5/2020, FAW Hongqi Bernd Conrad
Hongqi L9
Honqi L5 Chinas Staatslimousine
Honqi L5 Chinas Staatslimousine
Honqi L5 Chinas Staatslimousine 25 Bilder

Chinas FAW baut Werk in Italien

Hongqi soll E-Autos für Europa bauen

Der chinesische Autobauer FAW will die Marke Hongqi zum internationalen Premiumanbieter aufzubauen. Passend dazu plant der Konzern einem Medienbericht zufolge den Bau eines Werks in Norditalien.

FAW (First Automotive Works) gilt als ältester chinesischer Automobilhersteller. Die Geschichte des Unternehmens reicht bis zur Gründung im Jahr 1953 zurück. Joint-Ventures bestehen mit Volkswagen, Mazda und Toyota. Auch die Autos der neu gegründeten Marke Jetta werden von Volkswagen gemeinsam mit FAW produziert.

Zum eigenen Markenportfolio von FAW mit Hauptsitz in Changchun gehört unter anderem Hongqi (chinesisch für "Rote Flagge"). Deren Modelle L7 und L9 sind als chinesische Staatskarossen bekannt. Den ähnlich gestrickten, immerhin 5,55 Meter langen L5 mit V12-Motor (siehe Bildergalerie) können auch Privatleute kaufen. Er trägt eine stilisierte rote Flagge als Kühlerfigur. Auf der IAA 2019 zeigte FAW die Marke Hongqi mit einem eigenen Stand und untermauerte damit Bestrebungen, ein neues Premiumlabel zu etablieren.

Standort- und Imagevorteile

Einem Bericht der "Automobilwoche" zufolge wollen die Chinesen dafür ein Werk sowie ein Design- und Forschungszentrum in Norditalien bauen. Mehr als eine Milliarde Euro sollen investiert werden. Die Wahl des Standorts ist leicht zu erklären: In direkter Nachbarschaft zu Autoherstellern wie Ferrari, Lamborghini und Maserati sowie vielen Designstudios und Zulieferern dürfte man gut ausgebildetes Personal abwerben können. Außerdem ist zu erwarten, dass die italienische Regierung die durch die Corona-Krise arg gebeutelte Region ohne starke Auflagen für Investitionen unterstützen wird. Damit könnten sich Prognosen von Wirtschafts-Experten bewahrheiten, die vor Chinas politisch gefördertem Expansionsdrang in die ganze Welt ausgehen und sich vielerorts mit reichlich Investitionsgeld festsetzen will. Geld, das China in den vergangenen Jahren des Wirtschaftsbooms in der Heimat angesammelt hat und das in vielen Regionen fehlt – wie etwa in Italiens wirtschaftlich stärkster Region, die nach einem wochenlangen Shutdown darniederliegt.

Dem Bericht zufolge könnte die Produktion von elektrisch angetriebenen Premiumfahrzeugen bereits Ende 2021 starten. Die Marke Hongqi soll dann international vermarktet werden.

Fazit

Entwicklung und Produktion von Premiumfahrzeugen in Norditalien – das sieht nach einem geschickten Schachzug des chinesischen Unternehmens FAW aus. Know-how ist vor Ort, außerdem dürfte die Regierung Investitionen erleichtern. Ein globaler Roll-Out der Marke Hongqi könnte mit der italienischen DNA erleichtert werden.

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