Nummer 10 die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h überschritten? Ihre einstimmige Antwort lautete "Nein". Neuberechnungen mit der korrekten Distanz ergaben, dass Gaslys Geschwindigkeiten bei beiden Boxenstopps klar unter dem erlaubten Limit lagen. Alle sechs Geschwindigkeitsverstöße des Rennens traten in jener fehlerhaften Messzone auf.

Pierre Gasly - Alpine - Formel 1 - GP Monaco 2026
Alpine

Pech für die Konkurrenz

Andere Fahrer, die ebenfalls Strafen erhalten hatten, profitieren jedoch nicht von diesem Urteil. Die Stewards stellten klar, dass sie nur den Fall Gasly verhandelten, da nur Alpine Protest eingelegt hatte. Zudem hatten die anderen Fahrer ihre Strafen bereits während des Rennens abgesessen. Das Reglement sieht keine Möglichkeit, eine bereits verbüßte Strafe nachträglich aufzuheben.

Das Urteil hat zur Folge, dass das offizielle Endergebnis des Großen Preises von Monaco korrigiert wird. Pierre Gasly springt wieder auf Platz drei. Isack Hadjar muss den Pokal an seinen Landsmann abtreten. Die Punkte für die Fahrer- sowie die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft verteilt die FIA ebenfalls neu. Gasly hält nun bei 35 Zählern und rückt auf Platz acht vor. Sein Team bleibt auf Rang fünf der Konstrukteure, hat aber nun 50 Zähler auf dem Konto. Alpine erhält zudem die für den Protest hinterlegte Kaution zurück.

Fazit