Massiver Sparkurs bei VW intern angekündigt: Stehen auch Werke auf der Abschussliste?

Massiver Sparkurs bei VW intern angekündigt
Stehen auch Werke auf der Abschussliste?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.02.2026
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Volkswagen
Foto: David Hecker via Getty Images

Im Zuge der Maßnahmen stehen auch Werke zur Disposition. Ein Teilnehmer einer Führungskräfteklausur Mitte Januar in Berlin wird mit den Worten zitiert: "Es muss auch um Werksschließungen gehen." Welche Standorte betroffen sein könnten, ist offen. Nach Angaben des Magazins sollen sämtliche Kostenarten überprüft werden.

Konzernchef Oliver Blume sagte demnach bei dem Treffen: "Wir müssen die Gewinnschwelle senken." Zwanzig Prozent weniger Kosten seien "die Ambition". In absoluten Zahlen entspräche das rund 60 Milliarden Euro.

Strukturen und Personal im Fokus

Geprüft werden Materialkosten, Entwicklungsaufwendungen, Vertriebsstrukturen und Verwaltungsbereiche. Bereits laufende Programme bleiben bestehen. Bei der Marke VW sollen bis 2030 rund 35.000 Stellen abgebaut werden. Auch bei Audi und Porsche laufen Effizienzmaßnahmen.

Aber: Konkrete Entscheidungen zu Standorten oder weiteren Personalanpassungen wurden laut Bericht noch nicht getroffen.

Druck durch Finanzkennzahlen

Der verschärfte Sparkurs folgt auf eine Phase mit erhöhtem Druck auf die Finanzlage. Finanzvorstand Arno Antlitz hatte seit dem Sommer nach zusätzlicher Liquidität gesucht. Im September wurde die Prognose für den Netto-Cashflow auf null gesetzt. Kurz vor Weihnachten setzte S&P den Ausblick für das BBB+-Rating auf negativ. Die Analysten sahen das Risiko, dass Volkswagen "die Grenzwerte für sein BBB+-Rating wie 2025 auch 2026 verfehlt".

Der Konzern weist Finanzschulden von knapp 260 Milliarden Euro aus. Eine Herabstufung würde die Zinskosten erhöhen. Im Januar meldete Antlitz zusätzliche sechs Milliarden Euro Liquidität. Dazu wurden unter anderem Forderungen verkauft. Betriebsratschefin Daniela Cavallo forderte bereits eine "Anerkennungsprämie" für die Belegschaft.

Investitionen auf dem Prüfstand

Auch die mittelfristige Investitionsplanung wird überprüft. Für fünf Jahre waren zuletzt 160 Milliarden Euro vorgesehen. Nach Angaben aus dem Teilnehmerkreis gilt dieses Volumen als zu hoch.

Für 2024 wird ein Einspareffekt von 15 Milliarden Euro genannt, für 2025 von 18 Milliarden Euro. Die operative Umsatzrendite lag zuletzt bei zwei bis drei Prozent. Bei der Marke VW war eine Zielrendite von 6,5 Prozent (6,5 %) vorgesehen, der Zeitraum wurde auf 2029 verschoben.

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