Mercedes-Benz hat angekündigt, über eine Milliarde Euro in den Ausbau seines Werks in Kecskemét, Ungarn, zu investieren. Diese Summe fließt in neue Gebäude für Karosseriebau und Montage sowie in eine hochmoderne Batteriemontageanlage. Ziel ist es, die Produktionskapazität des Standorts auf bis zu 300.000 Fahrzeuge pro Jahr zu erhöhen – eine Verdopplung der aktuellen Kapazität.
Neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Bedeutung
Mit der Erweiterung des Werks entstehen in den kommenden Jahren mehrere tausend neue Arbeitsplätze. Derzeit beschäftigt das Werk rund 5.000 Mitarbeiter, doch diese Zahl könnte sich nahezu verdoppeln. Der Standort spielt auch wirtschaftlich eine bedeutende Rolle: Im Jahr 2024 erzielte Mercedes-Benz Manufacturing Hungary einen Umsatz von 4,17 Milliarden Euro und produzierte über 146.000 Fahrzeuge. Die neuen Investitionen stärken nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern auch die Position Ungarns als wichtiger Produktionsstandort in Europa.
Elektromobilität im Fokus
Ein zentraler Bestandteil der Erweiterung ist die Integration von Elektrofahrzeugen in die Produktionslinie. Seit Anfang 2026 wird der Elektro-SUV EQB in Kecskemét produziert, und ab Mitte 2026 folgt die elektrische C-Klasse EQ. Diese Modelle sind Teil der umfassenden Elektromobilitätsstrategie von Mercedes-Benz, die darauf abzielt, den Übergang zu nachhaltiger Mobilität zu beschleunigen. Die Batteriemontage vor Ort ermöglicht es dem Unternehmen, die Lieferkette zu optimieren und die Produktionskosten zu senken.
Warum Ungarn?
Ungarn bietet eine Reihe von Vorteilen, die es zu einem attraktiven Standort für Automobilhersteller machen. Dazu gehören staatliche Subventionen, ein dichtes Zulieferernetzwerk und vergleichsweise niedrige Arbeitskosten. Zudem verfügt das Land über einen CO2-armen Strommix, der durch den Einsatz von Atomkraft ermöglicht wird. Dies ist ein entscheidender Faktor für die umweltfreundliche Produktion von Elektrofahrzeugen und Batterien. Die geografische Lage Ungarns in der Mitte Europas erleichtert zudem den Zugang zu wichtigen Märkten.
Forschung und Entwicklung
Neben der Produktion wird auch in die Forschung und Entwicklung am Standort Kecskemét investiert. Ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum soll in Zusammenarbeit mit ungarischen Hochschulen entstehen. Mit einem Budget von 55 Millionen Euro wird das Zentrum sich auf Themen wie Produktionsdigitalisierung und Fertigungsprozesse konzentrieren. Dies unterstreicht die langfristige Bedeutung des Standorts für Mercedes-Benz und die Automobilindustrie insgesamt.












