Ladebordsteine von Rheinmetall: Jetzt geht´s in die "Serie"

Ladebordsteine von Rheinmetall
Jetzt geht´s in die „Serie“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.03.2026
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Nach einem Pilotbetrieb in Köln soll die Technik nun serienmäßig installiert werden. Ziel ist es, zusätzliche Ladepunkte direkt am Straßenrand zu schaffen, insbesondere für Autofahrer ohne eigene Wallbox.

Die Aufgaben sind zwischen beiden Partnern klar verteilt. Rheinmetall liefert die Hardware, TankE übernimmt Planung, Aufbau sowie Betrieb und Wartung. Damit soll ein flächendeckender Einsatz in urbanen Räumen ermöglicht werden, aber auch Anwendungen auf Unternehmensflächen oder in ländlichen Regionen sind vorgesehen.

Pilotprojekt abgeschlossen, Serienbetrieb gestartet

Die Ladebordsteine wurden bereits in Köln unter realen Bedingungen getestet. Der Feldversuch lief rund ein Jahr und diente als Grundlage für die Serienfreigabe. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen habe sich das System technisch bewährt.

Die Ladepunkte sind direkt in die Bordsteinkante integriert und ermöglichen Wechselstromladen mit bis zu 22 Kilowatt. Nutzer schließen ihr Fahrzeug über ein Kabel an, das vom Bordstein aus geführt wird. Die Bedienung erfolgt über gängige Zugangswege wie Ladekarte, App oder Ad-hoc-Laden.

Platzprobleme und Stadtbild im Fokus

Der zentrale Ansatz der Technik liegt in der Nutzung bestehender Infrastruktur. Anders als klassische Ladesäulen benötigen Ladebordsteine keinen zusätzlichen Raum auf Gehwegen oder Parkflächen. Das kann vor allem in dicht bebauten Innenstädten relevant sein, in denen Flächen knapp sind oder gestalterische Vorgaben gelten.

Auch denkmalgeschützte Bereiche oder enge Straßen gelten als potenzielle Einsatzorte. Gleichzeitig soll die Lösung dort greifen, wo bisher keine Ladepunkte realisierbar waren.

Technische und wirtschaftliche Argumente der Anbieter

Nach Darstellung der Unternehmen bietet das System mehrere praktische Vorteile gegenüber herkömmlichen Ladesäulen. Dazu zählen insbesondere Bauweise und Wartungskonzept.

  • Integration in bestehende Bordsteine ohne zusätzliche Aufbauten
  • modulare Technik mit austauschbaren Komponenten
  • geringerer Wartungsaufwand durch einfachen Zugang zu Bauteilen
  • Vorbereitung durch sogenannte Dummy-Bordsteine bei Bauprojekten möglich
  • geringere Eingriffe in das Stadtbild

Die Ladeleistung liegt bewusst unterhalb von Schnellladesystemen. Das soll die Belastung der Stromnetze reduzieren und gleichzeitig typisches Parken über mehrere Stunden nutzen.

Nutzung im Alltag und offene Fragen

Für viele Nutzer ohne privaten Stellplatz könnte das Konzept eine zusätzliche Option darstellen. Besonders sogenannte Laternenparker profitieren davon, dass kein Kabel mehr über den Gehweg geführt werden muss. Das adressiert auch rechtliche und sicherheitsrelevante Probleme, die bei provisorischen Lösungen auftreten können.

Gleichzeitig bleiben praktische Fragen offen. Dazu zählen etwa die tatsächliche Verfügbarkeit im Alltag, die Preisgestaltung sowie die Auslastung der Ladepunkte. Auch die Bedienung auf Höhe des Bordsteins wurde im Pilotbetrieb teilweise kritisch gesehen, etwa wegen der tiefen Bückbewegung beim Anschluss oder möglicher Verschmutzung.

Einordnung in den Ausbau der Ladeinfrastruktur

Der Ladebordstein ist als Ergänzung bestehender Systeme gedacht. Schnelllader entlang von Verkehrsachsen und klassische AC-Ladesäulen bleiben weiterhin zentrale Bestandteile des Netzes. Die neue Lösung richtet sich vor allem an Standorte mit begrenztem Platzangebot.

Mit dem geplanten Rollout wird ein weiterer Ansatz erprobt, um die Ladeinfrastruktur in der Fläche auszubauen. Ob sich das Konzept durchsetzt, dürfte wesentlich von Nutzung, Kosten und kommunaler Umsetzung abhängen.

Fazit