Normalerweise finden sich die Junior-Piloten bei ihren FP1-Einsätzen regelmäßig auf den hinteren Positionen des Klassements wieder. Zum Auftakt des Barcelona-Wochenendes sah das aber überraschenderweise etwas anders aus. Mit McLaren-Talent Leonardo Fornaroli (P5), Audi-Testfahrer Paul Aron (P6) und Ferrari-Akademie-Pilot Dino Beganovic (P8) schafften es gleich drei Youngster in die Top Ten.
Besonders beeindruckend war die Leistung von Aron. Der Este, den Audi mangels eigener Nachwuchskräfte mit Super-Lizenz bei Alpine ausgeliehen hatte, blieb am Ende weniger als eine Sekunde hinter der absoluten Bestzeit von George Russell zurück. Von den sieben Junioren, die im ersten Training einspringen durften, war Aron der einzige, der seinen Teamkollegen schlagen konnte.
Gabriel Bortoleto reihte sich beim Barcelona-Auftakt nur auf Rang zwölf ein. Alleine an den unterschiedlichen Programmen lag der Unterschied offenbar nicht. In der Anfangsphase musste Bortoleto einmal durchs Kiesbett. Danach schimpfte er über viel Unruhe im Auto beim Anbremsen. Später klagte er auch noch über fehlenden Grip in den Kurven. "Ich rutsche überall nur herum."

Gabriel Bortoleto hatte in der Auftaktsession von Barcelona zu kämpfen.
McNish-Lob für Aushilfsfahrer
Für die angesprochenen Probleme war die Pace dann aber ganz ordentlich. Audi rechnet sich in Barcelona viel aus. Hier können die Fahrer die Stärken der guten aerodynamischen Effizienz im R26 endlich nutzen. Die Frage lautet nur, wie schwer der PS-Nachteil der Power Unit wiegt. Und auch beim Reifenverschleiß hat man noch nicht alle Antworten.
Einsatzleiter Allan McNish zeigte sich nach der Session zufrieden mit dem Aushilfsmann aus dem Baltikum: "Wir kennen Paul ja schon von einigen Einsätzen zuvor. Er hat gute Arbeit abgeliefert, so wie wir es von ihm erwartet hatten. Wir haben ihm einen strukturierten Plan aufgestellt, damit auch wir von seinen Daten profitieren konnten."
Am Ende beeindruckte den Schotten aber nicht nur die Pace seines Schützlings auf einer schnellen Runde. "Er ist die sechstschnellste Zeit gefahren. Aber er konnte dieses Level konstant zeigen. Seine Longruns waren auch stark. Ich bin vor allem zufrieden damit, wie schnell er sich an diese neue Autogeneration anpassen konnte."

Nico Hülkenberg verfolgte das Geschehen im ersten Training vom Kommandostand aus.
Erste WM-Punkte seit Melbourne?
Für Audi macht der starke Auftakt des Youngsters Mut. Schon in Monaco hatte das neuformierte Werksteam die Pace für WM-Punkte. Bortoleto nahm sich mit seinem Crash im Qualifying selbst aus dem Spiel. Nico Hülkenberg verpasste den Q3-Einzug, weil ein Aero-Teil an seinem Audi abgefallen war. Dass es am Ende nichts Zählbares für den Deutschen gab, lag dann auch noch an einer harten Strafe nach der Zieldurchfahrt.
In Barcelona hofft McNish, dass es mit einem sauberen Wochenende besser läuft: "Wenn man sich den puren Speed anschaut, dann könnte das eine gute Strecke für uns sein. Aber wir sind noch nicht zufrieden damit, wo wir stehen. Deshalb haben wir für die Zukunft ein aggressives Entwicklungsprogramm gestartet."
Hülkenberg darf auf jeden Fall hoffen, dass der Nuller auf seinem Fahrerkonto in Barcelona endlich beseitigt wird. Sein Auto ist schon mal ordentlich in das Wochenende gestartet. Alles ist heil geblieben. Jetzt braucht der Rheinländer einfach auch mal ein wenig Glück.












